Arbeiten bei Condé Nast

Arbeiten bei Condé Nast

Arbeiten bei Condé Nast

Unser Verlagsstandort bietet ein großzügiges, schönes Arbeitsumfeld im Herzen Münchens – und mit unserer Redaktion WIRED im Zentrum von Berlin – mit perfekter Verkehrsanbindung, modernster Technik und sehr gut ausgestatteten Arbeitsplätzen.

Erfahren Sie hier mehr über das Arbeiten bei Condé Nast und lernen Sie Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen kennen, die über ihren Joballtag und ihren Werdegang berichten. 

 

Redaktionen

Journalisten, Bildredakteure, Mode-, Beauty-, Design- oder Wissenschaftsexperten, Grafiker, Social-Media-Redakteure und viele mehr – die Jobprofile in unseren Redaktionen sind spannend und facettenreich. Autonom im kreativen Prozess, nur der Markenphilosophie und dem Qualitätsanspruch verpflichtet, gestalten sie unsere vielfältigen Medienprodukte für Print und Online. Die Redaktionen von VOGUE, GLAMOUR, GQ und AD sind in München ansässig – ebenso unser Corporate-Publishing-Zweig, die Condé Nast Manufaktur. Der Redaktionsstandort von WIRED ist in Berlin. Lernen Sie hier einige unserer Kolleginnen und Kollegen aus den Redaktionen und ihren Arbeitsalltag kennen.

Andrea Ketterer
Chefredakteurin GLAMOUR
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Andrea Ketterer - Chefredakteurin GLAMOUR

"Für mein Team suche ich immer nach sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten."

Andrea Vollmer-Hess
Bildredakteurin bei VOGUE und Syndication Manager für Condé Nast Deutschland
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Andrea Vollmer-Hess - Bildredakteurin bei VOGUE und Syndication Manager für Condé Nast Deutschland

"Es macht wahnsinnig Spaß, jeden Tag die schönsten Bilder zu sehen."

Max Walbersdorf
Online-Redakteur GQ und GQ STYLE
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Max Walbersdorf - Online-Redakteur GQ und GQ STYLE

"Man muss ein sehr breites Spektrum an Fähigkeiten haben. "

Lilian Ingenkamp
Redakteurin im Style-Ressort von AD
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Lilian Ingenkamp - Redakteurin im Style-Ressort von AD

"Eine AD-Produktion ist wie ein kleiner Umzug..."

Sie sind ein echtes „Condé-Nast-Gewächs“?
Stimmt, ich bin wirklich schon lange im Verlag – seitdem ich 19 Jahre alt bin. Allerdings nicht immer im selben Job, keine Angst...

Wie haben Sie das denn in so jungen Jahren schon bewerkstelligt?
Ich habe mich nach dem Abitur für ein Praktikum im Korrespondenzbüro in Paris beworben – mit Erfolg! Das ging ziemlich schnell, kaum war die Bewerbung raus, war ich auch schon in Frankreich...

Und dann sind Sie geblieben?
Nach dem sechsmonatigen Praktikum bin ich wieder zurück nach München gegangen und habe drei Jahre lang Modejournalismus und Medienkommunikation studiert. Währenddessen habe ich aber auch immer wieder für Condé Nast gearbeitet, als Werkstudentin in der GLAMOUR-Redaktion, hauptsächlich in der Moderequisite, und dann im Digitalbereich für Condé Net, wie es damals noch hieß.

Sie scheinen ja früh eine „Liebesbeziehung“ zu Condé Nast aufgebaut zu haben... Wie kam es dazu?
Ich fand es spannend, was sich bei Condé Nast tut. Als ich nach meinem Studium als Onlinevolontärin bei VOGUE fest anfing, wurde gerade die erste iPad-App gelauncht – das war für mich total interessant, weil ganz neu, ich konnte gleich sehr viel mitarbeiten und eigene Ideen umsetzen. So „mittendrin“ hätte ich an anderer Stelle wohl kaum einsteigen können.

Nun sind Sie Textredakteurin bei AD, die als journalistische Instanz in der internationalen Design- und Architekturszene gilt. Von der Mode zum Design und zur Architektur, von Online zu Print...
(Lacht) Ich wollte neue Sachen entdecken – und an Design bin ich schon lange interessiert. AD ist nun mal die erste Adresse, wenn es um Interior Design, Kultur und Architektur auf internationalem Niveau geht.

Ich kann mir vorstellen, dass Sie beim Vorstellungsgespräch gefragt worden sind...
...was wollen Sie hier? Klar. (Lacht laut) Ich selbst habe den Themenwechsel jedoch gar nicht als so abwegig empfunden, ich dachte: Natürlich will ich dahin, AD ist schließlich eine tolle Marke!

Was machen Sie jetzt genau in der Redaktion?
Ich bin Redakteurin im Style-Ressort von AD. Meine Kollegen und ich sind immer auf der Suche nach neuen, besonderen Design-Highlights, besuchen die internationalen Möbelmessen, führen Interviews, verfassen Artikel und organisieren Fotoproduktionen.

Das heißt, dass Sie neben den kreativen auch gewisse organisatorische Fähigkeiten mitbringen müssen?
Genau. Für die Fotostrecken, die wir in Deutschland shooten, müssen Möbel und Produkte aus der ganzen Welt nach München geschafft werden, zum Teil fotografieren wir auch in Berlin. Manchmal ist so eine Produktion wie ein kleiner Umzug – mit dem Unterschied, dass nach dem Shooting alles wieder zurückgeschickt werden muss.

Zu Ihren Aufgaben gehört auch das Schreiben von Artikeln?
Ja, das ist sehr abwechslungsreich und vielschichtig. Wir führen Interviews mit international renommierten Designern, Künstlern und Kreativen...

Die Kür Ihrer Arbeit, nehme ich an?
Sicher, die Treffen mit interessanten Persönlichkeiten aus meiner Branche sind natürlich Highlights. Neulich habe ich den Designer Jacob Gubi in Kopenhagen getroffen, er hat dort gerade ein neues Restaurant ausgestattet – das war ein tolles, entspanntes Gespräch.

Zeigen Sie uns doch mal den Königsweg in eine Redaktion wie AD auf, was muss man für ein Mensch sein, wenn man hier glücklich werden will?
Die auffälligste Gemeinsamkeit in unserer Redaktion ist sicher, dass jeder über ein sehr ausgeprägtes Bewusstsein für Stil, Design und Ästhetik verfügt. Für mich sind wir ein perfektes Team – fachlich wie menschlich.

Wenn man in dieses Team möchte, braucht man...
Zunächst eine gute journalistische Ausbildung denke ich. Natürlich wäre ein Kunst- oder Architekturstudium auch sinnvoll. Das Handwerk ist schon wichtig. Und Neugier natürlich!

Vermarktung und Marketing

Unsere Publisher-Bereiche und zentralen Vermarktungsunits verantworten die strategische Markenführung und sämtliche Verkaufsaktivitäten für Print-Anzeigen und digitale Werbeformate. Aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung ist dies neben den Redaktionen der größte Unternehmensbereich. Vermarktungsspezialisten im Verkaufsinnendienst arbeiten Hand in Hand mit den Kollegen der neun nationalen und internationalen Außendienstbüros und den zentralen Vermarktungsbereichen, wie dem digitalen Produkt- und Kampagnenmanagement und dem Creative-Solutions-Team. Unterstützt wird die Vermarktung durch vielfältige kreative Aktionen und Events der Marketing-Teams.

Kathrin Ölscher
Senior Marketing Manager GLAMOUR
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Kathrin Ölscher - Senior Marketing Manager GLAMOUR

"Wir denken nicht in Kanälen, sondern es geht uns um die 360-Grad-Betrachtung der Marke GLAMOUR."

Helfen Sie uns: Was treibt so ein Marketing Manager eigentlich den ganzen Tag?
Als Marketing Manager bin ich für die Werbung für GLAMOUR zuständig. Im Team entwickeln wir kreative Marketing-Maßnahmen  – im klassischen Marketing etwa Anzeigenmotive, TV-Spots oder überlegen uns kreative Werbeaktionen bis hin zu Guerilla-Maßnahmen – mit dem Ziel, das Markenimage zu festigen, die Marke noch bekannter zu machen und sie positiv von der Konkurrenz abzuheben. Letztlich soll alles, was wir tun die Auflage und die Reichweite durch imagefördernde Maßnahmen unterstützen und den sehr hohen Qualitätsanspruch der Marke wahren. Wir versuchen, die Arbeit der Redaktion mit der passenden Ansprache und den richtigen Mitteln in die Öffentlichkeit zu bringen. Dabei reicht es nicht, in einzelnen Medienkanälen zu denken, sondern uns geht es um die 360-Grad-Betrachtung der Marke GLAMOUR.

Dazu gehören klassische Kampagnen?
Neben der klassischen Mediaklaviatur wie Print, TV und Online probieren wir auch neue, digitale Werbeformen sowie Kooperationen aus. Ein wichtiger Teil sind auch Events und Aktionen, die wir entweder selbst oder im Rahmen von Partnerschaften wie z.B. Shop-Events veranstalten. Damit machen wir die 360 Grad erlebbar.

Dann gehe ich mal davon aus, dass Ihre Stärke die Kommunikation ist?
Könnte man so sagen. Wir sind mit den unterschiedlichsten Stellen hier im Haus und auch extern – mit Event- und Kreativagenturen – im ständigen Austausch.

Im Klartext: Sie müssen sehr viel reden.

Es hilft schon, wenn man gern mit Leuten spricht, das stimmt.

Wie lernt man Ihren Beruf? Oder besser: Kann man den lernen, gibt’s einen Königsweg?
Nach dem Abitur habe ich zuerst eine Ausbildung zur Mediengestalterin für Digital- und Printmedien gemacht, war also eher im kreativen, grafischen Bereich unterwegs.

Mit welcher Motivation haben Sie das gemacht?
Ich würde sagen: Aus einem generellen Interesse an Werbung und an speziellen Fragen, die sich daraus ergeben – etwa wie Schrift in Kombination mit einem Bild wirkt, mit welchen Mitteln man ein bestimmtes Image transportiert, so etwas.

Verstehe. Ist aber jetzt nicht ganz genau das, was Sie heute machen, oder?
Nein, das ist richtig. Ich habe gemerkt, dass mir der rein ausführende Part nicht genügte...

Sie wollten selber entwickeln, was da im Einzelnen ausgeführt wird?
Genau. (Lacht) Mir liegt das konzeptionelle Arbeiten mehr.

Wie haben Sie den Richtungswechsel dann geschafft?
Ganz klassisch: Ich habe nach der Ausbildung ein BWL-Studium mit Schwerpunkt Medienwirtschaft in Köln absolviert mit einer Diplomarbeit über Markenführung: Wie muss der Kern einer Marke definiert sein, damit nach außen hin ein bestimmtes Image entsteht.

Klingt kompliziert.
Ist es auch oft, aber ich habe das Glück, bei Condé Nast mit Medienprodukten zu arbeiten, die einen starken und einzigartigen Markenkern haben. Nehmen Sie GLAMOUR: Die Marke steht für Fashion und Beauty auf höchstem Niveau und verbindet Luxus und Mass-Market perfekt.

Mit Aktionen wie der GLAMOUR Shopping-Week wird die Marke zusätzlich auf anderen Ebenen erlebbar gemacht. Als eine der größten Einzelhandelskooperationen im deutschsprachigen Raum bietet GLAMOUR entsprechenden Partnern eine Plattform, um exklusive Shopping-Angebote den Leserinnen zur Verfügung zu stellen. Bei den Leserinnen wie auch den Kooperationspartnern ist die Shopping-Week zweimal im Jahr eine fest eingeplante Instanz. Damit wurde eine Aktion ins Leben gerufen, von der viele andere Medienhäuser sich fragen: Wow, wie haben die das geschafft?

Und, wie hat man das geschafft?
Na ja. Condé Nast hat sehr unterschiedlich positionierte Marken – mit einer grundlegenden Gemeinsamkeit: Sie haben alle einen hohen Anspruch und garantieren eine bestimmte Qualität. So ist der Name Condé Nast ein Gütesiegel, und das kann ich sagen, gerade weil ich noch nicht so lange hier arbeite und das über einen großen Zeitraum eher von außen so wahrgenommen habe. Als Mitarbeiterin in anderen Verlagen.

Ihre größte Herausforderung?
Die ergibt sich aus dem Erfolg von GLAMOUR. Wir reden hier über eine starke Marke, die den perfekten Spagat zwischen Luxus und breiter Popularität schafft. Im Marketing müssen wir darauf achten, dass beide Komponenten sich die Waage halten und dass wir nicht mehr nach Kanälen unterscheiden, sondern nur noch in Marken denken.

Würden Sie sagen, dass die Lust am Shopping eine Grundvoraussetzung für eine zukünftige Marketing Managerin bei GLAMOUR ist?
Klar, man muss seine Zielgruppe ja kennen. (Lacht) Nein, ernsthaft: Natürlich sollte man Interesse für Werbung, Trends und Kreativität mitbringen. Und ein Gefühl für ästhetische Gestaltung wäre auch nicht schlecht. Ein klassisches BWL-Studium mit einem Marketing-Schwerpunkt hilft natürlich auch.

Andrea Latten
Brand Director VOGUE & AD
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Andrea Latten - Brand Director VOGUE & AD

"Die Tools unseres Jobs kann man lernen, aber Leidenschaft für die Marken – das ist eine Grundvoraussetzung"

In einem Satz: Was machst du für den Condé Nast Verlag?
Ich bin in erster Linie für die Erstellung von Vermarktungskonzepten für VOGUE & AD zuständig, befasse mich aber auch mit neuen Erlösansätzen für beide Marken. Dazu gehören Events, mit denen wir unsere Marken erlebbar machen, wie zum Beispiel die „VOGUE loves“-Shopping-Events oder Konferenzen wie der AD Design Summit.

Nehmen wir mal an, für VOGUE soll ein ganz neues Event-Format entstehen. Welche Aufgaben kommen dann auf dich und dein Team zu?
An der Entwicklung des Formats sind mehrere Teams beteiligt: Redaktion, Marketing und natürlich wir im Brand Sales Team. Wir bringen das Konzept dann für unsere Werbekunden zu Papier und entwickeln Ansätze, wie sie mit ihrer Marke dabei sein können. Sprich: Wir kümmern uns darum, das Event zu finanzieren. Dann erst legen wir los, so ein Projekt auch umzusetzen.

Was ist dabei die größte Herausforderung?
Die größte Herausforderung ist es, die Interessen aller Beteiligten zu verbinden, ihren kreativen Input auf den Punkt zu bringen und dann noch für Außenstehende abzubilden.

Und wer unterstützt dich dabei?
Im Brand Sales sind wir sieben Personen, vom Junior Brand Manager bis zum Brand Director. Im Grunde ergeben sich aber Schnittstellen mit fast allen Abteilungen. Besonders eng arbeiten wir mit dem Marketing, den Redaktionen, der Produktion und den Sales Teams zusammen, Print wie Digital. Aber auch mit der PR, gerade wenn es um Events geht. Unser Aufgabenfeld ist so breit, dass wir fast überall involviert sind. Wie sagt man nochmal? Ah ja, die eierlegende Wollmilchsau – aber im positiven Sinn (lacht).  

Verstehe, bei euch sollte man also ein Multitalent sein. Gibt es trotzdem Fähigkeiten, die für die Arbeit in deinem Team besonders wichtig sind?
Auf jeden Fall Flexibilität. Zum einen, da unser Aufgabenfeld so vielfältig ist, zum anderen, da sich die Medienbranche ständig weiterentwickelt. Hier ist so vieles in Bewegung. Neugier, Offenheit und ein gewisses Gefühl für Zeitgeist sind auch wichtige Eigenschaften, wenn man für Marken wie VOGUE und AD arbeitet. Wir beobachten ständig, was da draußen passiert und was wir tun können, um aktuelle Trends einzufangen und daraus schließlich neue, geeignete Markenplattformen zu schaffen. Natürlich sollte man sich schon auch für Mode- und Designthemen interessieren. Sonst fällt es schwer, in Terminen mit den Redaktionen zu diskutieren und Ideen zu entwickeln, die wirklich zu unseren Marken passen.

Du stellst also auch Bewerber ein, die sich nicht im kleinsten Detail mit den neuesten Kollektionen oder Designern auskennen?
Ja, auf jeden Fall! Die Kollektionen kenne ich ja auch nicht auswendig. Das Interesse für unsere Marken und deren Kosmos ist wichtig, um sich immer wieder zu inspirieren. Dann weiß man auch, wie man eine Verbindung zwischen unseren Marken und denen der Kunden schafft. Auch die Tools unseres Jobs kann man im Prinzip lernen. Aber Leidenschaft für die Marken – das ist eine Grundvoraussetzung. Ob die vorhanden ist, merkt man im Bewerbungsgespräch schnell.

Du selbst bist ja jetzt schon seit einigen Jahren bei Condé Nast und hast in der Zeit bestimmt schon viel erlebt. Was war dein absolutes Highlight?
Oje, das ist schwer. Ich glaube am tollsten ist es, zu sehen, was für eine Faszination unsere Marken auf die Leser und Fans ausüben. Man merkt das zum Beispiel bei unseren VOGUE-Events rund um die Fashion Week. Da kommen immer wieder Modebegeisterte, die mit unserer Chefredakteurin Christiane Arp Selfies machen wollen und ihr sagen, wie toll sie das finden, was VOGUE macht. Bei AD ist das ähnlich, zum Beispiel beim Design Award, mit dem wir Nachwuchsdesigner fördern. All dieses Engagement geht ja auch weit über das hinaus, was im Heft passiert.

Apropos Highlight: Wie ist es eigentlich, mit Christiane Arp zusammenzuarbeiten?
Toll! Wirklich sehr inspirierend. Christiane Arp ist eine unglaublich kreative Vordenkerin. Sie stellt die Dinge immer wieder in Frage und legt dazu – wenn nötig – auch mal den Finger in die Wunde. Stillstand ist ein Fremdwort für sie. Man kann so viel von ihr lernen.

Hat sich deine Arbeit im Laufe der Jahre denn verändert?
Klar, die hat sich total verändert! Früher waren wir eine Anzeigenabteilung, die klassische Angebote mit den Anzeigenpreisen unserer Magazine verschickt hat. Irgendwann kamen dann Websites und damit digitale Werbemittel hinzu. Da war die Welt noch in Ordnung (lacht). Heute gibt es eine Vielzahl an Produkten, die wir hier im Team vermarkten. Im Mittelpunkt stehen Magazin und Website. Drumherum gibt es aber noch viele Social-Media-Kanäle, Sonderhefte und Events. Alles ist deutlich komplexer geworden. Mir persönlich macht der Job dadurch aber auch jedes Jahr mehr Spaß.

Hört sich an, als wärst du wunschlos glücklich. Oder gibt es vielleicht doch ein Projekt, dass du gern noch umsetzen würdest?
Na klar, ich sehe da noch so viel Potenzial! Ich möchte mich noch weiter darauf konzentrieren, unsere Marken zu ganzen Markenwelten auszubauen. Wir sollten ihre ikonische Kraft noch mehr nutzen, um auch in ganz anderen Geschäftsfeldern erfolgreich zu sein. Ein Beispiel von GQ ist die GQ Bar in Berlin. Vielleicht kommen wir aber auch bald mit einer limitierten VOGUE-Kollektion um die Ecke. Oder wir vermarkten Apartments, die von den Interior-Experten von AD eingerichtet wurden. Toll wäre, wenn Leute in Zukunft bei den Begriffen „VOGUE“ oder „AD“ zwar in erster Linie an das Magazin, aber auch an eine ganze Markenwelt denken“.

Na da bin ich mal gespannt. Viel Erfolg dabei!
Ja, man darf gespannt sein. Vielen Dank!

Digitalbereiche / Technologie

Die wachsende Bedeutung digitaler Angebote im Mediengeschäft und der stetige technologische Wandel erfordern Spezialisten. Diese sind bei uns vor allem im Digitalbereich zu finden. So arbeitet unser Entwicklerteam ständig an der Verbesserung unserer Websites und Apps und programmiert neue Produkte und Lösungen. Andere Teams im Digitalbereich konzipieren Produktinnovationen/-strategien und sind Experten für Suchmaschinen-Optimierung oder Datenanalyse und Datenmanagement.

Sabrina Netzer
Director Digital Sales Strategy & Ad Operations
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Sabrina Netzer - Director Digital Sales Strategy & Ad Operations

"Jeden Tag ein Tausender-Puzzle..."

Meine Güte, man kann ja Ihren Titel kaum aussprechen, wie soll man da erschließen, was Sie tun...?
(Lacht) Ich erklär es Ihnen: Ich habe als Ad-Managerin hier angefangen, was heißt, dass ich mich um die technische Umsetzung der Online-Werbekampagnen gekümmert habe, die Kunden auf unseren Websites und Apps buchen... Meine Leidenschaft ist die Technik, ich bin jemand, der sich reinfuchst in die kompliziertesten Dinge.

Sie machen mir Angst...
Jaja, ich bin eigentlich schon fast ein Technik-Nerd. Seit ich die Leitung des Teams übernommen habe, kümmere ich mich darüber hinaus auch um alles, was mit der Werbeaussteuerung zu tun hat. Also wenn wir zum Beispiel Banner oder Sondernewsletter verkaufen, kümmern wir uns darum, dass das auch technisch alles richtig auf den Websites angezeigt wird.

Sie haben vermutlich Informatik studiert?
(Lacht laut) Nein. Ich bin Autodidaktin und sehr vielseitig interessiert... Alles, worauf ich Lust habe und was mich interessiert, versuche ich zu lernen, so geht’s schon mal los.

Alles aus dem technischen Bereich, nehme ich an?
Nein, das kann wirklich alles sein. Technik klar, aber auch Sport, und ich stricke viel, ich häkle, ich nähe mittlerweile. Mode ist auch mein Hobby.

Das heißt, Sie haben keine formale Ausbildung?
Na ja, ich habe Abitur gemacht und wollte dann Sport studieren, als ehemalige Karate-Leistungssportlerin hätte ich aber nicht damit gerechnet, dass ich die Aufnahmeprüfung versemmle... Dann habe ich erst mal einige Praktika gemacht, bei Eurosport zum Beispiel in der PR-Abteilung.

Dann waren Sie ja gleich in der Medienbranche...
Moment – erst mal bin ich bei Sport Scheck für eine Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau gelandet und hab dann später neben einem Vollzeitjob ein BWL- und Sportmanagementstudium in sechs Semestern durchgezogen. Ich war in der Zeit auch noch bei Eurosport als Volunteer bei der Fußball-WM beschäftigt, das war wohl mein härtestes Jahr. Vier Jobs gleichzeitig, das war anstrengend...

Aber es fehlt da immer noch die Verbindung zu Ihrer aktuellen Jobbeschreibung...
Irgendwann wollte ich eine eigene Website programmieren, für den Sportverein von meinem Vater, und da habe ich mir ein Buch gekauft und es gelernt, ich bin ja, wie gesagt, eher autodidaktisch veranlagt... Danach wusste ich, dass ich zwar wieder was im Medienbereich machen wollte, aber eben am liebsten in der digitalen Technik online. Schließlich landete ich bei ProSieben.de im Ad-Management, für das es damals erst wenige Leute gab.

Verstehe...
Ich bin kein Mensch, der Routine mag. Ich liebe Probleme, das sind für mich immer neue Herausforderungen. Da kann ich mich reinfuchsen, das ist meine Welt...

Und neue Herausforderungen gibt’s hier im Verlag in Ihrer Abteilung täglich...
Na klar. Ich liebe meinen Job, weil man sich im Digitalen hier jeden Tag neu beweisen, neu erfinden muss. Im Digitalen entwickelt sich alles so schnell weiter, also machen wir ständig Pionierarbeit. Gerade im Ad-Management sind wir gefragt, neue technische Herausforderungen – und die gibt es, weil immer neue Werbeformen entwickelt werden – sofort zu lösen.

Was für Herausforderungen sind das denn so konkret?
Bei Condé Nast haben wir einen sehr hohen Anspruch an Werbung auf unseren Websites. Zum einen muss sie sich optisch hochwertig in das Layout der Seiten einfügen, zum anderen müssen natürlich auch die Kundenwünsche optimal erfüllt werden – alles unsere Baustellen. Es ist sehr diffizil. Ich sage immer, meine Arbeit ist wie jeden Tag ein Tausender-Puzzle machen!

Was raten Sie denn jungen Menschen, die sich für so eine Arbeit wie die Ihre interessieren?
Ich würde sagen: Für Leute, die Veränderungen nicht mögen, ist das nix. Gelassenheit gehört dazu, aber auch eine Portion Ehrgeiz, wer Routine im Job haben will, ist hier fehl am Platz.

Sollten es Digital Natives sein?
Er oder sie sollte schon Spaß am digitalen Leben haben und sich auskennen, klar – und zahlenaffin zu sein ist sicher auch nicht verkehrt.

Markus Uhl
Lead Data Scientist
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Markus Uhl - Lead Data Scientist

"Wir sind hier an der vordersten Front des technisch Machbaren."

Kristin Mehner
Entrepreneur in Residence
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Kristin Mehner - Entrepreneur in Residence

"Oft gilt: einfach mal machen und gucken, was dabei rauskommt."

Entrepreneur in Residence – das klingt nach einem spannenden Job. Was verbirgt sich dahinter?
Der Titel soll aussagen, dass ich mich selbst als Unternehmerin im Unternehmen verstehe. Sprich: Ich beschäftige mich mit neuen Geschäftsmodellen in einem bestehenden Unternehmen. Bei Condé Nast geht es darum, neue Erlösmodelle zu entwickeln – und zwar im digitalen Umfeld. Als Entrepreneur in Residence lote ich aus, wo es im Verlag Potenziale dafür gibt. Eigentlich setze ich mich markenübergreifend mit Innovationsthemen auseinander. Aktuell befasse ich mich aber hauptsächlich mit der GLAMOUR App und den E-Commerce-Konzepten, die sich daraus für die Marke entwickeln lassen.

Das hört sich ja nach einem abwechslungsreichen Job an…
Ja, er ist wirklich sehr vielfältig. Auch wenn ich mich vor allem auf die GLAMOUR App fokussiere, kann man dieses Projekt wie ein eigenes Start-up sehen. Es gibt ganz viele Themen, um die ich mich kümmern muss: Ich habe ein Budget, mit dem ich wirtschaften muss, stimme mich mit Anwälten zum Thema Datenschutz ab, schreibe Konzepte und erstelle Layouts, gebe Ideen an Entwickler und Agenturen zur technischen Umsetzung weiter, teste Prototypen und arbeite auch an den Marketingplänen für unsere Produkte mit.

Nicht schlecht! Was muss man dafür können?
Also, man sollte eher Generalist sein als Spezialist. Ich bin es zumindest. Ich habe Wirtschaft studiert und bin dann so in das Internet hineingerutscht (lacht). Soll heißen, ich habe mir über die Zeit viel Wissen über Onlinemarketing oder auch Webentwicklung und -design angeeignet. Auch ist es hilfreich, wenn man Organisationstalent mitbringt und den Willen, dazuzulernen. Und man sollte sich auch mal etwas trauen. In meinem Job bin ich in einer Experimentierrolle. Oft gilt: einfach mal machen und gucken, was dabei rauskommt.

Ganz so einfach ist es wahrscheinlich nicht. Habt ihr nicht auch bewährte Methoden oder Tools, um App & Co. weiterzuentwickeln?
Wenn es um Ideenfindung oder ein neues Konzept geht, dann setzen wir im Team meist auf Design Thinking als Innovationsmethodik. Dieser Ansatz fokussiert sich sehr auf den Konsumenten und seine Bedürfnisse. Man fragt sich: Was hat der Konsument für Wünsche und wie können wir diesen begegnen? Design Thinking bündelt verschiedene Methoden, um diese Fragen zu beantworten: von Interviews mit Nutzern bis hin zu Workshops. Man sammelt Ideen zur Problemlösung und priorisiert sie. Dann trifft man eine Auswahl, aus denen man erste Prototypen baut. Es ist eine tolle Herangehensweise, um das Team kreativ werden zu lassen.

Apropos Team: App-Development klingt ja nach einem eher männerdominierten Feld…
Wenn es wirklich um die reine Softwareentwicklung geht, habe ich tatsächlich nur mit Männern zu tun. Da prallen oft Welten aufeinander. Die Entwickler haben schon ihre ganz eigene Sprache, die man kaum versteht. Da muss ich mich manchmal etwas annähern. Es entdecken aber auch immer mehr Frauen diesen Bereich für sich. Das sieht man bei Veranstaltungen und auch an den vielen Digital-Initiativen.

Und wie setzt sich dein Team sonst zusammen?
Meine Rolle ist im Organigramm zwar im Digitalbereich angesiedelt, gehört aber zu keinem Team. Ich bin also eher auf mich allein gestellt, was manchmal eine Herausforderung ist. Dafür kann ich meine Aufgaben selbst definieren, da habe ich viel Freiheit. Zu den Personen, mit denen ich aber regelmäßig zusammenarbeite, gehören unsere beiden Digitalchefs. Außerdem tausche ich mich häufig mit Projektmanagern im Haus sowie mit Agenturen aus. Und wenn es um das Thema GLAMOUR Shopping Week geht, gibt es natürlich einen engen Austausch mit der Marketing-Abteilung von GLAMOUR.

Stimmt, am Erfolg der GLAMOUR Shopping Week bist du mit der App ja auch beteiligt. Mit jeder Aktionswoche steigen die Zahl der teilnehmenden Shops und auch die der Shopping-Card-Nutzer an. Ist da überhaupt noch Luft nach oben?
Also Ziele kann man ja immer höher setzen (lacht). Wir glauben, dass noch viele Mode- und Shopping-Begeisterte da draußen sind, die wir mit dem Thema noch nicht erreicht haben. So wie wir die GLAMOUR Shopping-Week-Rabatte inzwischen auch für Männer anbieten, lassen sich noch weitere Zielgruppen erschließen. Da spielen zum Beispiel ländliche Gegenden eine große Rolle. Abseits der Großstädte gibt es ja meist nur online die Chance, teilzunehmen. Hier gibt es meiner Meinung nach noch ganz viel Potenzial nach oben.

Nun ist Condé Nast ja vor allem für die Print-Magazine bekannt. Blätterst du auch mal oder klickst du nur?
Ich genieße es schon, immer wieder mal vom Bildschirm wegzukommen. Wenn ich nicht am Laptop bin, dann am Handy oder Tablet. Das ist für mich oft auch zu viel des Guten. Dann lese ich gerne auch mal ein physisches Buch oder eine unserer Zeitschriften. Ich mag – wen überrascht es - vor allem unser Innovationsmagazin WIRED (lacht).

Gibt es etwas, dass dir an der Arbeit bei Condé Nast besonders gut gefällt?
Jeder hat hier ein besonderes Verständnis für Qualität. Und zwar sowohl was das Design als auch die Inhalte betrifft. Damit werden gewisse Maßstäbe gesetzt, die einen täglich herausfordern. Außerdem hat das Haus sehr starke Marken, die es über Jahrzehnte aufgebaut hat und die sehr gut positioniert sind. Das gibt einem die Möglichkeit, sich bei der Arbeit auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Na dann weiterhin viel Spaß und Erfolg dabei!
Vielen Dank.

Gert Kauntz
Chief Creative Technologist
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Gert Kauntz - Chief Creative Technologist

"Ich habe im Verlag noch niemanden getroffen, der nicht für Digitalthemen aufgeschlossen ist"

Du bist Chief Creative Technologist – hört sich fast so an, als würdest du ein Grafik- oder Designteam leiten. Was verbirgt sich hinter dem Titel?
Meine Rolle hat tatsächlich einen starken kreativen Aspekt. Zwar steht das Technische im Vordergrund, aber wir befassen uns im Team auch viel mit den Themen Produkt-Konzeption und -Design. Schnelligkeit und Innovationen spielen im Digitalen eine große Rolle, dafür ist oft Kreativität gefragt. Das technische Know-how braucht man, um neue Ideen auch umsetzen zu können.

Was für Aufgaben gehören bei euch zum „daily business“?
Dadurch, dass wir als zentrales Team digitale Produkte für alle Condé-Nast-Marken entwickeln, sind wir in viele Themen involviert. Eine meiner wichtigsten Aufgaben ist es, die Projekte und Timelines meines Teams im Auge zu behalten: Wo stehen wir gerade? Wie kann ich unterstützen, wenn irgendwo Not am Mann ist? Wie verteilen wir die Ressourcen? Zusammen mit unserem Audience Development Team überlege ich: Wie können wir mehr Traffic auf unsere Webseiten bringen? Welche neuen Möglichkeiten oder Technologien könnten wir für die Marken nutzen? Sprachassistenten wie Amazon Alexa zum Beispiel…

Und ganz nebenbei bloggt ihr noch? Stichwort: Condé Nast Tech Blog…
Ja tatsächlich. Den Tech Blog haben wir ins Leben gerufen, um dem Team die Möglichkeit zu geben, Erfolge, aber auch knifflige Probleme aus ihrem Arbeitsalltag mit anderen Tech-Experten zu teilen. So kann man sich auch mal mit Entwicklern außerhalb von Condé Nast austauschen. Als wir uns zum Beispiel das erste Mal mit AMP (Accelerated Mobile Pages) von Google beschäftigt haben, konnten wir dort unsere Erfahrungen teilen: Wie sind wir das Thema angegangen? Was lief gut, was nicht? Leider kommen wir im Arbeitsalltag selten dazu, einen Beitrag zu verfassen. Aber es ist ein spannendes Nebenbei-Projekt und auch eine Tech-Spielwiese für uns. Zum Beispiel für unser CMS-System oder neue Quiz-Tools.

Apropos Spielwiese: Wenn dein Team eine Fußballmannschaft wäre, was wäre deine Position?
Wahrscheinlich die des Torwarts. Ich halte meinem Team den Rücken frei, den Kasten sauber und treibe sie – wenn es sein muss – auch hin und wieder etwas an (lacht).

Was war denn bisher dein absolutes Lieblingsprojekt?
Oh, auf jeden Fall VOGUEmail – das ist mein Herzensprojekt. Ob Yahoo, GMX, Web.de oder Gmail – alle Web-Clients sind unglaublich unemotional. Das hat mich schon immer gestört. Die überbieten sich an Funktionalitäten und Speicherplatz. Aber was sie nicht können: Spaß machen. Das wollte ich ändern. Mit VOGUEmail haben wir dann einen schönen Web-Client entwickelt, der auf Frauen mit Stil ausgerichtet ist. Es war eine etwas verrückte Idee. Soweit ich weiß, hat kein anderer Verlag jemals auf Basis einer seiner Marken einen Freemail-Service auf die Beine gestellt. Ich bin sehr dankbar, dass man hier die Freiheit hat, auch solchen Ideen nachzugehen, wenn sie Potenzial haben. Das ist nicht selbstverständlich.

Wie viel Fashion- und Beauty-Know-how brauchst du eigentlich, um bei solchen Themen mit den Redaktionen mithalten zu können?
Also ich bin definitiv kein Fashion- und Beauty-Experte (lacht). Aber es ist schon so, dass man hier und da nach und nach die Basics aufschnappt. Plötzlich weiß auch ich, was der Unterschied zwischen Ombré- und Balayage-Haaren ist – auch, wenn Hair-Styling nicht wirklich das Interessensgebiet von mir und meinem Team ist (lacht). Wichtig ist aber, dass wir ein gutes Gespür für die individuelle Ästhetik unserer Marken haben, weil das für das Interface-Design unserer Digital-Produkte von großer Bedeutung ist.

Was muss man denn mitbringen, um Teil deines Teams zu werden?
Für mich ist Motivation und die richtige innere Einstellung besonders wichtig – viel wichtiger als die offensichtliche Qualifikation und Berufserfahrung. Es kann auch jemand sein, der erst seit einem Jahr im Tech-Business ist, aber eben Lust auf neue Technologien und die eigene Weiterentwicklung hat. Dass zum Beispiel auch der klassische PHP-Entwickler außerhalb der Kerntechnologie mal versucht, einen Skill für Amazon Alexa zu entwickeln oder bei der Entwicklung von neuen Features für die GLAMOUR App mitmacht. Und ich suche Leute, die gerne aktiv mitdenken, vor allem wie man von technischer Seite aus das ganze Publishing Business weiterentwickeln kann. Dafür sollte man auch mal etwas wagen.

Als du damals hier angefangen hast: Was war die größte Umstellung für dich?
Vor Condé Nast habe ich in einer reinen Internetfirma und davor bei einem Online-Nachrichtenportal gearbeitet. Hier im Verlag musste ich mich zunächst daran gewöhnen, eine Art Berater-Rolle einzunehmen, um zum Beispiel bei den Print-Kollegen Verständnis und digitales Know-how aufzubauen. Was mich dabei bis heute begeistert: Noch habe ich niemanden im Verlag getroffen, der dafür nicht aufgeschlossen ist. Alle Kollegen stehen Digitaltrends und neuen Entwicklungen offen gegenüber. Auch den Print-Kollegen ist bewusst, dass Digital nicht mehr nur ein Anhängsel ist und hier im Verlag nun eine große Rolle spielt.

Was sollten wir sonst noch über dich und dein Team wissen: Gibt es Anekdoten oder Rituale?
Kennst du unser Freitags-Ritual? Da starten wir ab 17 Uhr mit einem Bierchen ins Wochenende. Wir treffen uns auf der Couch, trinken, reden und lassen die Woche gemeinsam ausklingen. Bei schönem Wetter auch oft auf der Dachterrasse. Da kann übrigens jeder aus dem Haus gerne vorbeischauen…

Vielen Dank, ich komme vorbei…
Wunderbar. Danke auch und bis dann!

Zentrale Bereiche

Hier stellen wir alle Zentral- und Servicebereiche vor, die für den reibungslosen Ablauf in unserer Organisation sehr wichtig sind. Dazu zählen zum Beispiel der Vertrieb, der die Verkäufe unserer Magazine und digitalen Produkte verantwortet, oder die Herstellung, die alle Produktions- und Druckprozesse steuert. Weitere zentrale Abteilungen sind die Unternehmenskommunikation, der verlagsinterne IT-Support, die Personalabteilung, Finanzbuchhaltung oder Controlling und natürlich der House-Service, der für das Facility-Management zuständig ist. Lernen Sie einige Kollegen aus diesem Bereich kennen.

Dr. Judith Suwald
IT-Administration kaufmännische Systeme & Support
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Dr. Judith Suwald - IT-Administration kaufmännische Systeme & Support

"Ich liebe es, mit organisatorischen und technischen Problemen meinen Kopf herauszufordern."

Als kaufmännische Administratorin kümmern Sie sich in der IT-Abteilung von Condé Nast auch um das liebe Geld...
Indirekt richtig: Ich beschäftige mich mit Zahlen und Technik. Also fast jeder, der im Verlag Geld ausgibt oder einnimmt, muss das in irgendeiner Form in unserem Buchhaltungssystem hinterlegen. Ich kümmere mich darum, dass all das technisch funktioniert und die Schnittstellen zwischen den einzelnen Systemen laufen.
 
Können Sie einmal ein kleines Beispiel nennen, damit auch ein Laie sich etwas darunter vorstellen kann?
Na klar: Wenn jemand in einer Redaktion ein Thema plant, dann muss er die Eckdaten für die Produktion –Seitenpreis, Honorare für zum Beispiel freie Autoren, Kosten für Bilder etc. – kalkulieren und in unser Buchhaltungssystem eingeben. Da das recht komplex ist, helfe ich, wenn es hierbei Schwierigkeiten gibt.

Wieso kennen Sie sich so gut aus?
Ich habe mich jahrelang beim Hanser Verlag mit der Thematik beschäftigt und auch viele kaufmännische Auswertungen gemacht. Ich muss aber zugeben, dass mir Condé Nast schon während dieser Zeit aufgefallen ist – spätestens seit der ersten Ausgabe von myself in 2005, die fand ich auf Anhieb toll. Seitdem habe ich immer mal geschaut, ob eine passende Stelle frei ist...

Auf die Sie sich dann klassisch beworben haben?
Nein, ich bin angesprochen worden, von einer Personalagentur. Das war keine schwierige Entscheidung: Mich hat es gereizt, als kaufmännischer Administrator auch mal in einem internationalen Unternehmen zu arbeiten.

Haben sich Ihre Erwartungen bislang erfüllt?
Oh ja, es ist doch chic, Kollegen in New York oder Shanghai zu haben (lacht). Außerdem sind die Marken und Produkte Spitzenklasse, hier wird auf einem sehr hohen Niveau gearbeitet – aber auch mit Freude und Herzblut. Überhaupt die Arbeit mit Menschen, das mag ich sehr.

Worin besteht denn Ihre größte Herausforderung im neuen Job?
Manchmal  muss es schnell gehen, die Kollegen rufen an und brauchen zeitnahe Lösungen. Da kommt schon mal Zeitdruck auf. Im Fachzeitschriftenverlag war das nie ganz so eilig.

Stresst Sie so was?
Im Gegenteil: Mit organisatorischen und technischen Problemen meinen Kopf ständig herauszufordern, das liebe ich. Wenn etwas in einer Programmierung nicht klappt, gebe ich keine Ruhe, bis ich weiß, woran das liegt.

Sie arbeiten ja nicht nur für eine Marke, sondern für ganz Condé Nast ...
Und ich freue mich jeden Monat auf die neuen Ausgaben, ich könnte nun gar nicht mehr sagen, welches Magazin mir das liebste ist.

Können Sie sagen, welche Fähigkeiten man für Ihren Job mitbringen muss?
Das Wichtigste ist Freundlichkeit und Respekt im Umgang mit den Kollegen – nicht jeder ist technisch versiert, da muss man verständlich und geduldig erklären können.

Was ist mit der Ausbildung?
Grundvoraussetzung sollte ein kaufmännischer Hintergrund sein und eine hohe Affinität zu technischen Zusammenhängen. Umgekehrt ist es schwieriger: Techniker tun sich manchmal schwer, die kaufmännischen Zusammenhänge zu verstehen ...

Kommen Sie denn eher von der Technik?
Nein, überhaupt nicht (lacht). Ehrlich gesagt: Zu diesem Job bin ich wie die Jungfrau zum Kind gekommen, um es mal salopp zu sagen.

Jetzt machen Sie uns neugierig ...
Na ja, ich habe eine kaufmännische Ausbildung gemacht und dann Sinologie studiert.

Fachchinesisch!!! (Pause) Entschuldigung ...
Kein Problem (lacht). Und da ich ein wenig zu alt war, um mich nach meiner Promotion noch an der Uni zu habilitieren, bin ich im Hanser Verlag eingestiegen, zunächst im redaktionellen Bereich. Das mit der Technik und dem verlagsspezifischen Background habe ich mir dann angeeignet, weil es kein anderer machen wollte ...

Aber mal ehrlich: Sie würden niemandem raten, erst mal Sinologie zu studieren, um dann in einem Verlag  kaufmännischer Administrator zu werden?
Geschadet hat es aber auch nicht (lacht). Nein, ich würde jedem eine solide Berufsausbildung empfehlen. Studieren kann man hinterher ja immer noch. Das hat viele Vorteile.

Welche zum Beispiel?
Niemand kann einem mangelnde Berufserfahrung vorwerfen und in ein Praktikum schieben. Ich würde auch jedem ohne IT-Hintergrund dazu raten, technische Schulungen zur Administration zu machen. Jeder Arbeitgeber ist froh, wenn sich jemand in genau diese komplizierten Zusammenhänge „hineinfrickelt“.
Karin Baumsteiger
Circulation Manager Newstrade
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Karin Baumsteiger - Circulation Manager Newstrade

"Vertrieb ist schon etwas Spezielles..."

Die wenigsten Menschen können sich vorstellen, was man als Circulation Manager Newstrade macht...
Also: Was könnte es sein?

Wir reden über: Vertrieb! Und da habe ich doch gleich einen schlauen Satz parat, den ich mal gelesen habe und der angeblich alles zusammenfasst: Der Vertrieb ist dafür zuständig, den organisatorischen Rahmen zur Verfügung zu stellen, so dass Magazine optimal am Markt erhältlich sind...

Das klingt ein wenig kompliziert...
Ja, ja, Vertrieb ist schon etwas Spezielles... (Lacht) In erster Linie geht es um möglichst effektive und kreative Wege, unsere Magazine am Kiosk, am sogenannten point of sale, vom Konkurrenzumfeld abzuheben. Unser Job ist es, zu kalkulieren, wie viele Hefte gedruckt und wie sie optimal im Markt verteilt werden. Dazu stehen wir in engem Kontakt mit den Pressegrossisten. Das sind sozusagen die Mittler zwischen Verlag und Einzelhandel – Zwischenhändler, wenn man so möchte. Wir sprechen mit den Grossisten darüber, in welchen Regionen und Verkaufsstellen wir vertreten sein wollen. Und wir analysieren jede einzelne Ausgabe und kalkulieren die Druckauflagen der kommenden Hefte – alles in allem ein ziemlich vielschichtiger Bereich.

Ist das eine schwierige Aufgabe?
Einerseits ja, weil es wahnsinnig viele Magazine auf dem Markt gibt. Andererseits heben sich unsere Produkte qualitativ vom Großteil unserer Konkurrenten ab.

Und du bestimmst auch, ob Hefte als Bordexemplare in Flugzeugen oder Hotels ausliegen...
Ja, das gehört auch dazu. Wobei wir das bei Condé Nast nur sehr gezielt einsetzen. Wir achten zum Beispiel sehr darauf, dass wir keine großen Remittenden-Mengen generieren.

Remittenden sind die nicht verkauften Exemplare, die vom Einzelhändler an den Verlag zurückgeschickt werden, richtig?
Genau. Wir wollen unsere hochwertigen Hefte ja auf keinen Fall verramschen, indem sie überall umsonst herumliegen – das passt nicht zum Anspruch des Hauses. Zum Glück sieht man das beim Händler genauso.

Inwiefern?
Die Grossisten und Händler wissen, dass es sich bei den Titeln des Condé Nast Verlags ausschließlich um hochwertige Produkte handelt. Da passiert es fast nie, dass wir am Kiosk in den Regalen falsch platziert werden.

Auch für die Chefredakteure des Verlages bist du ein wichtiger Gesprächspartner, hörte ich...
Ja, das ist richtig. (Lacht) Wir kalkulieren nicht nur eine aktuelle Druckauflage, sondern machen auch Hochrechnungen für den aktuellen Einzelverkauf: Wie stehen unsere Titel im Markt? Klar, dass da der eine oder andere Chefredakteur schon mal bei uns anruft und wissen will, was sein Heft gerade am Kiosk macht...

Nun verstehe ich, was du machst – aber wie kommt man denn dazu?
In meinem Fall ist das lustig und durchaus ungewöhnlich. Als ich 19 war, hatte ich immer eine VOGUE in der Tasche, habe sogar die Anzeigen darin ausgeschnitten, die ich besonders schön fand... Es lag also nahe, dass ich eine Schneiderlehre gemacht habe...

Im Ernst?
Ja, durchaus. Ich bin gelernte Schneiderin. Ich habe aber auch noch eine kaufmännische Ausbildung.

Trotzdem nicht ganz naheliegend, diese Karriere...
Stimmt. Ich habe eher zufällig bei einem Pressegrossisten im Vertrieb angefangen. Zehn Jahre habe ich das gemacht, bis ich dann vom Condé Nast Verlag ein Angebot erhielt. Hier wurde gerade eine Stelle frei. Und da ich beim Grossisten schon für die VOGUE zuständig war, passte das perfekt. Ich kenne mich in der Branche aus, man könnte sagen: Jetzt bin ich da, wo ich sowieso schon immer hinwollte. Anzeigen schneide ich heute aber keine mehr aus...

Du bist ja schon seit 2008 bei Condé Nast. Hat sich die Arbeit im Vertrieb im Laufe der Zeit denn wesentlich verändert?   
Ja, auf jeden Fall. Meine Arbeit ist heute viel komplexer. Im Laufe der Jahre ist die Zusammenarbeit mit den Sales-, Marketing und Redaktionsteams immer wichtiger geworden. Ich würde sogar sagen, der klassische Vertrieb ist heute eine Kombination aus Vertrieb, Marketing am point of sale und Direktmarketing. Vor allem wenn wir die Hefte mit Extras ausstatten, erfordert das eine genaue Planung der Auslieferung, Platzierung im Handel und ein gezieltes Marketing. Ich finde das super, dass macht die Vertriebsarbeit noch viel spannender.

Die Preisfrage für potenzielle Interessenten: Was muss man in deinem Job können, welche Fähigkeiten mitbringen?
Ein gutes Zahlenverständnis wäre eine Voraussetzung. Dann Flexibilität, man muss im Vertrieb spontan auf Entwicklungen reagieren können. Wobei man sich auch darüber im Klaren sein sollte, dass wir über sehr strukturiertes Arbeiten sprechen – Routine gehört dazu. Wer sich in diesem Beruf nicht perfekt organisiert, hat es schwer.

Christian Tiede
Controller
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Christian Tiede - Controller

"Wir lassen es uns etwas kosten, Geld zu machen ..."

Controller. Da steckt der Schrecken ja schon in der Berufsbezeichnung ...
Keine Angst, das ist nur das Wort, das etwas furchteinflößend klingt. Genau genommen mache ich im Verlag kein pures Controlling, sondern vielmehr alles, was im Finanzbereich anfällt.

Das da wäre?
In unserer Abteilung erstellen wir die Monatsabschlüsse und -berichte. Darin sehen wir, wie wir finanziell dastehen – sowohl bei jeder einzelnen Marke als auch im gesamten Verlag. In diesen Berichten wird zum Beispiel dargestellt, wie das Ergebnis eines Hefts lautet, wie viele Kosten entstanden sind oder wie es um die Overhead-Kosten des gesamten Verlags steht.

Also geht es dabei vor allem um die absoluten Zahlen?
Nein, nein – wir kommentieren das Ergebnis natürlich auch. Allein sagen die Zahlen ja wenig aus. Wir stellen klar, warum die Abschlüsse so sind, warum die Kosten in einem Fall so hoch, die Erträge in einem anderen Fall unter den Erwartungen liegen – das kann ja immer plausible, aber nicht auf den ersten Blick erkennbare Gründe haben. Deshalb werden die Zahlen von uns stets sehr ausführlich und dezidiert erläutert.

Worin besteht die besondere Herausforderung in Ihrem Job?
Natürlich existiert ein gewisser zeitlicher Druck, das ist das eine. Es ist ja von existenzieller Bedeutung, dass der Verlag in jedem Monat vollkommen transparent darstellt, wie leistungsfähig er ist – und womöglich in naher Zukunft sein wird. Und zum anderen muss alles korrekt und sauber dargestellt werden.

Keine Arbeit für kreative Kröpfe ...
Die brauchen wir bei Condé Nast natürlich auch, aber die sind an anderen Stellen besser aufgehoben. (Lacht)


Werden Sie eigentlich von den Redaktionen als Partner oder als Gegner wahrgenommen, der den Rotstift ansetzt?
Ach, das ist bei Condé Nast kein Problem. Wir finden meistens einen harmonischen Mittelweg zwischen den kreativen und den kaufmännischen Erfordernissen unserer Arbeit. Wir sind schließlich alle in einem Unternehmen beschäftigt, das sich der Qualität verschrieben hat. Um es salopp auszudrücken: Wir lassen es uns etwas kosten, Geld zu machen ...

Ist das wichtiger, als über die handelsüblichen Talente eines Betriebswirts zu verfügen?
Das muss man trennen: Für den Job an sich muss man natürlich analytische Fähigkeiten und Spaß am Umgang mit Zahlen mitbringen. Darüber hinaus, da gebe ich Ihnen recht, geht es nicht ohne ein Gespür dafür, was der Verlag eigentlich macht: hochwertige journalistische Produkte. Das bedeutet, dass man hier in speziellen Situationen auch ein Verständnis dafür hat, wenn mal eine Zahl nicht den Erwartungen entspricht.

Haben Sie Betriebswirtschaft studiert?
Richtig, ich habe für meinen Bereich den klassischen Weg beschritten: Nach dem Abitur habe ich bei einer Versicherung eine kaufmännische Ausbildung gemacht, danach in Augsburg ein BWL-Studium absolviert.

Wie sind Sie dann zu Condé Nast gekommen?
Ich war in einer Wirtschaftsprüfung tätig und habe in diesem Rahmen den Condé Nast Verlag geprüft. Ich wusste also, was mich hier erwartete – und freute mich drauf. Das ist natürlich keine so trockene Materie wie in einer Wirtschaftsprüfung.

Was würden Sie potenziellen Bewerbern mit auf den Weg geben?
Die Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Produkt und generell mit dem Verlag ist hier ungewöhnlich hoch. Deshalb ist es wichtig für potenzielle Bewerber im Controlling, dass sie sich nicht nur mit Zahlen und Bilanzen auskennen, sondern auch über soziale Kompetenzen verfügen und sich gerne mit den Marken und Werten des Verlags auseinandersetzen. 

Lilian Ingenkamp
Redakteurin im Style-Ressort von AD
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Lilian Ingenkamp

Redakteurin im Style-Ressort von AD

Sie sind ein echtes „Condé-Nast-Gewächs“?
Stimmt, ich bin wirklich schon lange im Verlag – seitdem ich 19 Jahre alt bin. Allerdings nicht immer im selben Job, keine Angst...

Wie haben Sie das denn in so jungen Jahren schon bewerkstelligt?
Ich habe mich nach dem Abitur für ein Praktikum im Korrespondenzbüro in Paris beworben – mit Erfolg! Das ging ziemlich schnell, kaum war die Bewerbung raus, war ich auch schon in Frankreich...

Und dann sind Sie geblieben?
Nach dem sechsmonatigen Praktikum bin ich wieder zurück nach München gegangen und habe drei Jahre lang Modejournalismus und Medienkommunikation studiert. Währenddessen habe ich aber auch immer wieder für Condé Nast gearbeitet, als Werkstudentin in der GLAMOUR-Redaktion, hauptsächlich in der Moderequisite, und dann im Digitalbereich für Condé Net, wie es damals noch hieß.

Sie scheinen ja früh eine „Liebesbeziehung“ zu Condé Nast aufgebaut zu haben... Wie kam es dazu?
Ich fand es spannend, was sich bei Condé Nast tut. Als ich nach meinem Studium als Onlinevolontärin bei VOGUE fest anfing, wurde gerade die erste iPad-App gelauncht – das war für mich total interessant, weil ganz neu, ich konnte gleich sehr viel mitarbeiten und eigene Ideen umsetzen. So „mittendrin“ hätte ich an anderer Stelle wohl kaum einsteigen können.

Nun sind Sie Textredakteurin bei AD, die als journalistische Instanz in der internationalen Design- und Architekturszene gilt. Von der Mode zum Design und zur Architektur, von Online zu Print...
(Lacht) Ich wollte neue Sachen entdecken – und an Design bin ich schon lange interessiert. AD ist nun mal die erste Adresse, wenn es um Interior Design, Kultur und Architektur auf internationalem Niveau geht.

Ich kann mir vorstellen, dass Sie beim Vorstellungsgespräch gefragt worden sind...
...was wollen Sie hier? Klar. (Lacht laut) Ich selbst habe den Themenwechsel jedoch gar nicht als so abwegig empfunden, ich dachte: Natürlich will ich dahin, AD ist schließlich eine tolle Marke!

Was machen Sie jetzt genau in der Redaktion?
Ich bin Redakteurin im Style-Ressort von AD. Meine Kollegen und ich sind immer auf der Suche nach neuen, besonderen Design-Highlights, besuchen die internationalen Möbelmessen, führen Interviews, verfassen Artikel und organisieren Fotoproduktionen.

Das heißt, dass Sie neben den kreativen auch gewisse organisatorische Fähigkeiten mitbringen müssen?
Genau. Für die Fotostrecken, die wir in Deutschland shooten, müssen Möbel und Produkte aus der ganzen Welt nach München geschafft werden, zum Teil fotografieren wir auch in Berlin. Manchmal ist so eine Produktion wie ein kleiner Umzug – mit dem Unterschied, dass nach dem Shooting alles wieder zurückgeschickt werden muss.

Zu Ihren Aufgaben gehört auch das Schreiben von Artikeln?
Ja, das ist sehr abwechslungsreich und vielschichtig. Wir führen Interviews mit international renommierten Designern, Künstlern und Kreativen...

Die Kür Ihrer Arbeit, nehme ich an?
Sicher, die Treffen mit interessanten Persönlichkeiten aus meiner Branche sind natürlich Highlights. Neulich habe ich den Designer Jacob Gubi in Kopenhagen getroffen, er hat dort gerade ein neues Restaurant ausgestattet – das war ein tolles, entspanntes Gespräch.

Zeigen Sie uns doch mal den Königsweg in eine Redaktion wie AD auf, was muss man für ein Mensch sein, wenn man hier glücklich werden will?
Die auffälligste Gemeinsamkeit in unserer Redaktion ist sicher, dass jeder über ein sehr ausgeprägtes Bewusstsein für Stil, Design und Ästhetik verfügt. Für mich sind wir ein perfektes Team – fachlich wie menschlich.

Wenn man in dieses Team möchte, braucht man...
Zunächst eine gute journalistische Ausbildung denke ich. Natürlich wäre ein Kunst- oder Architekturstudium auch sinnvoll. Das Handwerk ist schon wichtig. Und Neugier natürlich!

Max Walbersdorf
Online-Redakteur GQ und GQ STYLE
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Max Walbersdorf

Online-Redakteur GQ und GQ STYLE

Andrea Vollmer-Hess
Bildredakteurin bei VOGUE und Syndication Manager für Condé Nast Deutschland
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Andrea Vollmer-Hess

Bildredakteurin bei VOGUE und Syndication Manager für Condé Nast Deutschland

Andrea Ketterer
Chefredakteurin GLAMOUR
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Andrea Ketterer

Chefredakteurin GLAMOUR

Andrea Latten
Brand Director VOGUE & AD
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Andrea Latten

Brand Director VOGUE & AD

In einem Satz: Was machst du für den Condé Nast Verlag?
Ich bin in erster Linie für die Erstellung von Vermarktungskonzepten für VOGUE & AD zuständig, befasse mich aber auch mit neuen Erlösansätzen für beide Marken. Dazu gehören Events, mit denen wir unsere Marken erlebbar machen, wie zum Beispiel die „VOGUE loves“-Shopping-Events oder Konferenzen wie der AD Design Summit.

Nehmen wir mal an, für VOGUE soll ein ganz neues Event-Format entstehen. Welche Aufgaben kommen dann auf dich und dein Team zu?
An der Entwicklung des Formats sind mehrere Teams beteiligt: Redaktion, Marketing und natürlich wir im Brand Sales Team. Wir bringen das Konzept dann für unsere Werbekunden zu Papier und entwickeln Ansätze, wie sie mit ihrer Marke dabei sein können. Sprich: Wir kümmern uns darum, das Event zu finanzieren. Dann erst legen wir los, so ein Projekt auch umzusetzen.

Was ist dabei die größte Herausforderung?
Die größte Herausforderung ist es, die Interessen aller Beteiligten zu verbinden, ihren kreativen Input auf den Punkt zu bringen und dann noch für Außenstehende abzubilden.

Und wer unterstützt dich dabei?
Im Brand Sales sind wir sieben Personen, vom Junior Brand Manager bis zum Brand Director. Im Grunde ergeben sich aber Schnittstellen mit fast allen Abteilungen. Besonders eng arbeiten wir mit dem Marketing, den Redaktionen, der Produktion und den Sales Teams zusammen, Print wie Digital. Aber auch mit der PR, gerade wenn es um Events geht. Unser Aufgabenfeld ist so breit, dass wir fast überall involviert sind. Wie sagt man nochmal? Ah ja, die eierlegende Wollmilchsau – aber im positiven Sinn (lacht).  

Verstehe, bei euch sollte man also ein Multitalent sein. Gibt es trotzdem Fähigkeiten, die für die Arbeit in deinem Team besonders wichtig sind?
Auf jeden Fall Flexibilität. Zum einen, da unser Aufgabenfeld so vielfältig ist, zum anderen, da sich die Medienbranche ständig weiterentwickelt. Hier ist so vieles in Bewegung. Neugier, Offenheit und ein gewisses Gefühl für Zeitgeist sind auch wichtige Eigenschaften, wenn man für Marken wie VOGUE und AD arbeitet. Wir beobachten ständig, was da draußen passiert und was wir tun können, um aktuelle Trends einzufangen und daraus schließlich neue, geeignete Markenplattformen zu schaffen. Natürlich sollte man sich schon auch für Mode- und Designthemen interessieren. Sonst fällt es schwer, in Terminen mit den Redaktionen zu diskutieren und Ideen zu entwickeln, die wirklich zu unseren Marken passen.

Du stellst also auch Bewerber ein, die sich nicht im kleinsten Detail mit den neuesten Kollektionen oder Designern auskennen?
Ja, auf jeden Fall! Die Kollektionen kenne ich ja auch nicht auswendig. Das Interesse für unsere Marken und deren Kosmos ist wichtig, um sich immer wieder zu inspirieren. Dann weiß man auch, wie man eine Verbindung zwischen unseren Marken und denen der Kunden schafft. Auch die Tools unseres Jobs kann man im Prinzip lernen. Aber Leidenschaft für die Marken – das ist eine Grundvoraussetzung. Ob die vorhanden ist, merkt man im Bewerbungsgespräch schnell.

Du selbst bist ja jetzt schon seit einigen Jahren bei Condé Nast und hast in der Zeit bestimmt schon viel erlebt. Was war dein absolutes Highlight?
Oje, das ist schwer. Ich glaube am tollsten ist es, zu sehen, was für eine Faszination unsere Marken auf die Leser und Fans ausüben. Man merkt das zum Beispiel bei unseren VOGUE-Events rund um die Fashion Week. Da kommen immer wieder Modebegeisterte, die mit unserer Chefredakteurin Christiane Arp Selfies machen wollen und ihr sagen, wie toll sie das finden, was VOGUE macht. Bei AD ist das ähnlich, zum Beispiel beim Design Award, mit dem wir Nachwuchsdesigner fördern. All dieses Engagement geht ja auch weit über das hinaus, was im Heft passiert.

Apropos Highlight: Wie ist es eigentlich, mit Christiane Arp zusammenzuarbeiten?
Toll! Wirklich sehr inspirierend. Christiane Arp ist eine unglaublich kreative Vordenkerin. Sie stellt die Dinge immer wieder in Frage und legt dazu – wenn nötig – auch mal den Finger in die Wunde. Stillstand ist ein Fremdwort für sie. Man kann so viel von ihr lernen.

Hat sich deine Arbeit im Laufe der Jahre denn verändert?
Klar, die hat sich total verändert! Früher waren wir eine Anzeigenabteilung, die klassische Angebote mit den Anzeigenpreisen unserer Magazine verschickt hat. Irgendwann kamen dann Websites und damit digitale Werbemittel hinzu. Da war die Welt noch in Ordnung (lacht). Heute gibt es eine Vielzahl an Produkten, die wir hier im Team vermarkten. Im Mittelpunkt stehen Magazin und Website. Drumherum gibt es aber noch viele Social-Media-Kanäle, Sonderhefte und Events. Alles ist deutlich komplexer geworden. Mir persönlich macht der Job dadurch aber auch jedes Jahr mehr Spaß.

Hört sich an, als wärst du wunschlos glücklich. Oder gibt es vielleicht doch ein Projekt, dass du gern noch umsetzen würdest?
Na klar, ich sehe da noch so viel Potenzial! Ich möchte mich noch weiter darauf konzentrieren, unsere Marken zu ganzen Markenwelten auszubauen. Wir sollten ihre ikonische Kraft noch mehr nutzen, um auch in ganz anderen Geschäftsfeldern erfolgreich zu sein. Ein Beispiel von GQ ist die GQ Bar in Berlin. Vielleicht kommen wir aber auch bald mit einer limitierten VOGUE-Kollektion um die Ecke. Oder wir vermarkten Apartments, die von den Interior-Experten von AD eingerichtet wurden. Toll wäre, wenn Leute in Zukunft bei den Begriffen „VOGUE“ oder „AD“ zwar in erster Linie an das Magazin, aber auch an eine ganze Markenwelt denken“.

Na da bin ich mal gespannt. Viel Erfolg dabei!
Ja, man darf gespannt sein. Vielen Dank!

Kathrin Ölscher
Senior Marketing Manager GLAMOUR
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Kathrin Ölscher

Senior Marketing Manager GLAMOUR

Helfen Sie uns: Was treibt so ein Marketing Manager eigentlich den ganzen Tag?
Als Marketing Manager bin ich für die Werbung für GLAMOUR zuständig. Im Team entwickeln wir kreative Marketing-Maßnahmen  – im klassischen Marketing etwa Anzeigenmotive, TV-Spots oder überlegen uns kreative Werbeaktionen bis hin zu Guerilla-Maßnahmen – mit dem Ziel, das Markenimage zu festigen, die Marke noch bekannter zu machen und sie positiv von der Konkurrenz abzuheben. Letztlich soll alles, was wir tun die Auflage und die Reichweite durch imagefördernde Maßnahmen unterstützen und den sehr hohen Qualitätsanspruch der Marke wahren. Wir versuchen, die Arbeit der Redaktion mit der passenden Ansprache und den richtigen Mitteln in die Öffentlichkeit zu bringen. Dabei reicht es nicht, in einzelnen Medienkanälen zu denken, sondern uns geht es um die 360-Grad-Betrachtung der Marke GLAMOUR.

Dazu gehören klassische Kampagnen?
Neben der klassischen Mediaklaviatur wie Print, TV und Online probieren wir auch neue, digitale Werbeformen sowie Kooperationen aus. Ein wichtiger Teil sind auch Events und Aktionen, die wir entweder selbst oder im Rahmen von Partnerschaften wie z.B. Shop-Events veranstalten. Damit machen wir die 360 Grad erlebbar.

Dann gehe ich mal davon aus, dass Ihre Stärke die Kommunikation ist?
Könnte man so sagen. Wir sind mit den unterschiedlichsten Stellen hier im Haus und auch extern – mit Event- und Kreativagenturen – im ständigen Austausch.

Im Klartext: Sie müssen sehr viel reden.

Es hilft schon, wenn man gern mit Leuten spricht, das stimmt.

Wie lernt man Ihren Beruf? Oder besser: Kann man den lernen, gibt’s einen Königsweg?
Nach dem Abitur habe ich zuerst eine Ausbildung zur Mediengestalterin für Digital- und Printmedien gemacht, war also eher im kreativen, grafischen Bereich unterwegs.

Mit welcher Motivation haben Sie das gemacht?
Ich würde sagen: Aus einem generellen Interesse an Werbung und an speziellen Fragen, die sich daraus ergeben – etwa wie Schrift in Kombination mit einem Bild wirkt, mit welchen Mitteln man ein bestimmtes Image transportiert, so etwas.

Verstehe. Ist aber jetzt nicht ganz genau das, was Sie heute machen, oder?
Nein, das ist richtig. Ich habe gemerkt, dass mir der rein ausführende Part nicht genügte...

Sie wollten selber entwickeln, was da im Einzelnen ausgeführt wird?
Genau. (Lacht) Mir liegt das konzeptionelle Arbeiten mehr.

Wie haben Sie den Richtungswechsel dann geschafft?
Ganz klassisch: Ich habe nach der Ausbildung ein BWL-Studium mit Schwerpunkt Medienwirtschaft in Köln absolviert mit einer Diplomarbeit über Markenführung: Wie muss der Kern einer Marke definiert sein, damit nach außen hin ein bestimmtes Image entsteht.

Klingt kompliziert.
Ist es auch oft, aber ich habe das Glück, bei Condé Nast mit Medienprodukten zu arbeiten, die einen starken und einzigartigen Markenkern haben. Nehmen Sie GLAMOUR: Die Marke steht für Fashion und Beauty auf höchstem Niveau und verbindet Luxus und Mass-Market perfekt.

Mit Aktionen wie der GLAMOUR Shopping-Week wird die Marke zusätzlich auf anderen Ebenen erlebbar gemacht. Als eine der größten Einzelhandelskooperationen im deutschsprachigen Raum bietet GLAMOUR entsprechenden Partnern eine Plattform, um exklusive Shopping-Angebote den Leserinnen zur Verfügung zu stellen. Bei den Leserinnen wie auch den Kooperationspartnern ist die Shopping-Week zweimal im Jahr eine fest eingeplante Instanz. Damit wurde eine Aktion ins Leben gerufen, von der viele andere Medienhäuser sich fragen: Wow, wie haben die das geschafft?

Und, wie hat man das geschafft?
Na ja. Condé Nast hat sehr unterschiedlich positionierte Marken – mit einer grundlegenden Gemeinsamkeit: Sie haben alle einen hohen Anspruch und garantieren eine bestimmte Qualität. So ist der Name Condé Nast ein Gütesiegel, und das kann ich sagen, gerade weil ich noch nicht so lange hier arbeite und das über einen großen Zeitraum eher von außen so wahrgenommen habe. Als Mitarbeiterin in anderen Verlagen.

Ihre größte Herausforderung?
Die ergibt sich aus dem Erfolg von GLAMOUR. Wir reden hier über eine starke Marke, die den perfekten Spagat zwischen Luxus und breiter Popularität schafft. Im Marketing müssen wir darauf achten, dass beide Komponenten sich die Waage halten und dass wir nicht mehr nach Kanälen unterscheiden, sondern nur noch in Marken denken.

Würden Sie sagen, dass die Lust am Shopping eine Grundvoraussetzung für eine zukünftige Marketing Managerin bei GLAMOUR ist?
Klar, man muss seine Zielgruppe ja kennen. (Lacht) Nein, ernsthaft: Natürlich sollte man Interesse für Werbung, Trends und Kreativität mitbringen. Und ein Gefühl für ästhetische Gestaltung wäre auch nicht schlecht. Ein klassisches BWL-Studium mit einem Marketing-Schwerpunkt hilft natürlich auch.

Kristin Mehner
Entrepreneur in Residence
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Kristin Mehner

Entrepreneur in Residence

Entrepreneur in Residence – das klingt nach einem spannenden Job. Was verbirgt sich dahinter?
Der Titel soll aussagen, dass ich mich selbst als Unternehmerin im Unternehmen verstehe. Sprich: Ich beschäftige mich mit neuen Geschäftsmodellen in einem bestehenden Unternehmen. Bei Condé Nast geht es darum, neue Erlösmodelle zu entwickeln – und zwar im digitalen Umfeld. Als Entrepreneur in Residence lote ich aus, wo es im Verlag Potenziale dafür gibt. Eigentlich setze ich mich markenübergreifend mit Innovationsthemen auseinander. Aktuell befasse ich mich aber hauptsächlich mit der GLAMOUR App und den E-Commerce-Konzepten, die sich daraus für die Marke entwickeln lassen.

Das hört sich ja nach einem abwechslungsreichen Job an…
Ja, er ist wirklich sehr vielfältig. Auch wenn ich mich vor allem auf die GLAMOUR App fokussiere, kann man dieses Projekt wie ein eigenes Start-up sehen. Es gibt ganz viele Themen, um die ich mich kümmern muss: Ich habe ein Budget, mit dem ich wirtschaften muss, stimme mich mit Anwälten zum Thema Datenschutz ab, schreibe Konzepte und erstelle Layouts, gebe Ideen an Entwickler und Agenturen zur technischen Umsetzung weiter, teste Prototypen und arbeite auch an den Marketingplänen für unsere Produkte mit.

Nicht schlecht! Was muss man dafür können?
Also, man sollte eher Generalist sein als Spezialist. Ich bin es zumindest. Ich habe Wirtschaft studiert und bin dann so in das Internet hineingerutscht (lacht). Soll heißen, ich habe mir über die Zeit viel Wissen über Onlinemarketing oder auch Webentwicklung und -design angeeignet. Auch ist es hilfreich, wenn man Organisationstalent mitbringt und den Willen, dazuzulernen. Und man sollte sich auch mal etwas trauen. In meinem Job bin ich in einer Experimentierrolle. Oft gilt: einfach mal machen und gucken, was dabei rauskommt.

Ganz so einfach ist es wahrscheinlich nicht. Habt ihr nicht auch bewährte Methoden oder Tools, um App & Co. weiterzuentwickeln?
Wenn es um Ideenfindung oder ein neues Konzept geht, dann setzen wir im Team meist auf Design Thinking als Innovationsmethodik. Dieser Ansatz fokussiert sich sehr auf den Konsumenten und seine Bedürfnisse. Man fragt sich: Was hat der Konsument für Wünsche und wie können wir diesen begegnen? Design Thinking bündelt verschiedene Methoden, um diese Fragen zu beantworten: von Interviews mit Nutzern bis hin zu Workshops. Man sammelt Ideen zur Problemlösung und priorisiert sie. Dann trifft man eine Auswahl, aus denen man erste Prototypen baut. Es ist eine tolle Herangehensweise, um das Team kreativ werden zu lassen.

Apropos Team: App-Development klingt ja nach einem eher männerdominierten Feld…
Wenn es wirklich um die reine Softwareentwicklung geht, habe ich tatsächlich nur mit Männern zu tun. Da prallen oft Welten aufeinander. Die Entwickler haben schon ihre ganz eigene Sprache, die man kaum versteht. Da muss ich mich manchmal etwas annähern. Es entdecken aber auch immer mehr Frauen diesen Bereich für sich. Das sieht man bei Veranstaltungen und auch an den vielen Digital-Initiativen.

Und wie setzt sich dein Team sonst zusammen?
Meine Rolle ist im Organigramm zwar im Digitalbereich angesiedelt, gehört aber zu keinem Team. Ich bin also eher auf mich allein gestellt, was manchmal eine Herausforderung ist. Dafür kann ich meine Aufgaben selbst definieren, da habe ich viel Freiheit. Zu den Personen, mit denen ich aber regelmäßig zusammenarbeite, gehören unsere beiden Digitalchefs. Außerdem tausche ich mich häufig mit Projektmanagern im Haus sowie mit Agenturen aus. Und wenn es um das Thema GLAMOUR Shopping Week geht, gibt es natürlich einen engen Austausch mit der Marketing-Abteilung von GLAMOUR.

Stimmt, am Erfolg der GLAMOUR Shopping Week bist du mit der App ja auch beteiligt. Mit jeder Aktionswoche steigen die Zahl der teilnehmenden Shops und auch die der Shopping-Card-Nutzer an. Ist da überhaupt noch Luft nach oben?
Also Ziele kann man ja immer höher setzen (lacht). Wir glauben, dass noch viele Mode- und Shopping-Begeisterte da draußen sind, die wir mit dem Thema noch nicht erreicht haben. So wie wir die GLAMOUR Shopping-Week-Rabatte inzwischen auch für Männer anbieten, lassen sich noch weitere Zielgruppen erschließen. Da spielen zum Beispiel ländliche Gegenden eine große Rolle. Abseits der Großstädte gibt es ja meist nur online die Chance, teilzunehmen. Hier gibt es meiner Meinung nach noch ganz viel Potenzial nach oben.

Nun ist Condé Nast ja vor allem für die Print-Magazine bekannt. Blätterst du auch mal oder klickst du nur?
Ich genieße es schon, immer wieder mal vom Bildschirm wegzukommen. Wenn ich nicht am Laptop bin, dann am Handy oder Tablet. Das ist für mich oft auch zu viel des Guten. Dann lese ich gerne auch mal ein physisches Buch oder eine unserer Zeitschriften. Ich mag – wen überrascht es - vor allem unser Innovationsmagazin WIRED (lacht).

Gibt es etwas, dass dir an der Arbeit bei Condé Nast besonders gut gefällt?
Jeder hat hier ein besonderes Verständnis für Qualität. Und zwar sowohl was das Design als auch die Inhalte betrifft. Damit werden gewisse Maßstäbe gesetzt, die einen täglich herausfordern. Außerdem hat das Haus sehr starke Marken, die es über Jahrzehnte aufgebaut hat und die sehr gut positioniert sind. Das gibt einem die Möglichkeit, sich bei der Arbeit auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Na dann weiterhin viel Spaß und Erfolg dabei!
Vielen Dank.

Gert Kauntz
Chief Creative Technologist
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Gert Kauntz

Chief Creative Technologist

Du bist Chief Creative Technologist – hört sich fast so an, als würdest du ein Grafik- oder Designteam leiten. Was verbirgt sich hinter dem Titel?
Meine Rolle hat tatsächlich einen starken kreativen Aspekt. Zwar steht das Technische im Vordergrund, aber wir befassen uns im Team auch viel mit den Themen Produkt-Konzeption und -Design. Schnelligkeit und Innovationen spielen im Digitalen eine große Rolle, dafür ist oft Kreativität gefragt. Das technische Know-how braucht man, um neue Ideen auch umsetzen zu können.

Was für Aufgaben gehören bei euch zum „daily business“?
Dadurch, dass wir als zentrales Team digitale Produkte für alle Condé-Nast-Marken entwickeln, sind wir in viele Themen involviert. Eine meiner wichtigsten Aufgaben ist es, die Projekte und Timelines meines Teams im Auge zu behalten: Wo stehen wir gerade? Wie kann ich unterstützen, wenn irgendwo Not am Mann ist? Wie verteilen wir die Ressourcen? Zusammen mit unserem Audience Development Team überlege ich: Wie können wir mehr Traffic auf unsere Webseiten bringen? Welche neuen Möglichkeiten oder Technologien könnten wir für die Marken nutzen? Sprachassistenten wie Amazon Alexa zum Beispiel…

Und ganz nebenbei bloggt ihr noch? Stichwort: Condé Nast Tech Blog…
Ja tatsächlich. Den Tech Blog haben wir ins Leben gerufen, um dem Team die Möglichkeit zu geben, Erfolge, aber auch knifflige Probleme aus ihrem Arbeitsalltag mit anderen Tech-Experten zu teilen. So kann man sich auch mal mit Entwicklern außerhalb von Condé Nast austauschen. Als wir uns zum Beispiel das erste Mal mit AMP (Accelerated Mobile Pages) von Google beschäftigt haben, konnten wir dort unsere Erfahrungen teilen: Wie sind wir das Thema angegangen? Was lief gut, was nicht? Leider kommen wir im Arbeitsalltag selten dazu, einen Beitrag zu verfassen. Aber es ist ein spannendes Nebenbei-Projekt und auch eine Tech-Spielwiese für uns. Zum Beispiel für unser CMS-System oder neue Quiz-Tools.

Apropos Spielwiese: Wenn dein Team eine Fußballmannschaft wäre, was wäre deine Position?
Wahrscheinlich die des Torwarts. Ich halte meinem Team den Rücken frei, den Kasten sauber und treibe sie – wenn es sein muss – auch hin und wieder etwas an (lacht).

Was war denn bisher dein absolutes Lieblingsprojekt?
Oh, auf jeden Fall VOGUEmail – das ist mein Herzensprojekt. Ob Yahoo, GMX, Web.de oder Gmail – alle Web-Clients sind unglaublich unemotional. Das hat mich schon immer gestört. Die überbieten sich an Funktionalitäten und Speicherplatz. Aber was sie nicht können: Spaß machen. Das wollte ich ändern. Mit VOGUEmail haben wir dann einen schönen Web-Client entwickelt, der auf Frauen mit Stil ausgerichtet ist. Es war eine etwas verrückte Idee. Soweit ich weiß, hat kein anderer Verlag jemals auf Basis einer seiner Marken einen Freemail-Service auf die Beine gestellt. Ich bin sehr dankbar, dass man hier die Freiheit hat, auch solchen Ideen nachzugehen, wenn sie Potenzial haben. Das ist nicht selbstverständlich.

Wie viel Fashion- und Beauty-Know-how brauchst du eigentlich, um bei solchen Themen mit den Redaktionen mithalten zu können?
Also ich bin definitiv kein Fashion- und Beauty-Experte (lacht). Aber es ist schon so, dass man hier und da nach und nach die Basics aufschnappt. Plötzlich weiß auch ich, was der Unterschied zwischen Ombré- und Balayage-Haaren ist – auch, wenn Hair-Styling nicht wirklich das Interessensgebiet von mir und meinem Team ist (lacht). Wichtig ist aber, dass wir ein gutes Gespür für die individuelle Ästhetik unserer Marken haben, weil das für das Interface-Design unserer Digital-Produkte von großer Bedeutung ist.

Was muss man denn mitbringen, um Teil deines Teams zu werden?
Für mich ist Motivation und die richtige innere Einstellung besonders wichtig – viel wichtiger als die offensichtliche Qualifikation und Berufserfahrung. Es kann auch jemand sein, der erst seit einem Jahr im Tech-Business ist, aber eben Lust auf neue Technologien und die eigene Weiterentwicklung hat. Dass zum Beispiel auch der klassische PHP-Entwickler außerhalb der Kerntechnologie mal versucht, einen Skill für Amazon Alexa zu entwickeln oder bei der Entwicklung von neuen Features für die GLAMOUR App mitmacht. Und ich suche Leute, die gerne aktiv mitdenken, vor allem wie man von technischer Seite aus das ganze Publishing Business weiterentwickeln kann. Dafür sollte man auch mal etwas wagen.

Als du damals hier angefangen hast: Was war die größte Umstellung für dich?
Vor Condé Nast habe ich in einer reinen Internetfirma und davor bei einem Online-Nachrichtenportal gearbeitet. Hier im Verlag musste ich mich zunächst daran gewöhnen, eine Art Berater-Rolle einzunehmen, um zum Beispiel bei den Print-Kollegen Verständnis und digitales Know-how aufzubauen. Was mich dabei bis heute begeistert: Noch habe ich niemanden im Verlag getroffen, der dafür nicht aufgeschlossen ist. Alle Kollegen stehen Digitaltrends und neuen Entwicklungen offen gegenüber. Auch den Print-Kollegen ist bewusst, dass Digital nicht mehr nur ein Anhängsel ist und hier im Verlag nun eine große Rolle spielt.

Was sollten wir sonst noch über dich und dein Team wissen: Gibt es Anekdoten oder Rituale?
Kennst du unser Freitags-Ritual? Da starten wir ab 17 Uhr mit einem Bierchen ins Wochenende. Wir treffen uns auf der Couch, trinken, reden und lassen die Woche gemeinsam ausklingen. Bei schönem Wetter auch oft auf der Dachterrasse. Da kann übrigens jeder aus dem Haus gerne vorbeischauen…

Vielen Dank, ich komme vorbei…
Wunderbar. Danke auch und bis dann!

Markus Uhl
Lead Data Scientist
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Markus Uhl

Lead Data Scientist

Sabrina Netzer
Director Digital Sales Strategy & Ad Operations
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Sabrina Netzer

Director Digital Sales Strategy & Ad Operations

Meine Güte, man kann ja Ihren Titel kaum aussprechen, wie soll man da erschließen, was Sie tun...?
(Lacht) Ich erklär es Ihnen: Ich habe als Ad-Managerin hier angefangen, was heißt, dass ich mich um die technische Umsetzung der Online-Werbekampagnen gekümmert habe, die Kunden auf unseren Websites und Apps buchen... Meine Leidenschaft ist die Technik, ich bin jemand, der sich reinfuchst in die kompliziertesten Dinge.

Sie machen mir Angst...
Jaja, ich bin eigentlich schon fast ein Technik-Nerd. Seit ich die Leitung des Teams übernommen habe, kümmere ich mich darüber hinaus auch um alles, was mit der Werbeaussteuerung zu tun hat. Also wenn wir zum Beispiel Banner oder Sondernewsletter verkaufen, kümmern wir uns darum, dass das auch technisch alles richtig auf den Websites angezeigt wird.

Sie haben vermutlich Informatik studiert?
(Lacht laut) Nein. Ich bin Autodidaktin und sehr vielseitig interessiert... Alles, worauf ich Lust habe und was mich interessiert, versuche ich zu lernen, so geht’s schon mal los.

Alles aus dem technischen Bereich, nehme ich an?
Nein, das kann wirklich alles sein. Technik klar, aber auch Sport, und ich stricke viel, ich häkle, ich nähe mittlerweile. Mode ist auch mein Hobby.

Das heißt, Sie haben keine formale Ausbildung?
Na ja, ich habe Abitur gemacht und wollte dann Sport studieren, als ehemalige Karate-Leistungssportlerin hätte ich aber nicht damit gerechnet, dass ich die Aufnahmeprüfung versemmle... Dann habe ich erst mal einige Praktika gemacht, bei Eurosport zum Beispiel in der PR-Abteilung.

Dann waren Sie ja gleich in der Medienbranche...
Moment – erst mal bin ich bei Sport Scheck für eine Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau gelandet und hab dann später neben einem Vollzeitjob ein BWL- und Sportmanagementstudium in sechs Semestern durchgezogen. Ich war in der Zeit auch noch bei Eurosport als Volunteer bei der Fußball-WM beschäftigt, das war wohl mein härtestes Jahr. Vier Jobs gleichzeitig, das war anstrengend...

Aber es fehlt da immer noch die Verbindung zu Ihrer aktuellen Jobbeschreibung...
Irgendwann wollte ich eine eigene Website programmieren, für den Sportverein von meinem Vater, und da habe ich mir ein Buch gekauft und es gelernt, ich bin ja, wie gesagt, eher autodidaktisch veranlagt... Danach wusste ich, dass ich zwar wieder was im Medienbereich machen wollte, aber eben am liebsten in der digitalen Technik online. Schließlich landete ich bei ProSieben.de im Ad-Management, für das es damals erst wenige Leute gab.

Verstehe...
Ich bin kein Mensch, der Routine mag. Ich liebe Probleme, das sind für mich immer neue Herausforderungen. Da kann ich mich reinfuchsen, das ist meine Welt...

Und neue Herausforderungen gibt’s hier im Verlag in Ihrer Abteilung täglich...
Na klar. Ich liebe meinen Job, weil man sich im Digitalen hier jeden Tag neu beweisen, neu erfinden muss. Im Digitalen entwickelt sich alles so schnell weiter, also machen wir ständig Pionierarbeit. Gerade im Ad-Management sind wir gefragt, neue technische Herausforderungen – und die gibt es, weil immer neue Werbeformen entwickelt werden – sofort zu lösen.

Was für Herausforderungen sind das denn so konkret?
Bei Condé Nast haben wir einen sehr hohen Anspruch an Werbung auf unseren Websites. Zum einen muss sie sich optisch hochwertig in das Layout der Seiten einfügen, zum anderen müssen natürlich auch die Kundenwünsche optimal erfüllt werden – alles unsere Baustellen. Es ist sehr diffizil. Ich sage immer, meine Arbeit ist wie jeden Tag ein Tausender-Puzzle machen!

Was raten Sie denn jungen Menschen, die sich für so eine Arbeit wie die Ihre interessieren?
Ich würde sagen: Für Leute, die Veränderungen nicht mögen, ist das nix. Gelassenheit gehört dazu, aber auch eine Portion Ehrgeiz, wer Routine im Job haben will, ist hier fehl am Platz.

Sollten es Digital Natives sein?
Er oder sie sollte schon Spaß am digitalen Leben haben und sich auskennen, klar – und zahlenaffin zu sein ist sicher auch nicht verkehrt.

Dr. Judith Suwald
IT-Administration kaufmännische Systeme & Support
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Dr. Judith Suwald

IT-Administration kaufmännische Systeme & Support

Als kaufmännische Administratorin kümmern Sie sich in der IT-Abteilung von Condé Nast auch um das liebe Geld...
Indirekt richtig: Ich beschäftige mich mit Zahlen und Technik. Also fast jeder, der im Verlag Geld ausgibt oder einnimmt, muss das in irgendeiner Form in unserem Buchhaltungssystem hinterlegen. Ich kümmere mich darum, dass all das technisch funktioniert und die Schnittstellen zwischen den einzelnen Systemen laufen.
 
Können Sie einmal ein kleines Beispiel nennen, damit auch ein Laie sich etwas darunter vorstellen kann?
Na klar: Wenn jemand in einer Redaktion ein Thema plant, dann muss er die Eckdaten für die Produktion –Seitenpreis, Honorare für zum Beispiel freie Autoren, Kosten für Bilder etc. – kalkulieren und in unser Buchhaltungssystem eingeben. Da das recht komplex ist, helfe ich, wenn es hierbei Schwierigkeiten gibt.

Wieso kennen Sie sich so gut aus?
Ich habe mich jahrelang beim Hanser Verlag mit der Thematik beschäftigt und auch viele kaufmännische Auswertungen gemacht. Ich muss aber zugeben, dass mir Condé Nast schon während dieser Zeit aufgefallen ist – spätestens seit der ersten Ausgabe von myself in 2005, die fand ich auf Anhieb toll. Seitdem habe ich immer mal geschaut, ob eine passende Stelle frei ist...

Auf die Sie sich dann klassisch beworben haben?
Nein, ich bin angesprochen worden, von einer Personalagentur. Das war keine schwierige Entscheidung: Mich hat es gereizt, als kaufmännischer Administrator auch mal in einem internationalen Unternehmen zu arbeiten.

Haben sich Ihre Erwartungen bislang erfüllt?
Oh ja, es ist doch chic, Kollegen in New York oder Shanghai zu haben (lacht). Außerdem sind die Marken und Produkte Spitzenklasse, hier wird auf einem sehr hohen Niveau gearbeitet – aber auch mit Freude und Herzblut. Überhaupt die Arbeit mit Menschen, das mag ich sehr.

Worin besteht denn Ihre größte Herausforderung im neuen Job?
Manchmal  muss es schnell gehen, die Kollegen rufen an und brauchen zeitnahe Lösungen. Da kommt schon mal Zeitdruck auf. Im Fachzeitschriftenverlag war das nie ganz so eilig.

Stresst Sie so was?
Im Gegenteil: Mit organisatorischen und technischen Problemen meinen Kopf ständig herauszufordern, das liebe ich. Wenn etwas in einer Programmierung nicht klappt, gebe ich keine Ruhe, bis ich weiß, woran das liegt.

Sie arbeiten ja nicht nur für eine Marke, sondern für ganz Condé Nast ...
Und ich freue mich jeden Monat auf die neuen Ausgaben, ich könnte nun gar nicht mehr sagen, welches Magazin mir das liebste ist.

Können Sie sagen, welche Fähigkeiten man für Ihren Job mitbringen muss?
Das Wichtigste ist Freundlichkeit und Respekt im Umgang mit den Kollegen – nicht jeder ist technisch versiert, da muss man verständlich und geduldig erklären können.

Was ist mit der Ausbildung?
Grundvoraussetzung sollte ein kaufmännischer Hintergrund sein und eine hohe Affinität zu technischen Zusammenhängen. Umgekehrt ist es schwieriger: Techniker tun sich manchmal schwer, die kaufmännischen Zusammenhänge zu verstehen ...

Kommen Sie denn eher von der Technik?
Nein, überhaupt nicht (lacht). Ehrlich gesagt: Zu diesem Job bin ich wie die Jungfrau zum Kind gekommen, um es mal salopp zu sagen.

Jetzt machen Sie uns neugierig ...
Na ja, ich habe eine kaufmännische Ausbildung gemacht und dann Sinologie studiert.

Fachchinesisch!!! (Pause) Entschuldigung ...
Kein Problem (lacht). Und da ich ein wenig zu alt war, um mich nach meiner Promotion noch an der Uni zu habilitieren, bin ich im Hanser Verlag eingestiegen, zunächst im redaktionellen Bereich. Das mit der Technik und dem verlagsspezifischen Background habe ich mir dann angeeignet, weil es kein anderer machen wollte ...

Aber mal ehrlich: Sie würden niemandem raten, erst mal Sinologie zu studieren, um dann in einem Verlag  kaufmännischer Administrator zu werden?
Geschadet hat es aber auch nicht (lacht). Nein, ich würde jedem eine solide Berufsausbildung empfehlen. Studieren kann man hinterher ja immer noch. Das hat viele Vorteile.

Welche zum Beispiel?
Niemand kann einem mangelnde Berufserfahrung vorwerfen und in ein Praktikum schieben. Ich würde auch jedem ohne IT-Hintergrund dazu raten, technische Schulungen zur Administration zu machen. Jeder Arbeitgeber ist froh, wenn sich jemand in genau diese komplizierten Zusammenhänge „hineinfrickelt“.
Karin Baumsteiger
Circulation Manager Newstrade
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Karin Baumsteiger

Circulation Manager Newstrade

Die wenigsten Menschen können sich vorstellen, was man als Circulation Manager Newstrade macht...
Also: Was könnte es sein?

Wir reden über: Vertrieb! Und da habe ich doch gleich einen schlauen Satz parat, den ich mal gelesen habe und der angeblich alles zusammenfasst: Der Vertrieb ist dafür zuständig, den organisatorischen Rahmen zur Verfügung zu stellen, so dass Magazine optimal am Markt erhältlich sind...

Das klingt ein wenig kompliziert...
Ja, ja, Vertrieb ist schon etwas Spezielles... (Lacht) In erster Linie geht es um möglichst effektive und kreative Wege, unsere Magazine am Kiosk, am sogenannten point of sale, vom Konkurrenzumfeld abzuheben. Unser Job ist es, zu kalkulieren, wie viele Hefte gedruckt und wie sie optimal im Markt verteilt werden. Dazu stehen wir in engem Kontakt mit den Pressegrossisten. Das sind sozusagen die Mittler zwischen Verlag und Einzelhandel – Zwischenhändler, wenn man so möchte. Wir sprechen mit den Grossisten darüber, in welchen Regionen und Verkaufsstellen wir vertreten sein wollen. Und wir analysieren jede einzelne Ausgabe und kalkulieren die Druckauflagen der kommenden Hefte – alles in allem ein ziemlich vielschichtiger Bereich.

Ist das eine schwierige Aufgabe?
Einerseits ja, weil es wahnsinnig viele Magazine auf dem Markt gibt. Andererseits heben sich unsere Produkte qualitativ vom Großteil unserer Konkurrenten ab.

Und du bestimmst auch, ob Hefte als Bordexemplare in Flugzeugen oder Hotels ausliegen...
Ja, das gehört auch dazu. Wobei wir das bei Condé Nast nur sehr gezielt einsetzen. Wir achten zum Beispiel sehr darauf, dass wir keine großen Remittenden-Mengen generieren.

Remittenden sind die nicht verkauften Exemplare, die vom Einzelhändler an den Verlag zurückgeschickt werden, richtig?
Genau. Wir wollen unsere hochwertigen Hefte ja auf keinen Fall verramschen, indem sie überall umsonst herumliegen – das passt nicht zum Anspruch des Hauses. Zum Glück sieht man das beim Händler genauso.

Inwiefern?
Die Grossisten und Händler wissen, dass es sich bei den Titeln des Condé Nast Verlags ausschließlich um hochwertige Produkte handelt. Da passiert es fast nie, dass wir am Kiosk in den Regalen falsch platziert werden.

Auch für die Chefredakteure des Verlages bist du ein wichtiger Gesprächspartner, hörte ich...
Ja, das ist richtig. (Lacht) Wir kalkulieren nicht nur eine aktuelle Druckauflage, sondern machen auch Hochrechnungen für den aktuellen Einzelverkauf: Wie stehen unsere Titel im Markt? Klar, dass da der eine oder andere Chefredakteur schon mal bei uns anruft und wissen will, was sein Heft gerade am Kiosk macht...

Nun verstehe ich, was du machst – aber wie kommt man denn dazu?
In meinem Fall ist das lustig und durchaus ungewöhnlich. Als ich 19 war, hatte ich immer eine VOGUE in der Tasche, habe sogar die Anzeigen darin ausgeschnitten, die ich besonders schön fand... Es lag also nahe, dass ich eine Schneiderlehre gemacht habe...

Im Ernst?
Ja, durchaus. Ich bin gelernte Schneiderin. Ich habe aber auch noch eine kaufmännische Ausbildung.

Trotzdem nicht ganz naheliegend, diese Karriere...
Stimmt. Ich habe eher zufällig bei einem Pressegrossisten im Vertrieb angefangen. Zehn Jahre habe ich das gemacht, bis ich dann vom Condé Nast Verlag ein Angebot erhielt. Hier wurde gerade eine Stelle frei. Und da ich beim Grossisten schon für die VOGUE zuständig war, passte das perfekt. Ich kenne mich in der Branche aus, man könnte sagen: Jetzt bin ich da, wo ich sowieso schon immer hinwollte. Anzeigen schneide ich heute aber keine mehr aus...

Du bist ja schon seit 2008 bei Condé Nast. Hat sich die Arbeit im Vertrieb im Laufe der Zeit denn wesentlich verändert?   
Ja, auf jeden Fall. Meine Arbeit ist heute viel komplexer. Im Laufe der Jahre ist die Zusammenarbeit mit den Sales-, Marketing und Redaktionsteams immer wichtiger geworden. Ich würde sogar sagen, der klassische Vertrieb ist heute eine Kombination aus Vertrieb, Marketing am point of sale und Direktmarketing. Vor allem wenn wir die Hefte mit Extras ausstatten, erfordert das eine genaue Planung der Auslieferung, Platzierung im Handel und ein gezieltes Marketing. Ich finde das super, dass macht die Vertriebsarbeit noch viel spannender.

Die Preisfrage für potenzielle Interessenten: Was muss man in deinem Job können, welche Fähigkeiten mitbringen?
Ein gutes Zahlenverständnis wäre eine Voraussetzung. Dann Flexibilität, man muss im Vertrieb spontan auf Entwicklungen reagieren können. Wobei man sich auch darüber im Klaren sein sollte, dass wir über sehr strukturiertes Arbeiten sprechen – Routine gehört dazu. Wer sich in diesem Beruf nicht perfekt organisiert, hat es schwer.

Christian Tiede
Controller
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Christian Tiede

Controller

Controller. Da steckt der Schrecken ja schon in der Berufsbezeichnung ...
Keine Angst, das ist nur das Wort, das etwas furchteinflößend klingt. Genau genommen mache ich im Verlag kein pures Controlling, sondern vielmehr alles, was im Finanzbereich anfällt.

Das da wäre?
In unserer Abteilung erstellen wir die Monatsabschlüsse und -berichte. Darin sehen wir, wie wir finanziell dastehen – sowohl bei jeder einzelnen Marke als auch im gesamten Verlag. In diesen Berichten wird zum Beispiel dargestellt, wie das Ergebnis eines Hefts lautet, wie viele Kosten entstanden sind oder wie es um die Overhead-Kosten des gesamten Verlags steht.

Also geht es dabei vor allem um die absoluten Zahlen?
Nein, nein – wir kommentieren das Ergebnis natürlich auch. Allein sagen die Zahlen ja wenig aus. Wir stellen klar, warum die Abschlüsse so sind, warum die Kosten in einem Fall so hoch, die Erträge in einem anderen Fall unter den Erwartungen liegen – das kann ja immer plausible, aber nicht auf den ersten Blick erkennbare Gründe haben. Deshalb werden die Zahlen von uns stets sehr ausführlich und dezidiert erläutert.

Worin besteht die besondere Herausforderung in Ihrem Job?
Natürlich existiert ein gewisser zeitlicher Druck, das ist das eine. Es ist ja von existenzieller Bedeutung, dass der Verlag in jedem Monat vollkommen transparent darstellt, wie leistungsfähig er ist – und womöglich in naher Zukunft sein wird. Und zum anderen muss alles korrekt und sauber dargestellt werden.

Keine Arbeit für kreative Kröpfe ...
Die brauchen wir bei Condé Nast natürlich auch, aber die sind an anderen Stellen besser aufgehoben. (Lacht)


Werden Sie eigentlich von den Redaktionen als Partner oder als Gegner wahrgenommen, der den Rotstift ansetzt?
Ach, das ist bei Condé Nast kein Problem. Wir finden meistens einen harmonischen Mittelweg zwischen den kreativen und den kaufmännischen Erfordernissen unserer Arbeit. Wir sind schließlich alle in einem Unternehmen beschäftigt, das sich der Qualität verschrieben hat. Um es salopp auszudrücken: Wir lassen es uns etwas kosten, Geld zu machen ...

Ist das wichtiger, als über die handelsüblichen Talente eines Betriebswirts zu verfügen?
Das muss man trennen: Für den Job an sich muss man natürlich analytische Fähigkeiten und Spaß am Umgang mit Zahlen mitbringen. Darüber hinaus, da gebe ich Ihnen recht, geht es nicht ohne ein Gespür dafür, was der Verlag eigentlich macht: hochwertige journalistische Produkte. Das bedeutet, dass man hier in speziellen Situationen auch ein Verständnis dafür hat, wenn mal eine Zahl nicht den Erwartungen entspricht.

Haben Sie Betriebswirtschaft studiert?
Richtig, ich habe für meinen Bereich den klassischen Weg beschritten: Nach dem Abitur habe ich bei einer Versicherung eine kaufmännische Ausbildung gemacht, danach in Augsburg ein BWL-Studium absolviert.

Wie sind Sie dann zu Condé Nast gekommen?
Ich war in einer Wirtschaftsprüfung tätig und habe in diesem Rahmen den Condé Nast Verlag geprüft. Ich wusste also, was mich hier erwartete – und freute mich drauf. Das ist natürlich keine so trockene Materie wie in einer Wirtschaftsprüfung.

Was würden Sie potenziellen Bewerbern mit auf den Weg geben?
Die Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Produkt und generell mit dem Verlag ist hier ungewöhnlich hoch. Deshalb ist es wichtig für potenzielle Bewerber im Controlling, dass sie sich nicht nur mit Zahlen und Bilanzen auskennen, sondern auch über soziale Kompetenzen verfügen und sich gerne mit den Marken und Werten des Verlags auseinandersetzen.