Arbeiten bei Condé Nast

Arbeiten bei Condé Nast

Arbeiten bei Condé Nast

Unser Verlagsstandort bietet ein großzügiges, schönes Arbeitsumfeld im Herzen Münchens – und mit unserer Redaktion WIRED im Zentrum von Berlin – mit perfekter Verkehrsanbindung, modernster Technik und sehr gut ausgestatteten Arbeitsplätzen.

Erfahren Sie hier mehr über das Arbeiten bei Condé Nast und lernen Sie Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen kennen, die über ihren Joballtag und ihren Werdegang berichten. 

 

Redaktionen

Journalisten, Bildredakteure, Mode-, Beauty-, Design- oder Wissenschaftsexperten, Grafiker, Social-Media-Redakteure und viele mehr – die Jobprofile in unseren Redaktionen sind spannend und facettenreich. Autonom im kreativen Prozess, nur der Markenphilosophie und dem Qualitätsanspruch verpflichtet, gestalten sie unsere vielfältigen Medienprodukte für Print und Online. Die Redaktionen von VOGUE, GLAMOUR, myself, GQ und AD sind in München ansässig – ebenso unser Corporate-Publishing-Zweig, die Condé Nast Manufaktur. Der Redaktionsstandort von WIRED ist in Berlin. Lernen Sie hier einige unserer Kolleginnen und Kollegen aus den Redaktionen und ihren Arbeitsalltag kennen.

Andrea Ketterer
Chefredakteurin GLAMOUR
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Andrea Ketterer - Chefredakteurin GLAMOUR

"Für mein Team suche ich immer nach sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten."

Maria-Jacoba Geremus
Projektmanagement Douglas Magazin
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Maria-Jacoba Geremus - Projektmanagement Douglas Magazin

"Im Corporate Publishing herrschen klare Verhältnisse, das mag ich."

Ergänzen Sie doch mal diesen Satz: In Ihrer Position als Projektmanagerin für das internationale Douglas Magazin brauchen Sie vor allem …
... Stressresistenz. Kommunikationsbereitschaft. Genauigkeit. Und natürlich gedankliche Flexibilität. In meinem Job läuft es eigentlich nie so, wie man das erwartet. Das liegt schon allein daran, dass ich ständig mit Menschen aus mehreren Ländern parallel an Ausgaben arbeite.

Was genau ist Ihr Job dabei?
Ganz allgemein gesprochen: Ich begleite die internationale Adaption des Douglas Magazins von der Themenfindung bis zum Druck. Wir produzieren Ausgaben in ganz Europa: Österreich, Frankreich, Italien, Portugal, Litauen, Polen und Kroatien. Damit bin ich ganz gut ausgelastet …

Und was macht man da konkret?
Reden. Sehr, sehr viel reden (lacht).

Das heißt, man benötigt ein gewisses Organisationstalent.
Absolut. Ohne Freude an logistischen Herausforderungen sollte man damit gar nicht erst anfangen. Aber es ist natürlich mehr als das. Ein journalistisches Verständnis muss man auch mitbringen, denn als Schnittstelle zwischen Redaktion und Kunden stößt man sehr schnell an seine Grenzen, wenn man das journalistische Handwerk nicht beherrscht.

Wo haben Sie Ihres denn gelernt?
(lacht) Ich habe in Wien Politikwissenschaft studiert.

Das ist aber jetzt nicht unbedingt der direkte Weg zur Condé Nast Manufaktur …
(lacht wieder) Wohl kaum. Aber ich habe schon während des Studiums Interesse an internationalen Projekten entwickelt, auch im Ausland diverse Praktika gemacht und schließlich im Bertelsmann-Verlag ein Volontariat in der Corporate-Business-Sparte absolviert.

Zumal ja die Condé Nast Manufaktur Corporate Publishing, also Websites und Magazine für Kunden macht. Was macht für Sie den Unterschied aus?
Im Corporate Publishing herrschen klare Verhältnisse, das mag ich. Jeder weiß, dass der Kunde seine Themen und Interessen in diesem Heft bündelt. Aber, und das ist entscheidend: Wie setzen wir das perfekt und ansprechend um? Das ist doch die große Herausforderung. Der Kunde möchte ja schließlich von unserer journalistischen Kompetenz profitieren. Darüber hinaus braucht es auch eine gewisse unternehmerische Denke. Ich finde das sehr reizvoll.

Ist der gestalterische und journalistische Anspruch im Corporate Publishing genauso hoch wie bei den eigenen Condé-Nast-Publikationen?
Auf jeden Fall, das ist ja auch schon daran zu erkennen, dass die Strukturen durchlässig sind: Es gibt freie Journalisten, die für die Manufaktur arbeiten und daneben auch für unsere verlagseigenen Publikationen schreiben. Voraussetzung ist immer der hohe Qualitätsanspruch, den Condé Nast hier wie da einfordert.

Noch einmal kurz zurück zu Ihrem Studium: Sie würden Bewerbern für Ihre Position jetzt aber nicht wirklich zu einem Politikstudium raten?
Warum nicht? Ich finde, dass im Prinzip fast jedes Studium hilft, seine persönlichen Fähigkeiten auszubilden: Ich wäre sicherlich nicht in der Lage, vernetzt zu denken, gut zu analysieren und auch flexibel auf immer neue Problemstellungen zu reagieren, wenn ich das nicht im Studium regelmäßig forciert hätte.

Max Walbersdorf
Online-Redakteur GQ und GQ STYLE
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Max Walbersdorf - Online-Redakteur GQ und GQ STYLE

"Man muss ein sehr breites Spektrum an Fähigkeiten haben. "

Gordon Detels
GQ-Ressortleitung Business, Redaktionsleiter GQ Style und GQ-Sonderhefte
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Gordon Detels - GQ-Ressortleitung Business, Redaktionsleiter GQ Style und GQ-Sonderhefte

"Ich habe mir das Heft gekauft und gedacht: Da würdest du auch gern mal hin."

Sie sind GQ schon von der allerersten Ausgabe an verbunden...
Stimmt, als ich damals für die Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule und der Ludwig-Maximilians-Universität nach München zog, sah ich am ersten Tag gegenüber meiner damaligen WG die Werbung der allerersten Ausgabe von GQ auf einem City Light. Da war damals Boris Becker drauf, das werde ich nie vergessen. Ich habe mir das Heft gekauft und gedacht: Da würdest du auch gern mal hin.

Nach Wimbledon?
Nein, in die Redaktion natürlich. Und schau her, seit 2012 bin ich fest dabei. Wobei ich davor schon mehrere Jahre als freier Autor auch für GQ tätig war.

Wie wichtig war Ihre Ausbildung für die Anstellung?
Das kann ich nicht sagen. Dennoch würde ich jedem angehenden Journalisten den Besuch einer Journalistenschule oder mindestens ein Volontariat empfehlen. Gerade in einem Verlag wie Condé Nast, der hohe Ansprüche an die fachliche Kompetenz seiner Leute stellt, ist so eine Ausbildung von Vorteil.

Hilft ein Praktikum, um einen Job bei GQ zu bekommen?
Auf jeden Fall. Anders als in anderen Redaktionen hat man die reelle Chance auf eine Anstellung, wenn man neugierig ist, gut schreiben kann und ein Gespür für Themen hat. Denn bei uns sind Praktikanten von Beginn an vollwertige Redaktionsmitglieder und müssen keinen Kaffee kochen. Das übernimmt unsere Espressomaschine.

Sie sagen, Sie wollten schon vor vielen Jahren zu GQ, wieso?
Weil ich bei GQ eine ungeheure Bandbreite an Themen vorfinde. Das finde ich interessanter, als immer nur Spezialwissen über Wirtschaft oder Politik zu verbreiten. Im Gegensatz zu meinen Mitschülern auf der Journalistenschule, die lieber zur ZEIT wollten oder zum Spiegel, interessierte mich von Beginn an Lifestyle-Journalismus.

Was machen Sie bei GQ?
Ich bin erst mal wie jeder andere Teil der Redaktion. Konkret betreue ich den Business-Teil und verantworte die Supplements wie beispielsweise GQ Speed sowie zusammen mit unserem Fashion Director die zweimal im Jahr erscheinende GQ Style. Grundsätzlich ist es bei uns aber so, dass es zwar Ressortverantwortliche gibt, jeder aber für jeden Heftteil schreiben kann. Das macht den Arbeitsalltag sehr abwechslungsreich.

Wie würden Sie den Geist von GQ beschreiben?
Zugegebenermaßen zelebrieren wir schon eine gewisse Lust an den schönen Dingen. Dennoch haben wir auch einen hohen journalistischen Anspruch, das ist unserem Chefredakteur sehr wichtig. Wir achten auf Qualität, auf Originalität. Mir gefällt, was ein Preisträger auf der GQ-Veranstaltung „Männer des Jahres“ einmal auf der Bühne sagte: „Durch euch habe ich den Unterschied zwischen einem Männer- und einem Herrenmagazin verstanden.“

Damit wollte er sagen...
...dass es anders als bei vielen anderen Lifestylemedien in GQ einen gewichtigen Platz gibt für gesellschaftlich relevante Themen. Wir zeigen eben nicht nur schöne Bilder und Produkte. Nehmen wir die Aktion ‚Mundpropaganda – Gentlemen gegen Homophobie‘–, da haben wir mithilfe von Prominenten ein Zeichen gegen die Intoleranz in unserer Gesellschaft gesetzt und damit eine große öffentliche Diskussion entfacht.

Es muss also nicht immer nur der zehnte Grill-Guide sein?
Den gibt es natürlich auch, aber wir versuchen vor allem, ein seriöser, profunder Ratgeber zu sein. Wir beantworten für unsere Leser die Frage, was einen Gentleman von heute ausmacht – und zwar auf allen Ebenen.

Das verspricht ja auch schon Ihr Claim „Lebensstil für Männer mit Anspruch“. Wie lösen Sie den ein?
Indem wir neugierig und offen gegenüber Neuem sind. Dazu kommt: Bei uns in der Redaktion sind die Hierarchien flach, jede Meinung wird gleichwertig behandelt und diskutiert. Durch diese Kommunikationskultur entstehen dann oft spannende Geschichten.

Was muss man denn alles können, wenn man Redakteur bei GQ werden will?
Da wir über einen hohen Textanteil verfügen und nicht nur optisch sondern, wie gesagt, sehr inhaltlich denken, reicht es nicht, sich nur für schöne Dinge zu interessieren, um dann ein paar oberflächliche Zeilen unter Bilder zu schreiben. So jemand ist falsch bei uns.

Trotzdem hört man, dass man in Ihrem Job auch gerne reisen sollte...
Das ist richtig. Und wichtig. Denn wie sollen wir eine Haltung zu den Themen der Zeit gewinnen – und die ist sehr gefragt bei GQ –, wenn wir uns nicht da draußen rumtreiben und sehen, was gerade passiert?

Nicht selten werden Geschichten bei GQ aus der Ich-Perspektive des Autors geschrieben, wieso?
Weil dieser meinungsstarke Ansatz emotional und authentisch ist. Außerdem ist es ein guter Weg, Humor ins Heft zu bringen. Denn: Ein Mann ohne Humor kann kein Gentleman sein.

Theresa Pichler
Moderedakteurin myself
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Theresa Pichler - Moderedakteurin myself

"Mode ist nicht nur Glamour pur - man braucht Leidenschaft"

Axel Lauer
Art Director WIRED
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Axel Lauer - Art Director WIRED

"Meiner Meinung nach gibt es nur wenige Jobs in Deutschland, die so spannend sind wie meiner."

Als Art Director von WIRED sind Sie…
…. für die visuelle Gestaltung der Marke verantwortlich. Sowohl im Heft als auch auf allen digitalen Kanälen. Meiner Meinung nach gibt es nur wenige Jobs in Deutschland, die so spannend sind wie meiner.

Was ist das Besondere daran?
Wie viel Zeit haben Sie? Nein, im Ernst: Das fängt ja schon damit an, dass sich WIRED mit dem interessantesten, weil Zukunft-orientiertesten Aspekt der Medienlandschaft beschäftigt, mit der digitalen Welt. In WIRED geht es um Innovationen, die ganze Faszination des Neuen. Und das verlangt natürlich auch nach einer völlig eigenen, kreativen Bild- und Formsprache, das animiert zu Experimenten. Eine ziemliche Herausforderung einerseits, aber auch eine große Chance...

Wie würden Sie einem Laien Ihren Job beschreiben?
Ich versuche, den komplexen Inhalten von WIRED die bestmögliche optische Übersetzung auf den Leib zu schneidern – ich hauche ihnen Seele ein, wenn man so will. Das gilt für die Fotoauswahl, Illustrationen, Schriften und ihre Größen, ihre Anordnung. Natürlich zusammen mit den Kollegen aus den anderen optischen Abteilungen, eine One-Man-Show ist das nicht.

Sind Sie auch für den optischen Online-Auftritt verantwortlich?
Das geht gar nicht anders. Gerade bei WIRED kann man nicht mehr in konventionellen Print- hier, Digital- dort Mustern denken, das sehe ich inhaltlich und optisch als homogene Einheit.

Orientieren Sie sich ab und an ein wenig an der amerikanischen WIRED?
Während der Neukonzeption der deutschen Ausgabe habe ich mir das amerikanische Heft natürlich genau angeschaut. Aber wir hatten den Anspruch, eine eigene, kreative Marke zu entwickeln, die ja vor allem für eine deutsche Zielgruppe funktionieren muss. Wir wollen sicher kein Copy-and-paste der US-Ausgabe sein...

Für WIRED sind Sie auch nach Berlin gegangen und haben München verlassen...
Klar. Für so eine Chance muss man sich auch mal in Bewegung setzen und dahingehen, wo sich Marke und Zielgruppe im besten Fall gegenseitig befruchten. In Berlin lebt die Szene, um die sich WIRED dreht, die Innovatoren, die Start-ups. In meinem Job gehört es dazu, flexibel und lebendig zu bleiben, sich zu verändern, gedanklich wie räumlich.

Das war aber nicht Ihr erster Job bei Condé Nast, richtig?
Nein, ich habe vorher längere Zeit als Creative Consultant für GQ gearbeitet – in einem prima Team übrigens, in dem sehr kreativ und mit viel Bedacht an einer originellen Bild- und Formensprache gearbeitet wird.

Kann man sagen, dass Sie sich dort für den Job als Art Director von WIRED qualifiziert haben?
(Lacht) Wenn man so will. Im Haus wusste man jedenfalls, auf wen man sich einließ...Während meiner Zeit bei GQ habe ich ja auch schon gemeinsam mit den anderen Art-Direktoren des Hauses am Gemeinschaftsmagazin QUINTESSENCE gearbeitet. 

Was braucht man an Rüstzeug, um ein guter Art Director zu werden?
Neugier auf die Branche, auf die Medienwelt, auf Formen und Bilder, daraus resultiert dann im besten Fall eine gewisse Stilsicherheit. Wer nicht gerne liest und sich mit Bild- und Zeichensprache nicht auskennt, wer überhaupt kein wenig künstlerisch interessiert und nicht gerne kreativ arbeitet, der hat in so einem Job sicher Probleme.

Und was ist mit einer formalen Ausbildung?
Na ja, sicher nicht schlecht, ein Grafik-Design-Studium...

…Aber nicht Ihr Einstieg in die Branche?
Nein. Eines meiner ersten Projekte war die Gestaltung eines Zeichentrickfilmes, das hat mir gefallen. Dann kamen Praktika in Redaktionen dazu, schon war ich drin. Im Laufe der Jahre habe ich durch die Zusammenarbeit mit vielen guten Grafikern und Art-Direktoren, etwa bei Neon, Nido oder dem Süddeutschen Magazin, alles in der Praxis gelernt. Später habe ich dann bei GQ nach und nach meinen eigenen Stil entwickeln können.

Andrea Vollmer-Hess
Bildredakteurin bei VOGUE und Syndication Manager für Condé Nast Deutschland
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Andrea Vollmer-Hess - Bildredakteurin bei VOGUE und Syndication Manager für Condé Nast Deutschland

"Es macht wahnsinnig Spaß, jeden Tag die schönsten Bilder zu sehen."

Sabine Gaymann
Redaktionsleiterin myself.de
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Sabine Gaymann - Redaktionsleiterin myself.de

"Hier herrscht eine wunderbare, energiegeladene Atmosphäre. "

Was macht man als Redaktionsleiterin von myself.de?
Ich verantworte den digitalen Auftritt der Marke myself. Das umfasst vor allem inhaltliche und strategische, aber auch technische Entscheidungen: Welche Geschichten möchten wir online in welcher Form erzählen, und was können wir tun, um die Themen des Heftes adäquat aufzugreifen oder weiterzuentwickeln?

Worum genau geht es auf myself.de, und wen sprechen Sie an?
myself richtet sich an selbstbewusste Frauen, die nicht mehr in erster Linie nach Antworten suchen, sondern eher nach Bereicherungen in ihrem bereits erwachsenen Leben. Wir versuchen, ihre Lebenswelt in allen Facetten online abzubilden – das umfasst große Reportagen ebenso wie Servicethemen in den Bereichen Mode und Schönheit, Wohnen, Kochen etc.

Worin liegen dabei Ihre technischen Anforderungen?
Wir müssen uns nicht nur die passenden Inhalte überlegen, sondern auch, wie man dem Medium entsprechend Themen für den Nutzer umsetzen und die Funktionalität unserer Seiten ausbauen kann, schlicht: Wie können wir es den Lesern ermöglichen, unsere Geschichten unkompliziert, schnell und unterhaltsam zu erleben? Es ist gar nicht so einfach…

... viele Klicks zu generieren?
(Lacht) Klar, das gehört natürlich auch dazu. Aber da sind wir bei Condé Nast zum Glück nicht so reichweitengetrieben, wie das vielleicht bei anderen Onlinemedien der Fall ist. Wir wollen nachhaltig mit Qualität überzeugen. Condé Nast, das bedeutet bestes Handwerk, gepaart mit höchsten ästhetischen Ansprüchen. Hier herrscht gerade im digitalen Bereich eine wunderbare, energiegeladene Atmosphäre.

Was empfinden Sie persönlich dabei als größte Herausforderung?
Vielleicht die kribbelnde Unsicherheit, diese Verpflichtung zur ständigen Veränderung. Ich bin in der digitalen Welt zu Hause – sie erfindet sich stets neu und bringt eine ungeheure Dynamik mit sich. Ich weiß heute nicht, wie mein Beruf in zwei Jahren funktioniert – das ist doch spannend. 

Wussten Sie immer schon, dass Sie in Ihrem Beruf inhaltliche und technische Interessen miteinander kombinieren wollen?
Nein, eigentlich nicht. Ich habe ganz klassisch einen Magisterstudiengang in deutscher Literaturwissenschaft im Hauptfach absolviert, außerdem noch englische und amerikanische Literaturwissenschaft sowie Kunst- und Medienwissenschaft in Konstanz studiert. Ich wollte für eine NGO arbeiten und habe in diesem Bereich auch Praktika gemacht, aber das war dann doch nicht ganz das, was ich mir vorgestellt hatte... Ich wechselte die Richtung und ging zu Pro7.de. Dort hatte ich das Glück, dass man zu diesem Zeitpunkt einen großen Relaunch des Internetauftritts plante. Gutes Timing, denn so hat mich meine erste Erfahrung mit den digitalen Medien sofort begeistert.

Was genau hat Sie daran begeistert?
Mich hat damals schon fasziniert, was mich auch heute noch antreibt: Es ist nichts vorhersehbar, man ist ständig im Umbruch, muss immer die neuesten Trends im Auge behalten.

So eine Neugier und Lust am Neuen ist dann vermutlich auch die Grundvoraussetzung für Leute, die in Ihrem Bereich arbeiten wollen?
Unbedingt. Kreativität ist sicher hilfreich. Im Sinne von: Lust, eigene Ideen zu entwickeln und diese umzusetzen – und dabei auch technisches Know-how nicht zu vernachlässigen.

Das klingt nach einem komplexen Profil.
Ja, bildlich gesprochen sitzt man in meinem Beruf nicht in einem Kanu-Achter, der konsequent in eine Richtung unterwegs ist. Man sollte sich eher darauf einstellen, zukünftig in einem Kanu im Wildwasser zu schwimmen. 

Lilian Ingenkamp
Redakteurin im Style-Ressort von AD
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Lilian Ingenkamp - Redakteurin im Style-Ressort von AD

"Eine AD-Produktion ist wie ein kleiner Umzug..."

Sie sind ein echtes „Condé-Nast-Gewächs“?
Stimmt, ich bin wirklich schon lange im Verlag – seitdem ich 19 Jahre alt bin. Allerdings nicht immer im selben Job, keine Angst...

Wie haben Sie das denn in so jungen Jahren schon bewerkstelligt?
Ich habe mich nach dem Abitur für ein Praktikum im Korrespondenzbüro in Paris beworben – mit Erfolg! Das ging ziemlich schnell, kaum war die Bewerbung raus, war ich auch schon in Frankreich...

Und dann sind Sie geblieben?
Nach dem sechsmonatigen Praktikum bin ich wieder zurück nach München gegangen und habe drei Jahre lang Modejournalismus und Medienkommunikation studiert. Währenddessen habe ich aber auch immer wieder für Condé Nast gearbeitet, als Werkstudentin in der GLAMOUR-Redaktion, hauptsächlich in der Moderequisite, und dann im Digitalbereich für Condé Net, wie es damals noch hieß.

Sie scheinen ja früh eine „Liebesbeziehung“ zu Condé Nast aufgebaut zu haben... Wie kam es dazu?
Ich fand es spannend, was sich bei Condé Nast tut. Als ich nach meinem Studium als Onlinevolontärin bei VOGUE fest anfing, wurde gerade die erste iPad-App gelauncht – das war für mich total interessant, weil ganz neu, ich konnte gleich sehr viel mitarbeiten und eigene Ideen umsetzen. So „mittendrin“ hätte ich an anderer Stelle wohl kaum einsteigen können.

Nun sind Sie Textredakteurin bei AD, die als journalistische Instanz in der internationalen Design- und Architekturszene gilt. Von der Mode zum Design und zur Architektur, von Online zu Print...
(Lacht) Ich wollte neue Sachen entdecken – und an Design bin ich schon lange interessiert. AD ist nun mal die erste Adresse, wenn es um Interior Design, Kultur und Architektur auf internationalem Niveau geht.

Ich kann mir vorstellen, dass Sie beim Vorstellungsgespräch gefragt worden sind...
...was wollen Sie hier? Klar. (Lacht laut) Ich selbst habe den Themenwechsel jedoch gar nicht als so abwegig empfunden, ich dachte: Natürlich will ich dahin, AD ist schließlich eine tolle Marke!

Was machen Sie jetzt genau in der Redaktion?
Ich bin Redakteurin im Style-Ressort von AD. Meine Kollegen und ich sind immer auf der Suche nach neuen, besonderen Design-Highlights, besuchen die internationalen Möbelmessen, führen Interviews, verfassen Artikel und organisieren Fotoproduktionen.

Das heißt, dass Sie neben den kreativen auch gewisse organisatorische Fähigkeiten mitbringen müssen?
Genau. Für die Fotostrecken, die wir in Deutschland shooten, müssen Möbel und Produkte aus der ganzen Welt nach München geschafft werden, zum Teil fotografieren wir auch in Berlin. Manchmal ist so eine Produktion wie ein kleiner Umzug – mit dem Unterschied, dass nach dem Shooting alles wieder zurückgeschickt werden muss.

Zu Ihren Aufgaben gehört auch das Schreiben von Artikeln?
Ja, das ist sehr abwechslungsreich und vielschichtig. Wir führen Interviews mit international renommierten Designern, Künstlern und Kreativen...

Die Kür Ihrer Arbeit, nehme ich an?
Sicher, die Treffen mit interessanten Persönlichkeiten aus meiner Branche sind natürlich Highlights. Neulich habe ich den Designer Jacob Gubi in Kopenhagen getroffen, er hat dort gerade ein neues Restaurant ausgestattet – das war ein tolles, entspanntes Gespräch.

Zeigen Sie uns doch mal den Königsweg in eine Redaktion wie AD auf, was muss man für ein Mensch sein, wenn man hier glücklich werden will?
Die auffälligste Gemeinsamkeit in unserer Redaktion ist sicher, dass jeder über ein sehr ausgeprägtes Bewusstsein für Stil, Design und Ästhetik verfügt. Für mich sind wir ein perfektes Team – fachlich wie menschlich.

Wenn man in dieses Team möchte, braucht man...
Zunächst eine gute journalistische Ausbildung denke ich. Natürlich wäre ein Kunst- oder Architekturstudium auch sinnvoll. Das Handwerk ist schon wichtig. Und Neugier natürlich!

Vermarktung und Marketing

Unsere Publisher-Bereiche und zentralen Vermarktungsunits verantworten die strategische Markenführung und sämtliche Verkaufsaktivitäten für Print-Anzeigen und digitale Werbeformate. Aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung ist dies neben den Redaktionen der größte Unternehmensbereich. Vermarktungsspezialisten im Verkaufsinnendienst arbeiten Hand in Hand mit den Kollegen der neun nationalen und internationalen Außendienstbüros und den zentralen Vermarktungsbereichen, wie dem digitalen Produkt- und Kampagnenmanagement und dem Creative-Solutions-Team. Unterstützt wird die Vermarktung durch vielfältige kreative Aktionen und Events der Marketing-Teams.

Stefanie Hasner
Director Creative Solutions
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Stefanie Hasner - Director Creative Solutions

"Ich habe hier die Möglichkeit, mich kreativ komplett auszuleben und auszutoben."

Kathleen Schwiezke
Advertising Director VOGUE
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Kathleen Schwiezke - Advertising Director VOGUE

"Alle geben unglaublich viel!"

Sie sind Advertising Director von VOGUE – was bedeutet das?
Ich bin verantwortlich für die Werbevermarktung von VOGUE – dem Magazin und allen digitalen Angeboten.

Und was bedeutet das konkret?
Ich bin viel im Kontakt mit unseren Kunden und Agenturen und erstelle mit meinem Team individuelle Angebote für sie. Außerdem versorgen wir auch unseren Außendienst mit Konzepten und kreativen Ideen für Kooperationen.

Das war jetzt sehr abstrakt: Wie sieht denn konkret ein ganz durchschnittlicher Tag bei Ihnen aus?
Das unterscheidet sich stark, ich bin ja sozusagen die Schnittstelle zwischen den Kunden, den Mediaagenturen und unserem Außendienst auf der einen Seite und der Redaktion auf der anderen Seite.

Das heißt, dass Sie sehr viel unterwegs sind...
Ja, einen Tag bei Kunden, am nächsten Tag bei Agenturen. Den „normalen“ Tag gibt es in meinem Job nicht. Was aber jeden Tag gleich ist: Es geht um den persönlichen Austausch mit allen Beteiligten. Das ist das Kernelement meines Jobs, und das macht mir sehr viel Spaß.

Ist es schwerer geworden im Anzeigengeschäft, hat sich das Klima da draußen in den letzten Jahren verändert?
Na ja, es ist sicher herausfordernder geworden, aber die Marke VOGUE gilt auf extrem hohem Niveau als stilprägend und ist die wichtigste journalistische Instanz in der Modewelt. Wir profitieren von dieser Qualitätspositionierung und der Relevanz von VOGUE für die Luxusmode- und Kosmetikindustrie auch in der Vermarktung. Die September-Ausgaben von VOGUE, in denen die Modemarken mit ihren Kampagnenstarts die Herbst/Winter-Saison einläuten, sind im Grunde sogar ein Konjunkturbarometer für die Modebranche.

Wie würden Sie es selber einschätzen, wie viel Prozent Ihrer Arbeitszeit verbringen Sie auf Reisen und bei Kunden?
Ich würde sagen: 40:60, also zwei von fünf Tagen.

Das heißt, dass ein Advertising Director kein Sesselhocker sein darf? Eine gewisse Freude am Reisen, eine gewisse Mobilität muss man schon mitbringen?
Ja, das ist unabdingbar, denn ich besuche Kunden und unsere Außenbüros in ganz Deutschland, aber auch in Mailand, London oder Paris. Ich empfinde das Reisen nicht als Belastung. Wenn man es so sehen würde, wäre man in meinem Metier sicher falsch.

Haben Sie sich diesen Job bewusst ausgesucht?
Heute ist es ein Traumjob für mich, aber ich muss zugeben: Mein ursprüngliches Berufsziel sah anders aus. Ich war schon als kleines Kind immer darauf aus, Journalistin zu werden, und habe Kommunikationswissenschaft mit der Ausrichtung Journalismus studiert. Ich habe dann sogar noch erste Praxiserfahrungen gesammelt, in der Redaktion und als Moderatorin bei Radio Gong zum Beispiel und bei einer Tageszeitung…

Und wieso sind Sie dem Journalismus dann abtrünnig geworden?
Ich kam eher zufällig in die Vermarktung. Bei der Elle von Burda. Es hat mir Spaß gemacht, weil der Fashionbezug da war, Mode hat mich schon immer interessiert.

Bis Condé Nast kam...
Als ich das Angebot bekam, für VOGUE zu arbeiten, war das eine großartige Chance, die ich sehr zu schätzen wusste. Ich war damals auch erst 31 Jahre alt.

Keine Angst vor dem großen Namen?
Ich hatte schon Respekt vor dem Anspruch dieses Hauses, keine Frage, das war ja immer irgendwie die Ikone, zu der man aufschaute, auch als Wettbewerber. Aber genau das war auch der Reiz für mich.

Und als Sie dann bei Condé Nast angefangen haben...
...habe ich sofort eine große Professionalität und diesen unglaublich hohen Anspruch in allen Bereichen wahrgenommen. Gut ist nicht gut genug. Alles soll perfekt sein. Alle sind bereit, unglaublich viel zu geben.

Was muss man mitbringen, um eines fernen Tages in Ihre Fußstapfen treten zu können?
Neben dem Medienbranchen- und dem Vermarktungs-Know-How ist es in meiner Position ganz wichtig, dass man gerne mit Menschen in Kontakt ist, dass man diesen Kontakt auch sucht, dass man langfristige vertrauensvolle Beziehungen aufbaut. Man sollte gern rausgehen und sein Produkt auch mit Leidenschaft verkaufen wollen. Und die Kreativität mitbringen, im vorgegebenen Rahmen schnell Ideen zu entwickeln und sie zu präsentieren.

Und man muss sich natürlich auch gern mit Mode beschäftigen, richtig?
(Lacht) Müssen? Man darf...!

Verena Flammersfeld
Sales Director GQ, GQ Style und WIRED
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Verena Flammersfeld - Sales Director GQ, GQ Style und WIRED

"Bei Condé Nast haben wir ein großes internationales Klientel."

Susanne Förg-Randazzo
Publisher VOGUE & AD
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Susanne Förg-Randazzo - Publisher VOGUE & AD

"In unserer Branche gibt es viele interessante Persönlichkeiten."

Ein Publisher ist so etwas wie der kaufmännische Sparringspartner der Chefredakteure. Was genau darf man sich darunter vorstellen?
Sparringspartner trifft es ganz gut. Ein Publisher ist gemeinsam mit dem Chefredakteur verantwortlich für die strategische Weiterentwicklung einer Marke, in meinem Fall also VOGUE und AD. Dabei verantwortet der Chefredakteur alles Inhaltliche und ich als Publisher die anderen zentralen Bereiche, wie die Anzeigenvermarktung oder das Marketing. Ich setze mich viel mit der Marke auseinander und überlege, wie wir sie stärken und ausbauen können – was gerade in Zeiten des digitalen Wandels eine anspruchsvolle Aufgabe ist.
 
Sind Sie auch in die Themenfindung eingebunden?
Nein, das ist die Aufgabe der Redaktion, aber wir tauschen uns regelmäßig aus. Ich bin immer dann eingebunden, wenn es um das Große und Ganze geht – zum Beispiel, ob es neue Supplements oder Line-Extensions geben soll. Die Keimzelle und der Motor für alles ist das Heft – daher arbeiten wir alle sehr eng zusammen. Egal, ob Vermarktung und Marketing, ob Print oder Digital – wir denken in Marken, nicht in Kanälen.
 
Was bedeutet das konkret für Ihr Vermarktungsteam?
Wenn eine Kundenanfrage kommt, denken wir ganzheitlich und versuchen, das ideale Werbekonzept innerhalb des Spektrums einer Marke zu entwickeln – das kann das Magazin, die Website, Apps, individuell entwickelte Promotion-Formate oder eine Event-Partnerschaft beinhalten. Die Vermarktung für unsere Print- und Digitalprodukte läuft bei uns integriert – noch keine Selbstverständlichkeit in unserer Branche.
 
Und bei all diesen Prozessen und Entscheidungen sind Sie an vorderster Front dabei?
Ja, das gehört dazu. Mich interessiert alles. Aber natürlich gibt es bei den Marken Top-Teams, die ihre Bereiche professionell führen.
 
Können Sie mal kurz darstellen, wie Ihr „normaler“ Arbeitstag aussieht?
(Lacht) Das ist schwer. Jeder Tag ist komplett anders. Das Spannendste an meinem Job ist, dass er wirklich absolut vielseitig ist. Aber von außen betrachtet, ist auch viel schöner Schein mit dabei ... Dabei wird hier hart gearbeitet.
 
Klar, die tollen Events, die Reisen ...
Das ist nur eine Facette meines Jobs. Im Alltag geht es um Anzeigenerlöse, Marketing-Aktivitäten und die Budgetplanung für VOGUE und AD.
 
Alles, was ausgegeben wird ...
... läuft über meinen Tisch. Ein großer Teil meines Jobs dreht sich um Zahlen und Budgets. Daneben hat meine Arbeit aber auch viele kreative Aspekte. Von daher, ganz
ehrlich – einen typischen Tagesablauf gibt’s nicht ...
 
Sie wissen nur: Er ist lang, der Tag ...
Ja, es gibt auch Wochen, da bin ich viel unterwegs und wenig in meinem Büro ...
 
Sie gehören zu den einflussreichsten Frauen im Haus. Wie wird man Publisher?
Einen typischen Werdegang gibt es für die Funktion nicht, das ist eher eine Frage der persönlichen Entwicklung. Ich habe Jura studiert und bin dann durch Zufall im Mediengeschäft gelandet, damals beim Burda Verlag. Dann ging es aber relativ schnell weiter: Ich wurde Anzeigenleiterin bei „Cosmopolitan“, die heute zur Bauer Media Group gehört, wechselte 2006 schließlich zu Condé Nast und wurde Advertising Director von GLAMOUR. 2009 habe ich dann zusätzlich die Anzeigenleitung für myself übernommen und 2011 schließlich für die gesamte Frauentitel-Sparte – somit also auch für VOGUE.
 
Inzwischen sind Sie als Publisher für VOGUE und AD zuständig – wobei der Mix ja schon ein wenig ungewöhnlich erscheint?
Gerade die Kombination finde ich spannend, weil ich durch AD nach 10 Jahren im Frauenmedien-Bereich über ein anderes Themenfeld – von Interiordesign, Kunst bis Architektur – ganz andere Facetten meines Jobs kennenlerne. So verschieden sind VOGUE und AD gar nicht – es gibt zahlreiche Überschneidungen.
 
Abschlussfrage: Was raten Sie einer jungen Frau, die ähnliche Karriereabsichten verfolgt wie Sie? Was sollte sie schon mitbringen?
Eine Blaupause gibt es da nicht. Aber man muss natürlich Spaß an Luxus- und Lifestyle-Themen – Mode, Design, Beauty – haben, aber auch mit Zahlen umgehen können und ein kaufmännisches Verständnis mitbringen. Und es ist wichtig, mit beiden Beinen auf dem Boden zu bleiben. Man beschäftigt sich in meinem Job mit den schönen Dingen, aber man sollte sich auch immer wieder bewusst machen, dass davon kein Leben abhängt.
 
Vielen Dank für ...
Halt, das ist noch wichtig: Man braucht ein großes Interesse und Spaß am Umgang mit Menschen – und das sind in unserer Branche ja oft sehr starke und interessante Persönlichkeiten...
Kathrin Ölscher
Senior Marketing Manager GLAMOUR
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Kathrin Ölscher - Senior Marketing Manager GLAMOUR

"Wir denken nicht in Kanälen, sondern es geht uns um die 360-Grad-Betrachtung der Marke GLAMOUR."

Helfen Sie uns: Was treibt so ein Marketing Manager eigentlich den ganzen Tag?
Als Marketing Manager bin ich für die Werbung für GLAMOUR zuständig. Im Team entwickeln wir kreative Marketing-Maßnahmen  – im klassischen Marketing etwa Anzeigenmotive, TV-Spots oder überlegen uns kreative Werbeaktionen bis hin zu Guerilla-Maßnahmen – mit dem Ziel, das Markenimage zu festigen, die Marke noch bekannter zu machen und sie positiv von der Konkurrenz abzuheben. Letztlich soll alles, was wir tun die Auflage und die Reichweite durch imagefördernde Maßnahmen unterstützen und den sehr hohen Qualitätsanspruch der Marke wahren. Wir versuchen, die Arbeit der Redaktion mit der passenden Ansprache und den richtigen Mitteln in die Öffentlichkeit zu bringen. Dabei reicht es nicht, in einzelnen Medienkanälen zu denken, sondern uns geht es um die 360-Grad-Betrachtung der Marke GLAMOUR.

Dazu gehören klassische Kampagnen?
Neben der klassischen Mediaklaviatur wie Print, TV und Online probieren wir auch neue, digitale Werbeformen sowie Kooperationen aus. Ein wichtiger Teil sind auch Events und Aktionen, die wir entweder selbst oder im Rahmen von Partnerschaften wie z.B. Shop-Events veranstalten. Damit machen wir die 360 Grad erlebbar.

Dann gehe ich mal davon aus, dass Ihre Stärke die Kommunikation ist?
Könnte man so sagen. Wir sind mit den unterschiedlichsten Stellen hier im Haus und auch extern – mit Event- und Kreativagenturen – im ständigen Austausch.

Im Klartext: Sie müssen sehr viel reden.

Es hilft schon, wenn man gern mit Leuten spricht, das stimmt.

Wie lernt man Ihren Beruf? Oder besser: Kann man den lernen, gibt’s einen Königsweg?
Nach dem Abitur habe ich zuerst eine Ausbildung zur Mediengestalterin für Digital- und Printmedien gemacht, war also eher im kreativen, grafischen Bereich unterwegs.

Mit welcher Motivation haben Sie das gemacht?
Ich würde sagen: Aus einem generellen Interesse an Werbung und an speziellen Fragen, die sich daraus ergeben – etwa wie Schrift in Kombination mit einem Bild wirkt, mit welchen Mitteln man ein bestimmtes Image transportiert, so etwas.

Verstehe. Ist aber jetzt nicht ganz genau das, was Sie heute machen, oder?
Nein, das ist richtig. Ich habe gemerkt, dass mir der rein ausführende Part nicht genügte...

Sie wollten selber entwickeln, was da im Einzelnen ausgeführt wird?
Genau. (Lacht) Mir liegt das konzeptionelle Arbeiten mehr.

Wie haben Sie den Richtungswechsel dann geschafft?
Ganz klassisch: Ich habe nach der Ausbildung ein BWL-Studium mit Schwerpunkt Medienwirtschaft in Köln absolviert mit einer Diplomarbeit über Markenführung: Wie muss der Kern einer Marke definiert sein, damit nach außen hin ein bestimmtes Image entsteht.

Klingt kompliziert.
Ist es auch oft, aber ich habe das Glück, bei Condé Nast mit Medienprodukten zu arbeiten, die einen starken und einzigartigen Markenkern haben. Nehmen Sie GLAMOUR: Die Marke steht für Fashion und Beauty auf höchstem Niveau und verbindet Luxus und Mass-Market perfekt.

Mit Aktionen wie der GLAMOUR Shopping-Week wird die Marke zusätzlich auf anderen Ebenen erlebbar gemacht. Als eine der größten Einzelhandelskooperationen im deutschsprachigen Raum bietet GLAMOUR entsprechenden Partnern eine Plattform, um exklusive Shopping-Angebote den Leserinnen zur Verfügung zu stellen. Bei den Leserinnen wie auch den Kooperationspartnern ist die Shopping-Week zweimal im Jahr eine fest eingeplante Instanz. Damit wurde eine Aktion ins Leben gerufen, von der viele andere Medienhäuser sich fragen: Wow, wie haben die das geschafft?

Und, wie hat man das geschafft?
Na ja. Condé Nast hat sehr unterschiedlich positionierte Marken – mit einer grundlegenden Gemeinsamkeit: Sie haben alle einen hohen Anspruch und garantieren eine bestimmte Qualität. So ist der Name Condé Nast ein Gütesiegel, und das kann ich sagen, gerade weil ich noch nicht so lange hier arbeite und das über einen großen Zeitraum eher von außen so wahrgenommen habe. Als Mitarbeiterin in anderen Verlagen.

Ihre größte Herausforderung?
Die ergibt sich aus dem Erfolg von GLAMOUR. Wir reden hier über eine starke Marke, die den perfekten Spagat zwischen Luxus und breiter Popularität schafft. Im Marketing müssen wir darauf achten, dass beide Komponenten sich die Waage halten und dass wir nicht mehr nach Kanälen unterscheiden, sondern nur noch in Marken denken.

Würden Sie sagen, dass die Lust am Shopping eine Grundvoraussetzung für eine zukünftige Marketing Managerin bei GLAMOUR ist?
Klar, man muss seine Zielgruppe ja kennen. (Lacht) Nein, ernsthaft: Natürlich sollte man Interesse für Werbung, Trends und Kreativität mitbringen. Und ein Gefühl für ästhetische Gestaltung wäre auch nicht schlecht. Ein klassisches BWL-Studium mit einem Marketing-Schwerpunkt hilft natürlich auch.

Digitalbereiche / Technologie

Die wachsende Bedeutung digitaler Angebote im Mediengeschäft und der stetige technologische Wandel erfordern Spezialisten. Diese sind bei uns vor allem im Digitalbereich zu finden. So arbeitet unser Entwicklerteam ständig an der Verbesserung unserer Websites und Apps und programmiert neue Produkte und Lösungen. Andere Teams im Digitalbereich konzipieren Produktinnovationen/-strategien und sind Experten für Suchmaschinen-Optimierung oder Datenanalyse und Datenmanagement.

Sabrina Netzer
Director Digital Sales Strategy & Ad Operations
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Sabrina Netzer - Director Digital Sales Strategy & Ad Operations

"Jeden Tag ein Tausender-Puzzle..."

Meine Güte, man kann ja Ihren Titel kaum aussprechen, wie soll man da erschließen, was Sie tun...?
(Lacht) Ich erklär es Ihnen: Ich habe als Ad-Managerin hier angefangen, was heißt, dass ich mich um die technische Umsetzung der Online-Werbekampagnen gekümmert habe, die Kunden auf unseren Websites und Apps buchen... Meine Leidenschaft ist die Technik, ich bin jemand, der sich reinfuchst in die kompliziertesten Dinge.

Sie machen mir Angst...
Jaja, ich bin eigentlich schon fast ein Technik-Nerd. Seit ich die Leitung des Teams übernommen habe, kümmere ich mich darüber hinaus auch um alles, was mit der Werbeaussteuerung zu tun hat. Also wenn wir zum Beispiel Banner oder Sondernewsletter verkaufen, kümmern wir uns darum, dass das auch technisch alles richtig auf den Websites angezeigt wird.

Sie haben vermutlich Informatik studiert?
(Lacht laut) Nein. Ich bin Autodidaktin und sehr vielseitig interessiert... Alles, worauf ich Lust habe und was mich interessiert, versuche ich zu lernen, so geht’s schon mal los.

Alles aus dem technischen Bereich, nehme ich an?
Nein, das kann wirklich alles sein. Technik klar, aber auch Sport, und ich stricke viel, ich häkle, ich nähe mittlerweile. Mode ist auch mein Hobby.

Das heißt, Sie haben keine formale Ausbildung?
Na ja, ich habe Abitur gemacht und wollte dann Sport studieren, als ehemalige Karate-Leistungssportlerin hätte ich aber nicht damit gerechnet, dass ich die Aufnahmeprüfung versemmle... Dann habe ich erst mal einige Praktika gemacht, bei Eurosport zum Beispiel in der PR-Abteilung.

Dann waren Sie ja gleich in der Medienbranche...
Moment – erst mal bin ich bei Sport Scheck für eine Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau gelandet und hab dann später neben einem Vollzeitjob ein BWL- und Sportmanagementstudium in sechs Semestern durchgezogen. Ich war in der Zeit auch noch bei Eurosport als Volunteer bei der Fußball-WM beschäftigt, das war wohl mein härtestes Jahr. Vier Jobs gleichzeitig, das war anstrengend...

Aber es fehlt da immer noch die Verbindung zu Ihrer aktuellen Jobbeschreibung...
Irgendwann wollte ich eine eigene Website programmieren, für den Sportverein von meinem Vater, und da habe ich mir ein Buch gekauft und es gelernt, ich bin ja, wie gesagt, eher autodidaktisch veranlagt... Danach wusste ich, dass ich zwar wieder was im Medienbereich machen wollte, aber eben am liebsten in der digitalen Technik online. Schließlich landete ich bei ProSieben.de im Ad-Management, für das es damals erst wenige Leute gab.

Verstehe...
Ich bin kein Mensch, der Routine mag. Ich liebe Probleme, das sind für mich immer neue Herausforderungen. Da kann ich mich reinfuchsen, das ist meine Welt...

Und neue Herausforderungen gibt’s hier im Verlag in Ihrer Abteilung täglich...
Na klar. Ich liebe meinen Job, weil man sich im Digitalen hier jeden Tag neu beweisen, neu erfinden muss. Im Digitalen entwickelt sich alles so schnell weiter, also machen wir ständig Pionierarbeit. Gerade im Ad-Management sind wir gefragt, neue technische Herausforderungen – und die gibt es, weil immer neue Werbeformen entwickelt werden – sofort zu lösen.

Was für Herausforderungen sind das denn so konkret?
Bei Condé Nast haben wir einen sehr hohen Anspruch an Werbung auf unseren Websites. Zum einen muss sie sich optisch hochwertig in das Layout der Seiten einfügen, zum anderen müssen natürlich auch die Kundenwünsche optimal erfüllt werden – alles unsere Baustellen. Es ist sehr diffizil. Ich sage immer, meine Arbeit ist wie jeden Tag ein Tausender-Puzzle machen!

Was raten Sie denn jungen Menschen, die sich für so eine Arbeit wie die Ihre interessieren?
Ich würde sagen: Für Leute, die Veränderungen nicht mögen, ist das nix. Gelassenheit gehört dazu, aber auch eine Portion Ehrgeiz, wer Routine im Job haben will, ist hier fehl am Platz.

Sollten es Digital Natives sein?
Er oder sie sollte schon Spaß am digitalen Leben haben und sich auskennen, klar – und zahlenaffin zu sein ist sicher auch nicht verkehrt.

Markus Uhl
Lead Data Scientist
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Markus Uhl - Lead Data Scientist

"Wir sind hier an der vordersten Front des technisch Machbaren."

Zentrale Bereiche

Hier stellen wir alle Zentral- und Servicebereiche vor, die für den reibungslosen Ablauf in unserer Organisation sehr wichtig sind. Dazu zählen zum Beispiel der Vertrieb, der die Verkäufe unserer Magazine und digitalen Produkte verantwortet, oder die Herstellung, die alle Produktions- und Druckprozesse steuert. Weitere zentrale Abteilungen sind die Unternehmenskommunikation, der verlagsinterne IT-Support, die Personalabteilung, Finanzbuchhaltung oder Controlling und natürlich der House-Service, der für das Facility-Management zuständig ist. Lernen Sie einige Kollegen aus diesem Bereich kennen.

Dr. Judith Suwald
IT-Administration kaufmännische Systeme & Support
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Dr. Judith Suwald - IT-Administration kaufmännische Systeme & Support

"Ich liebe es, mit organisatorischen und technischen Problemen meinen Kopf herauszufordern."

Als kaufmännische Administratorin kümmern Sie sich in der IT-Abteilung von Condé Nast auch um das liebe Geld...
Indirekt richtig: Ich beschäftige mich mit Zahlen und Technik. Also fast jeder, der im Verlag Geld ausgibt oder einnimmt, muss das in irgendeiner Form in unserem Buchhaltungssystem hinterlegen. Ich kümmere mich darum, dass all das technisch funktioniert und die Schnittstellen zwischen den einzelnen Systemen laufen.
 
Können Sie einmal ein kleines Beispiel nennen, damit auch ein Laie sich etwas darunter vorstellen kann?
Na klar: Wenn jemand in einer Redaktion ein Thema plant, dann muss er die Eckdaten für die Produktion –Seitenpreis, Honorare für zum Beispiel freie Autoren, Kosten für Bilder etc. – kalkulieren und in unser Buchhaltungssystem eingeben. Da das recht komplex ist, helfe ich, wenn es hierbei Schwierigkeiten gibt.

Wieso kennen Sie sich so gut aus?
Ich habe mich jahrelang beim Hanser Verlag mit der Thematik beschäftigt und auch viele kaufmännische Auswertungen gemacht. Ich muss aber zugeben, dass mir Condé Nast schon während dieser Zeit aufgefallen ist – spätestens seit der ersten Ausgabe von myself in 2005, die fand ich auf Anhieb toll. Seitdem habe ich immer mal geschaut, ob eine passende Stelle frei ist...

Auf die Sie sich dann klassisch beworben haben?
Nein, ich bin angesprochen worden, von einer Personalagentur. Das war keine schwierige Entscheidung: Mich hat es gereizt, als kaufmännischer Administrator auch mal in einem internationalen Unternehmen zu arbeiten.

Haben sich Ihre Erwartungen bislang erfüllt?
Oh ja, es ist doch chic, Kollegen in New York oder Shanghai zu haben (lacht). Außerdem sind die Marken und Produkte Spitzenklasse, hier wird auf einem sehr hohen Niveau gearbeitet – aber auch mit Freude und Herzblut. Überhaupt die Arbeit mit Menschen, das mag ich sehr.

Worin besteht denn Ihre größte Herausforderung im neuen Job?
Manchmal  muss es schnell gehen, die Kollegen rufen an und brauchen zeitnahe Lösungen. Da kommt schon mal Zeitdruck auf. Im Fachzeitschriftenverlag war das nie ganz so eilig.

Stresst Sie so was?
Im Gegenteil: Mit organisatorischen und technischen Problemen meinen Kopf ständig herauszufordern, das liebe ich. Wenn etwas in einer Programmierung nicht klappt, gebe ich keine Ruhe, bis ich weiß, woran das liegt.

Sie arbeiten ja nicht nur für eine Marke, sondern für ganz Condé Nast ...
Und ich freue mich jeden Monat auf die neuen Ausgaben, ich könnte nun gar nicht mehr sagen, welches Magazin mir das liebste ist.

Können Sie sagen, welche Fähigkeiten man für Ihren Job mitbringen muss?
Das Wichtigste ist Freundlichkeit und Respekt im Umgang mit den Kollegen – nicht jeder ist technisch versiert, da muss man verständlich und geduldig erklären können.

Was ist mit der Ausbildung?
Grundvoraussetzung sollte ein kaufmännischer Hintergrund sein und eine hohe Affinität zu technischen Zusammenhängen. Umgekehrt ist es schwieriger: Techniker tun sich manchmal schwer, die kaufmännischen Zusammenhänge zu verstehen ...

Kommen Sie denn eher von der Technik?
Nein, überhaupt nicht (lacht). Ehrlich gesagt: Zu diesem Job bin ich wie die Jungfrau zum Kind gekommen, um es mal salopp zu sagen.

Jetzt machen Sie uns neugierig ...
Na ja, ich habe eine kaufmännische Ausbildung gemacht und dann Sinologie studiert.

Fachchinesisch!!! (Pause) Entschuldigung ...
Kein Problem (lacht). Und da ich ein wenig zu alt war, um mich nach meiner Promotion noch an der Uni zu habilitieren, bin ich im Hanser Verlag eingestiegen, zunächst im redaktionellen Bereich. Das mit der Technik und dem verlagsspezifischen Background habe ich mir dann angeeignet, weil es kein anderer machen wollte ...

Aber mal ehrlich: Sie würden niemandem raten, erst mal Sinologie zu studieren, um dann in einem Verlag  kaufmännischer Administrator zu werden?
Geschadet hat es aber auch nicht (lacht). Nein, ich würde jedem eine solide Berufsausbildung empfehlen. Studieren kann man hinterher ja immer noch. Das hat viele Vorteile.

Welche zum Beispiel?
Niemand kann einem mangelnde Berufserfahrung vorwerfen und in ein Praktikum schieben. Ich würde auch jedem ohne IT-Hintergrund dazu raten, technische Schulungen zur Administration zu machen. Jeder Arbeitgeber ist froh, wenn sich jemand in genau diese komplizierten Zusammenhänge „hineinfrickelt“.
Christian Tiede
Controller
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Christian Tiede - Controller

"Wir lassen es uns etwas kosten, Geld zu machen ..."

Controller. Da steckt der Schrecken ja schon in der Berufsbezeichnung ...
Keine Angst, das ist nur das Wort, das etwas furchteinflößend klingt. Genau genommen mache ich im Verlag kein pures Controlling, sondern vielmehr alles, was im Finanzbereich anfällt.

Das da wäre?
In unserer Abteilung erstellen wir die Monatsabschlüsse und -berichte. Darin sehen wir, wie wir finanziell dastehen – sowohl bei jeder einzelnen Marke als auch im gesamten Verlag. In diesen Berichten wird zum Beispiel dargestellt, wie das Ergebnis eines Hefts lautet, wie viele Kosten entstanden sind oder wie es um die Overhead-Kosten des gesamten Verlags steht.

Also geht es dabei vor allem um die absoluten Zahlen?
Nein, nein – wir kommentieren das Ergebnis natürlich auch. Allein sagen die Zahlen ja wenig aus. Wir stellen klar, warum die Abschlüsse so sind, warum die Kosten in einem Fall so hoch, die Erträge in einem anderen Fall unter den Erwartungen liegen – das kann ja immer plausible, aber nicht auf den ersten Blick erkennbare Gründe haben. Deshalb werden die Zahlen von uns stets sehr ausführlich und dezidiert erläutert.

Worin besteht die besondere Herausforderung in Ihrem Job?
Natürlich existiert ein gewisser zeitlicher Druck, das ist das eine. Es ist ja von existenzieller Bedeutung, dass der Verlag in jedem Monat vollkommen transparent darstellt, wie leistungsfähig er ist – und womöglich in naher Zukunft sein wird. Und zum anderen muss alles korrekt und sauber dargestellt werden.

Keine Arbeit für kreative Kröpfe ...
Die brauchen wir bei Condé Nast natürlich auch, aber die sind an anderen Stellen besser aufgehoben. (Lacht)


Werden Sie eigentlich von den Redaktionen als Partner oder als Gegner wahrgenommen, der den Rotstift ansetzt?
Ach, das ist bei Condé Nast kein Problem. Wir finden meistens einen harmonischen Mittelweg zwischen den kreativen und den kaufmännischen Erfordernissen unserer Arbeit. Wir sind schließlich alle in einem Unternehmen beschäftigt, das sich der Qualität verschrieben hat. Um es salopp auszudrücken: Wir lassen es uns etwas kosten, Geld zu machen ...

Ist das wichtiger, als über die handelsüblichen Talente eines Betriebswirts zu verfügen?
Das muss man trennen: Für den Job an sich muss man natürlich analytische Fähigkeiten und Spaß am Umgang mit Zahlen mitbringen. Darüber hinaus, da gebe ich Ihnen recht, geht es nicht ohne ein Gespür dafür, was der Verlag eigentlich macht: hochwertige journalistische Produkte. Das bedeutet, dass man hier in speziellen Situationen auch ein Verständnis dafür hat, wenn mal eine Zahl nicht den Erwartungen entspricht.

Haben Sie Betriebswirtschaft studiert?
Richtig, ich habe für meinen Bereich den klassischen Weg beschritten: Nach dem Abitur habe ich bei einer Versicherung eine kaufmännische Ausbildung gemacht, danach in Augsburg ein BWL-Studium absolviert.

Wie sind Sie dann zu Condé Nast gekommen?
Ich war in einer Wirtschaftsprüfung tätig und habe in diesem Rahmen den Condé Nast Verlag geprüft. Ich wusste also, was mich hier erwartete – und freute mich drauf. Das ist natürlich keine so trockene Materie wie in einer Wirtschaftsprüfung.

Was würden Sie potenziellen Bewerbern mit auf den Weg geben?
Die Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Produkt und generell mit dem Verlag ist hier ungewöhnlich hoch. Deshalb ist es wichtig für potenzielle Bewerber im Controlling, dass sie sich nicht nur mit Zahlen und Bilanzen auskennen, sondern auch über soziale Kompetenzen verfügen und sich gerne mit den Marken und Werten des Verlags auseinandersetzen. 

Jan Sobota
Investment Officer Condé Nast International
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Jan Sobota - Investment Officer Condé Nast International

"Man kann meinen Job mit Dating vergleichen."

Lilian Ingenkamp
Redakteurin im Style-Ressort von AD
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Lilian Ingenkamp

Redakteurin im Style-Ressort von AD

Sie sind ein echtes „Condé-Nast-Gewächs“?
Stimmt, ich bin wirklich schon lange im Verlag – seitdem ich 19 Jahre alt bin. Allerdings nicht immer im selben Job, keine Angst...

Wie haben Sie das denn in so jungen Jahren schon bewerkstelligt?
Ich habe mich nach dem Abitur für ein Praktikum im Korrespondenzbüro in Paris beworben – mit Erfolg! Das ging ziemlich schnell, kaum war die Bewerbung raus, war ich auch schon in Frankreich...

Und dann sind Sie geblieben?
Nach dem sechsmonatigen Praktikum bin ich wieder zurück nach München gegangen und habe drei Jahre lang Modejournalismus und Medienkommunikation studiert. Währenddessen habe ich aber auch immer wieder für Condé Nast gearbeitet, als Werkstudentin in der GLAMOUR-Redaktion, hauptsächlich in der Moderequisite, und dann im Digitalbereich für Condé Net, wie es damals noch hieß.

Sie scheinen ja früh eine „Liebesbeziehung“ zu Condé Nast aufgebaut zu haben... Wie kam es dazu?
Ich fand es spannend, was sich bei Condé Nast tut. Als ich nach meinem Studium als Onlinevolontärin bei VOGUE fest anfing, wurde gerade die erste iPad-App gelauncht – das war für mich total interessant, weil ganz neu, ich konnte gleich sehr viel mitarbeiten und eigene Ideen umsetzen. So „mittendrin“ hätte ich an anderer Stelle wohl kaum einsteigen können.

Nun sind Sie Textredakteurin bei AD, die als journalistische Instanz in der internationalen Design- und Architekturszene gilt. Von der Mode zum Design und zur Architektur, von Online zu Print...
(Lacht) Ich wollte neue Sachen entdecken – und an Design bin ich schon lange interessiert. AD ist nun mal die erste Adresse, wenn es um Interior Design, Kultur und Architektur auf internationalem Niveau geht.

Ich kann mir vorstellen, dass Sie beim Vorstellungsgespräch gefragt worden sind...
...was wollen Sie hier? Klar. (Lacht laut) Ich selbst habe den Themenwechsel jedoch gar nicht als so abwegig empfunden, ich dachte: Natürlich will ich dahin, AD ist schließlich eine tolle Marke!

Was machen Sie jetzt genau in der Redaktion?
Ich bin Redakteurin im Style-Ressort von AD. Meine Kollegen und ich sind immer auf der Suche nach neuen, besonderen Design-Highlights, besuchen die internationalen Möbelmessen, führen Interviews, verfassen Artikel und organisieren Fotoproduktionen.

Das heißt, dass Sie neben den kreativen auch gewisse organisatorische Fähigkeiten mitbringen müssen?
Genau. Für die Fotostrecken, die wir in Deutschland shooten, müssen Möbel und Produkte aus der ganzen Welt nach München geschafft werden, zum Teil fotografieren wir auch in Berlin. Manchmal ist so eine Produktion wie ein kleiner Umzug – mit dem Unterschied, dass nach dem Shooting alles wieder zurückgeschickt werden muss.

Zu Ihren Aufgaben gehört auch das Schreiben von Artikeln?
Ja, das ist sehr abwechslungsreich und vielschichtig. Wir führen Interviews mit international renommierten Designern, Künstlern und Kreativen...

Die Kür Ihrer Arbeit, nehme ich an?
Sicher, die Treffen mit interessanten Persönlichkeiten aus meiner Branche sind natürlich Highlights. Neulich habe ich den Designer Jacob Gubi in Kopenhagen getroffen, er hat dort gerade ein neues Restaurant ausgestattet – das war ein tolles, entspanntes Gespräch.

Zeigen Sie uns doch mal den Königsweg in eine Redaktion wie AD auf, was muss man für ein Mensch sein, wenn man hier glücklich werden will?
Die auffälligste Gemeinsamkeit in unserer Redaktion ist sicher, dass jeder über ein sehr ausgeprägtes Bewusstsein für Stil, Design und Ästhetik verfügt. Für mich sind wir ein perfektes Team – fachlich wie menschlich.

Wenn man in dieses Team möchte, braucht man...
Zunächst eine gute journalistische Ausbildung denke ich. Natürlich wäre ein Kunst- oder Architekturstudium auch sinnvoll. Das Handwerk ist schon wichtig. Und Neugier natürlich!

Sabine Gaymann
Redaktionsleiterin myself.de
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Sabine Gaymann

Redaktionsleiterin myself.de

Was macht man als Redaktionsleiterin von myself.de?
Ich verantworte den digitalen Auftritt der Marke myself. Das umfasst vor allem inhaltliche und strategische, aber auch technische Entscheidungen: Welche Geschichten möchten wir online in welcher Form erzählen, und was können wir tun, um die Themen des Heftes adäquat aufzugreifen oder weiterzuentwickeln?

Worum genau geht es auf myself.de, und wen sprechen Sie an?
myself richtet sich an selbstbewusste Frauen, die nicht mehr in erster Linie nach Antworten suchen, sondern eher nach Bereicherungen in ihrem bereits erwachsenen Leben. Wir versuchen, ihre Lebenswelt in allen Facetten online abzubilden – das umfasst große Reportagen ebenso wie Servicethemen in den Bereichen Mode und Schönheit, Wohnen, Kochen etc.

Worin liegen dabei Ihre technischen Anforderungen?
Wir müssen uns nicht nur die passenden Inhalte überlegen, sondern auch, wie man dem Medium entsprechend Themen für den Nutzer umsetzen und die Funktionalität unserer Seiten ausbauen kann, schlicht: Wie können wir es den Lesern ermöglichen, unsere Geschichten unkompliziert, schnell und unterhaltsam zu erleben? Es ist gar nicht so einfach…

... viele Klicks zu generieren?
(Lacht) Klar, das gehört natürlich auch dazu. Aber da sind wir bei Condé Nast zum Glück nicht so reichweitengetrieben, wie das vielleicht bei anderen Onlinemedien der Fall ist. Wir wollen nachhaltig mit Qualität überzeugen. Condé Nast, das bedeutet bestes Handwerk, gepaart mit höchsten ästhetischen Ansprüchen. Hier herrscht gerade im digitalen Bereich eine wunderbare, energiegeladene Atmosphäre.

Was empfinden Sie persönlich dabei als größte Herausforderung?
Vielleicht die kribbelnde Unsicherheit, diese Verpflichtung zur ständigen Veränderung. Ich bin in der digitalen Welt zu Hause – sie erfindet sich stets neu und bringt eine ungeheure Dynamik mit sich. Ich weiß heute nicht, wie mein Beruf in zwei Jahren funktioniert – das ist doch spannend. 

Wussten Sie immer schon, dass Sie in Ihrem Beruf inhaltliche und technische Interessen miteinander kombinieren wollen?
Nein, eigentlich nicht. Ich habe ganz klassisch einen Magisterstudiengang in deutscher Literaturwissenschaft im Hauptfach absolviert, außerdem noch englische und amerikanische Literaturwissenschaft sowie Kunst- und Medienwissenschaft in Konstanz studiert. Ich wollte für eine NGO arbeiten und habe in diesem Bereich auch Praktika gemacht, aber das war dann doch nicht ganz das, was ich mir vorgestellt hatte... Ich wechselte die Richtung und ging zu Pro7.de. Dort hatte ich das Glück, dass man zu diesem Zeitpunkt einen großen Relaunch des Internetauftritts plante. Gutes Timing, denn so hat mich meine erste Erfahrung mit den digitalen Medien sofort begeistert.

Was genau hat Sie daran begeistert?
Mich hat damals schon fasziniert, was mich auch heute noch antreibt: Es ist nichts vorhersehbar, man ist ständig im Umbruch, muss immer die neuesten Trends im Auge behalten.

So eine Neugier und Lust am Neuen ist dann vermutlich auch die Grundvoraussetzung für Leute, die in Ihrem Bereich arbeiten wollen?
Unbedingt. Kreativität ist sicher hilfreich. Im Sinne von: Lust, eigene Ideen zu entwickeln und diese umzusetzen – und dabei auch technisches Know-how nicht zu vernachlässigen.

Das klingt nach einem komplexen Profil.
Ja, bildlich gesprochen sitzt man in meinem Beruf nicht in einem Kanu-Achter, der konsequent in eine Richtung unterwegs ist. Man sollte sich eher darauf einstellen, zukünftig in einem Kanu im Wildwasser zu schwimmen. 

Andrea Vollmer-Hess
Bildredakteurin bei VOGUE und Syndication Manager für Condé Nast Deutschland
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Andrea Vollmer-Hess

Bildredakteurin bei VOGUE und Syndication Manager für Condé Nast Deutschland

Axel Lauer
Art Director WIRED
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Axel Lauer

Art Director WIRED

Als Art Director von WIRED sind Sie…
…. für die visuelle Gestaltung der Marke verantwortlich. Sowohl im Heft als auch auf allen digitalen Kanälen. Meiner Meinung nach gibt es nur wenige Jobs in Deutschland, die so spannend sind wie meiner.

Was ist das Besondere daran?
Wie viel Zeit haben Sie? Nein, im Ernst: Das fängt ja schon damit an, dass sich WIRED mit dem interessantesten, weil Zukunft-orientiertesten Aspekt der Medienlandschaft beschäftigt, mit der digitalen Welt. In WIRED geht es um Innovationen, die ganze Faszination des Neuen. Und das verlangt natürlich auch nach einer völlig eigenen, kreativen Bild- und Formsprache, das animiert zu Experimenten. Eine ziemliche Herausforderung einerseits, aber auch eine große Chance...

Wie würden Sie einem Laien Ihren Job beschreiben?
Ich versuche, den komplexen Inhalten von WIRED die bestmögliche optische Übersetzung auf den Leib zu schneidern – ich hauche ihnen Seele ein, wenn man so will. Das gilt für die Fotoauswahl, Illustrationen, Schriften und ihre Größen, ihre Anordnung. Natürlich zusammen mit den Kollegen aus den anderen optischen Abteilungen, eine One-Man-Show ist das nicht.

Sind Sie auch für den optischen Online-Auftritt verantwortlich?
Das geht gar nicht anders. Gerade bei WIRED kann man nicht mehr in konventionellen Print- hier, Digital- dort Mustern denken, das sehe ich inhaltlich und optisch als homogene Einheit.

Orientieren Sie sich ab und an ein wenig an der amerikanischen WIRED?
Während der Neukonzeption der deutschen Ausgabe habe ich mir das amerikanische Heft natürlich genau angeschaut. Aber wir hatten den Anspruch, eine eigene, kreative Marke zu entwickeln, die ja vor allem für eine deutsche Zielgruppe funktionieren muss. Wir wollen sicher kein Copy-and-paste der US-Ausgabe sein...

Für WIRED sind Sie auch nach Berlin gegangen und haben München verlassen...
Klar. Für so eine Chance muss man sich auch mal in Bewegung setzen und dahingehen, wo sich Marke und Zielgruppe im besten Fall gegenseitig befruchten. In Berlin lebt die Szene, um die sich WIRED dreht, die Innovatoren, die Start-ups. In meinem Job gehört es dazu, flexibel und lebendig zu bleiben, sich zu verändern, gedanklich wie räumlich.

Das war aber nicht Ihr erster Job bei Condé Nast, richtig?
Nein, ich habe vorher längere Zeit als Creative Consultant für GQ gearbeitet – in einem prima Team übrigens, in dem sehr kreativ und mit viel Bedacht an einer originellen Bild- und Formensprache gearbeitet wird.

Kann man sagen, dass Sie sich dort für den Job als Art Director von WIRED qualifiziert haben?
(Lacht) Wenn man so will. Im Haus wusste man jedenfalls, auf wen man sich einließ...Während meiner Zeit bei GQ habe ich ja auch schon gemeinsam mit den anderen Art-Direktoren des Hauses am Gemeinschaftsmagazin QUINTESSENCE gearbeitet. 

Was braucht man an Rüstzeug, um ein guter Art Director zu werden?
Neugier auf die Branche, auf die Medienwelt, auf Formen und Bilder, daraus resultiert dann im besten Fall eine gewisse Stilsicherheit. Wer nicht gerne liest und sich mit Bild- und Zeichensprache nicht auskennt, wer überhaupt kein wenig künstlerisch interessiert und nicht gerne kreativ arbeitet, der hat in so einem Job sicher Probleme.

Und was ist mit einer formalen Ausbildung?
Na ja, sicher nicht schlecht, ein Grafik-Design-Studium...

…Aber nicht Ihr Einstieg in die Branche?
Nein. Eines meiner ersten Projekte war die Gestaltung eines Zeichentrickfilmes, das hat mir gefallen. Dann kamen Praktika in Redaktionen dazu, schon war ich drin. Im Laufe der Jahre habe ich durch die Zusammenarbeit mit vielen guten Grafikern und Art-Direktoren, etwa bei Neon, Nido oder dem Süddeutschen Magazin, alles in der Praxis gelernt. Später habe ich dann bei GQ nach und nach meinen eigenen Stil entwickeln können.

Theresa Pichler
Moderedakteurin myself
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Theresa Pichler

Moderedakteurin myself

Gordon Detels
GQ-Ressortleitung Business, Redaktionsleiter GQ Style und GQ-Sonderhefte
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Gordon Detels

GQ-Ressortleitung Business, Redaktionsleiter GQ Style und GQ-Sonderhefte

Sie sind GQ schon von der allerersten Ausgabe an verbunden...
Stimmt, als ich damals für die Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule und der Ludwig-Maximilians-Universität nach München zog, sah ich am ersten Tag gegenüber meiner damaligen WG die Werbung der allerersten Ausgabe von GQ auf einem City Light. Da war damals Boris Becker drauf, das werde ich nie vergessen. Ich habe mir das Heft gekauft und gedacht: Da würdest du auch gern mal hin.

Nach Wimbledon?
Nein, in die Redaktion natürlich. Und schau her, seit 2012 bin ich fest dabei. Wobei ich davor schon mehrere Jahre als freier Autor auch für GQ tätig war.

Wie wichtig war Ihre Ausbildung für die Anstellung?
Das kann ich nicht sagen. Dennoch würde ich jedem angehenden Journalisten den Besuch einer Journalistenschule oder mindestens ein Volontariat empfehlen. Gerade in einem Verlag wie Condé Nast, der hohe Ansprüche an die fachliche Kompetenz seiner Leute stellt, ist so eine Ausbildung von Vorteil.

Hilft ein Praktikum, um einen Job bei GQ zu bekommen?
Auf jeden Fall. Anders als in anderen Redaktionen hat man die reelle Chance auf eine Anstellung, wenn man neugierig ist, gut schreiben kann und ein Gespür für Themen hat. Denn bei uns sind Praktikanten von Beginn an vollwertige Redaktionsmitglieder und müssen keinen Kaffee kochen. Das übernimmt unsere Espressomaschine.

Sie sagen, Sie wollten schon vor vielen Jahren zu GQ, wieso?
Weil ich bei GQ eine ungeheure Bandbreite an Themen vorfinde. Das finde ich interessanter, als immer nur Spezialwissen über Wirtschaft oder Politik zu verbreiten. Im Gegensatz zu meinen Mitschülern auf der Journalistenschule, die lieber zur ZEIT wollten oder zum Spiegel, interessierte mich von Beginn an Lifestyle-Journalismus.

Was machen Sie bei GQ?
Ich bin erst mal wie jeder andere Teil der Redaktion. Konkret betreue ich den Business-Teil und verantworte die Supplements wie beispielsweise GQ Speed sowie zusammen mit unserem Fashion Director die zweimal im Jahr erscheinende GQ Style. Grundsätzlich ist es bei uns aber so, dass es zwar Ressortverantwortliche gibt, jeder aber für jeden Heftteil schreiben kann. Das macht den Arbeitsalltag sehr abwechslungsreich.

Wie würden Sie den Geist von GQ beschreiben?
Zugegebenermaßen zelebrieren wir schon eine gewisse Lust an den schönen Dingen. Dennoch haben wir auch einen hohen journalistischen Anspruch, das ist unserem Chefredakteur sehr wichtig. Wir achten auf Qualität, auf Originalität. Mir gefällt, was ein Preisträger auf der GQ-Veranstaltung „Männer des Jahres“ einmal auf der Bühne sagte: „Durch euch habe ich den Unterschied zwischen einem Männer- und einem Herrenmagazin verstanden.“

Damit wollte er sagen...
...dass es anders als bei vielen anderen Lifestylemedien in GQ einen gewichtigen Platz gibt für gesellschaftlich relevante Themen. Wir zeigen eben nicht nur schöne Bilder und Produkte. Nehmen wir die Aktion ‚Mundpropaganda – Gentlemen gegen Homophobie‘–, da haben wir mithilfe von Prominenten ein Zeichen gegen die Intoleranz in unserer Gesellschaft gesetzt und damit eine große öffentliche Diskussion entfacht.

Es muss also nicht immer nur der zehnte Grill-Guide sein?
Den gibt es natürlich auch, aber wir versuchen vor allem, ein seriöser, profunder Ratgeber zu sein. Wir beantworten für unsere Leser die Frage, was einen Gentleman von heute ausmacht – und zwar auf allen Ebenen.

Das verspricht ja auch schon Ihr Claim „Lebensstil für Männer mit Anspruch“. Wie lösen Sie den ein?
Indem wir neugierig und offen gegenüber Neuem sind. Dazu kommt: Bei uns in der Redaktion sind die Hierarchien flach, jede Meinung wird gleichwertig behandelt und diskutiert. Durch diese Kommunikationskultur entstehen dann oft spannende Geschichten.

Was muss man denn alles können, wenn man Redakteur bei GQ werden will?
Da wir über einen hohen Textanteil verfügen und nicht nur optisch sondern, wie gesagt, sehr inhaltlich denken, reicht es nicht, sich nur für schöne Dinge zu interessieren, um dann ein paar oberflächliche Zeilen unter Bilder zu schreiben. So jemand ist falsch bei uns.

Trotzdem hört man, dass man in Ihrem Job auch gerne reisen sollte...
Das ist richtig. Und wichtig. Denn wie sollen wir eine Haltung zu den Themen der Zeit gewinnen – und die ist sehr gefragt bei GQ –, wenn wir uns nicht da draußen rumtreiben und sehen, was gerade passiert?

Nicht selten werden Geschichten bei GQ aus der Ich-Perspektive des Autors geschrieben, wieso?
Weil dieser meinungsstarke Ansatz emotional und authentisch ist. Außerdem ist es ein guter Weg, Humor ins Heft zu bringen. Denn: Ein Mann ohne Humor kann kein Gentleman sein.

Max Walbersdorf
Online-Redakteur GQ und GQ STYLE
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Max Walbersdorf

Online-Redakteur GQ und GQ STYLE

Maria-Jacoba Geremus
Projektmanagement Douglas Magazin
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Maria-Jacoba Geremus

Projektmanagement Douglas Magazin

Ergänzen Sie doch mal diesen Satz: In Ihrer Position als Projektmanagerin für das internationale Douglas Magazin brauchen Sie vor allem …
... Stressresistenz. Kommunikationsbereitschaft. Genauigkeit. Und natürlich gedankliche Flexibilität. In meinem Job läuft es eigentlich nie so, wie man das erwartet. Das liegt schon allein daran, dass ich ständig mit Menschen aus mehreren Ländern parallel an Ausgaben arbeite.

Was genau ist Ihr Job dabei?
Ganz allgemein gesprochen: Ich begleite die internationale Adaption des Douglas Magazins von der Themenfindung bis zum Druck. Wir produzieren Ausgaben in ganz Europa: Österreich, Frankreich, Italien, Portugal, Litauen, Polen und Kroatien. Damit bin ich ganz gut ausgelastet …

Und was macht man da konkret?
Reden. Sehr, sehr viel reden (lacht).

Das heißt, man benötigt ein gewisses Organisationstalent.
Absolut. Ohne Freude an logistischen Herausforderungen sollte man damit gar nicht erst anfangen. Aber es ist natürlich mehr als das. Ein journalistisches Verständnis muss man auch mitbringen, denn als Schnittstelle zwischen Redaktion und Kunden stößt man sehr schnell an seine Grenzen, wenn man das journalistische Handwerk nicht beherrscht.

Wo haben Sie Ihres denn gelernt?
(lacht) Ich habe in Wien Politikwissenschaft studiert.

Das ist aber jetzt nicht unbedingt der direkte Weg zur Condé Nast Manufaktur …
(lacht wieder) Wohl kaum. Aber ich habe schon während des Studiums Interesse an internationalen Projekten entwickelt, auch im Ausland diverse Praktika gemacht und schließlich im Bertelsmann-Verlag ein Volontariat in der Corporate-Business-Sparte absolviert.

Zumal ja die Condé Nast Manufaktur Corporate Publishing, also Websites und Magazine für Kunden macht. Was macht für Sie den Unterschied aus?
Im Corporate Publishing herrschen klare Verhältnisse, das mag ich. Jeder weiß, dass der Kunde seine Themen und Interessen in diesem Heft bündelt. Aber, und das ist entscheidend: Wie setzen wir das perfekt und ansprechend um? Das ist doch die große Herausforderung. Der Kunde möchte ja schließlich von unserer journalistischen Kompetenz profitieren. Darüber hinaus braucht es auch eine gewisse unternehmerische Denke. Ich finde das sehr reizvoll.

Ist der gestalterische und journalistische Anspruch im Corporate Publishing genauso hoch wie bei den eigenen Condé-Nast-Publikationen?
Auf jeden Fall, das ist ja auch schon daran zu erkennen, dass die Strukturen durchlässig sind: Es gibt freie Journalisten, die für die Manufaktur arbeiten und daneben auch für unsere verlagseigenen Publikationen schreiben. Voraussetzung ist immer der hohe Qualitätsanspruch, den Condé Nast hier wie da einfordert.

Noch einmal kurz zurück zu Ihrem Studium: Sie würden Bewerbern für Ihre Position jetzt aber nicht wirklich zu einem Politikstudium raten?
Warum nicht? Ich finde, dass im Prinzip fast jedes Studium hilft, seine persönlichen Fähigkeiten auszubilden: Ich wäre sicherlich nicht in der Lage, vernetzt zu denken, gut zu analysieren und auch flexibel auf immer neue Problemstellungen zu reagieren, wenn ich das nicht im Studium regelmäßig forciert hätte.

Andrea Ketterer
Chefredakteurin GLAMOUR
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Andrea Ketterer

Chefredakteurin GLAMOUR

Kathrin Ölscher
Senior Marketing Manager GLAMOUR
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Kathrin Ölscher

Senior Marketing Manager GLAMOUR

Helfen Sie uns: Was treibt so ein Marketing Manager eigentlich den ganzen Tag?
Als Marketing Manager bin ich für die Werbung für GLAMOUR zuständig. Im Team entwickeln wir kreative Marketing-Maßnahmen  – im klassischen Marketing etwa Anzeigenmotive, TV-Spots oder überlegen uns kreative Werbeaktionen bis hin zu Guerilla-Maßnahmen – mit dem Ziel, das Markenimage zu festigen, die Marke noch bekannter zu machen und sie positiv von der Konkurrenz abzuheben. Letztlich soll alles, was wir tun die Auflage und die Reichweite durch imagefördernde Maßnahmen unterstützen und den sehr hohen Qualitätsanspruch der Marke wahren. Wir versuchen, die Arbeit der Redaktion mit der passenden Ansprache und den richtigen Mitteln in die Öffentlichkeit zu bringen. Dabei reicht es nicht, in einzelnen Medienkanälen zu denken, sondern uns geht es um die 360-Grad-Betrachtung der Marke GLAMOUR.

Dazu gehören klassische Kampagnen?
Neben der klassischen Mediaklaviatur wie Print, TV und Online probieren wir auch neue, digitale Werbeformen sowie Kooperationen aus. Ein wichtiger Teil sind auch Events und Aktionen, die wir entweder selbst oder im Rahmen von Partnerschaften wie z.B. Shop-Events veranstalten. Damit machen wir die 360 Grad erlebbar.

Dann gehe ich mal davon aus, dass Ihre Stärke die Kommunikation ist?
Könnte man so sagen. Wir sind mit den unterschiedlichsten Stellen hier im Haus und auch extern – mit Event- und Kreativagenturen – im ständigen Austausch.

Im Klartext: Sie müssen sehr viel reden.

Es hilft schon, wenn man gern mit Leuten spricht, das stimmt.

Wie lernt man Ihren Beruf? Oder besser: Kann man den lernen, gibt’s einen Königsweg?
Nach dem Abitur habe ich zuerst eine Ausbildung zur Mediengestalterin für Digital- und Printmedien gemacht, war also eher im kreativen, grafischen Bereich unterwegs.

Mit welcher Motivation haben Sie das gemacht?
Ich würde sagen: Aus einem generellen Interesse an Werbung und an speziellen Fragen, die sich daraus ergeben – etwa wie Schrift in Kombination mit einem Bild wirkt, mit welchen Mitteln man ein bestimmtes Image transportiert, so etwas.

Verstehe. Ist aber jetzt nicht ganz genau das, was Sie heute machen, oder?
Nein, das ist richtig. Ich habe gemerkt, dass mir der rein ausführende Part nicht genügte...

Sie wollten selber entwickeln, was da im Einzelnen ausgeführt wird?
Genau. (Lacht) Mir liegt das konzeptionelle Arbeiten mehr.

Wie haben Sie den Richtungswechsel dann geschafft?
Ganz klassisch: Ich habe nach der Ausbildung ein BWL-Studium mit Schwerpunkt Medienwirtschaft in Köln absolviert mit einer Diplomarbeit über Markenführung: Wie muss der Kern einer Marke definiert sein, damit nach außen hin ein bestimmtes Image entsteht.

Klingt kompliziert.
Ist es auch oft, aber ich habe das Glück, bei Condé Nast mit Medienprodukten zu arbeiten, die einen starken und einzigartigen Markenkern haben. Nehmen Sie GLAMOUR: Die Marke steht für Fashion und Beauty auf höchstem Niveau und verbindet Luxus und Mass-Market perfekt.

Mit Aktionen wie der GLAMOUR Shopping-Week wird die Marke zusätzlich auf anderen Ebenen erlebbar gemacht. Als eine der größten Einzelhandelskooperationen im deutschsprachigen Raum bietet GLAMOUR entsprechenden Partnern eine Plattform, um exklusive Shopping-Angebote den Leserinnen zur Verfügung zu stellen. Bei den Leserinnen wie auch den Kooperationspartnern ist die Shopping-Week zweimal im Jahr eine fest eingeplante Instanz. Damit wurde eine Aktion ins Leben gerufen, von der viele andere Medienhäuser sich fragen: Wow, wie haben die das geschafft?

Und, wie hat man das geschafft?
Na ja. Condé Nast hat sehr unterschiedlich positionierte Marken – mit einer grundlegenden Gemeinsamkeit: Sie haben alle einen hohen Anspruch und garantieren eine bestimmte Qualität. So ist der Name Condé Nast ein Gütesiegel, und das kann ich sagen, gerade weil ich noch nicht so lange hier arbeite und das über einen großen Zeitraum eher von außen so wahrgenommen habe. Als Mitarbeiterin in anderen Verlagen.

Ihre größte Herausforderung?
Die ergibt sich aus dem Erfolg von GLAMOUR. Wir reden hier über eine starke Marke, die den perfekten Spagat zwischen Luxus und breiter Popularität schafft. Im Marketing müssen wir darauf achten, dass beide Komponenten sich die Waage halten und dass wir nicht mehr nach Kanälen unterscheiden, sondern nur noch in Marken denken.

Würden Sie sagen, dass die Lust am Shopping eine Grundvoraussetzung für eine zukünftige Marketing Managerin bei GLAMOUR ist?
Klar, man muss seine Zielgruppe ja kennen. (Lacht) Nein, ernsthaft: Natürlich sollte man Interesse für Werbung, Trends und Kreativität mitbringen. Und ein Gefühl für ästhetische Gestaltung wäre auch nicht schlecht. Ein klassisches BWL-Studium mit einem Marketing-Schwerpunkt hilft natürlich auch.

Susanne Förg-Randazzo
Publisher VOGUE & AD
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Susanne Förg-Randazzo

Publisher VOGUE & AD

Ein Publisher ist so etwas wie der kaufmännische Sparringspartner der Chefredakteure. Was genau darf man sich darunter vorstellen?
Sparringspartner trifft es ganz gut. Ein Publisher ist gemeinsam mit dem Chefredakteur verantwortlich für die strategische Weiterentwicklung einer Marke, in meinem Fall also VOGUE und AD. Dabei verantwortet der Chefredakteur alles Inhaltliche und ich als Publisher die anderen zentralen Bereiche, wie die Anzeigenvermarktung oder das Marketing. Ich setze mich viel mit der Marke auseinander und überlege, wie wir sie stärken und ausbauen können – was gerade in Zeiten des digitalen Wandels eine anspruchsvolle Aufgabe ist.
 
Sind Sie auch in die Themenfindung eingebunden?
Nein, das ist die Aufgabe der Redaktion, aber wir tauschen uns regelmäßig aus. Ich bin immer dann eingebunden, wenn es um das Große und Ganze geht – zum Beispiel, ob es neue Supplements oder Line-Extensions geben soll. Die Keimzelle und der Motor für alles ist das Heft – daher arbeiten wir alle sehr eng zusammen. Egal, ob Vermarktung und Marketing, ob Print oder Digital – wir denken in Marken, nicht in Kanälen.
 
Was bedeutet das konkret für Ihr Vermarktungsteam?
Wenn eine Kundenanfrage kommt, denken wir ganzheitlich und versuchen, das ideale Werbekonzept innerhalb des Spektrums einer Marke zu entwickeln – das kann das Magazin, die Website, Apps, individuell entwickelte Promotion-Formate oder eine Event-Partnerschaft beinhalten. Die Vermarktung für unsere Print- und Digitalprodukte läuft bei uns integriert – noch keine Selbstverständlichkeit in unserer Branche.
 
Und bei all diesen Prozessen und Entscheidungen sind Sie an vorderster Front dabei?
Ja, das gehört dazu. Mich interessiert alles. Aber natürlich gibt es bei den Marken Top-Teams, die ihre Bereiche professionell führen.
 
Können Sie mal kurz darstellen, wie Ihr „normaler“ Arbeitstag aussieht?
(Lacht) Das ist schwer. Jeder Tag ist komplett anders. Das Spannendste an meinem Job ist, dass er wirklich absolut vielseitig ist. Aber von außen betrachtet, ist auch viel schöner Schein mit dabei ... Dabei wird hier hart gearbeitet.
 
Klar, die tollen Events, die Reisen ...
Das ist nur eine Facette meines Jobs. Im Alltag geht es um Anzeigenerlöse, Marketing-Aktivitäten und die Budgetplanung für VOGUE und AD.
 
Alles, was ausgegeben wird ...
... läuft über meinen Tisch. Ein großer Teil meines Jobs dreht sich um Zahlen und Budgets. Daneben hat meine Arbeit aber auch viele kreative Aspekte. Von daher, ganz
ehrlich – einen typischen Tagesablauf gibt’s nicht ...
 
Sie wissen nur: Er ist lang, der Tag ...
Ja, es gibt auch Wochen, da bin ich viel unterwegs und wenig in meinem Büro ...
 
Sie gehören zu den einflussreichsten Frauen im Haus. Wie wird man Publisher?
Einen typischen Werdegang gibt es für die Funktion nicht, das ist eher eine Frage der persönlichen Entwicklung. Ich habe Jura studiert und bin dann durch Zufall im Mediengeschäft gelandet, damals beim Burda Verlag. Dann ging es aber relativ schnell weiter: Ich wurde Anzeigenleiterin bei „Cosmopolitan“, die heute zur Bauer Media Group gehört, wechselte 2006 schließlich zu Condé Nast und wurde Advertising Director von GLAMOUR. 2009 habe ich dann zusätzlich die Anzeigenleitung für myself übernommen und 2011 schließlich für die gesamte Frauentitel-Sparte – somit also auch für VOGUE.
 
Inzwischen sind Sie als Publisher für VOGUE und AD zuständig – wobei der Mix ja schon ein wenig ungewöhnlich erscheint?
Gerade die Kombination finde ich spannend, weil ich durch AD nach 10 Jahren im Frauenmedien-Bereich über ein anderes Themenfeld – von Interiordesign, Kunst bis Architektur – ganz andere Facetten meines Jobs kennenlerne. So verschieden sind VOGUE und AD gar nicht – es gibt zahlreiche Überschneidungen.
 
Abschlussfrage: Was raten Sie einer jungen Frau, die ähnliche Karriereabsichten verfolgt wie Sie? Was sollte sie schon mitbringen?
Eine Blaupause gibt es da nicht. Aber man muss natürlich Spaß an Luxus- und Lifestyle-Themen – Mode, Design, Beauty – haben, aber auch mit Zahlen umgehen können und ein kaufmännisches Verständnis mitbringen. Und es ist wichtig, mit beiden Beinen auf dem Boden zu bleiben. Man beschäftigt sich in meinem Job mit den schönen Dingen, aber man sollte sich auch immer wieder bewusst machen, dass davon kein Leben abhängt.
 
Vielen Dank für ...
Halt, das ist noch wichtig: Man braucht ein großes Interesse und Spaß am Umgang mit Menschen – und das sind in unserer Branche ja oft sehr starke und interessante Persönlichkeiten...
Verena Flammersfeld
Sales Director GQ, GQ Style und WIRED
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Verena Flammersfeld

Sales Director GQ, GQ Style und WIRED

Kathleen Schwiezke
Advertising Director VOGUE
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Kathleen Schwiezke

Advertising Director VOGUE

Sie sind Advertising Director von VOGUE – was bedeutet das?
Ich bin verantwortlich für die Werbevermarktung von VOGUE – dem Magazin und allen digitalen Angeboten.

Und was bedeutet das konkret?
Ich bin viel im Kontakt mit unseren Kunden und Agenturen und erstelle mit meinem Team individuelle Angebote für sie. Außerdem versorgen wir auch unseren Außendienst mit Konzepten und kreativen Ideen für Kooperationen.

Das war jetzt sehr abstrakt: Wie sieht denn konkret ein ganz durchschnittlicher Tag bei Ihnen aus?
Das unterscheidet sich stark, ich bin ja sozusagen die Schnittstelle zwischen den Kunden, den Mediaagenturen und unserem Außendienst auf der einen Seite und der Redaktion auf der anderen Seite.

Das heißt, dass Sie sehr viel unterwegs sind...
Ja, einen Tag bei Kunden, am nächsten Tag bei Agenturen. Den „normalen“ Tag gibt es in meinem Job nicht. Was aber jeden Tag gleich ist: Es geht um den persönlichen Austausch mit allen Beteiligten. Das ist das Kernelement meines Jobs, und das macht mir sehr viel Spaß.

Ist es schwerer geworden im Anzeigengeschäft, hat sich das Klima da draußen in den letzten Jahren verändert?
Na ja, es ist sicher herausfordernder geworden, aber die Marke VOGUE gilt auf extrem hohem Niveau als stilprägend und ist die wichtigste journalistische Instanz in der Modewelt. Wir profitieren von dieser Qualitätspositionierung und der Relevanz von VOGUE für die Luxusmode- und Kosmetikindustrie auch in der Vermarktung. Die September-Ausgaben von VOGUE, in denen die Modemarken mit ihren Kampagnenstarts die Herbst/Winter-Saison einläuten, sind im Grunde sogar ein Konjunkturbarometer für die Modebranche.

Wie würden Sie es selber einschätzen, wie viel Prozent Ihrer Arbeitszeit verbringen Sie auf Reisen und bei Kunden?
Ich würde sagen: 40:60, also zwei von fünf Tagen.

Das heißt, dass ein Advertising Director kein Sesselhocker sein darf? Eine gewisse Freude am Reisen, eine gewisse Mobilität muss man schon mitbringen?
Ja, das ist unabdingbar, denn ich besuche Kunden und unsere Außenbüros in ganz Deutschland, aber auch in Mailand, London oder Paris. Ich empfinde das Reisen nicht als Belastung. Wenn man es so sehen würde, wäre man in meinem Metier sicher falsch.

Haben Sie sich diesen Job bewusst ausgesucht?
Heute ist es ein Traumjob für mich, aber ich muss zugeben: Mein ursprüngliches Berufsziel sah anders aus. Ich war schon als kleines Kind immer darauf aus, Journalistin zu werden, und habe Kommunikationswissenschaft mit der Ausrichtung Journalismus studiert. Ich habe dann sogar noch erste Praxiserfahrungen gesammelt, in der Redaktion und als Moderatorin bei Radio Gong zum Beispiel und bei einer Tageszeitung…

Und wieso sind Sie dem Journalismus dann abtrünnig geworden?
Ich kam eher zufällig in die Vermarktung. Bei der Elle von Burda. Es hat mir Spaß gemacht, weil der Fashionbezug da war, Mode hat mich schon immer interessiert.

Bis Condé Nast kam...
Als ich das Angebot bekam, für VOGUE zu arbeiten, war das eine großartige Chance, die ich sehr zu schätzen wusste. Ich war damals auch erst 31 Jahre alt.

Keine Angst vor dem großen Namen?
Ich hatte schon Respekt vor dem Anspruch dieses Hauses, keine Frage, das war ja immer irgendwie die Ikone, zu der man aufschaute, auch als Wettbewerber. Aber genau das war auch der Reiz für mich.

Und als Sie dann bei Condé Nast angefangen haben...
...habe ich sofort eine große Professionalität und diesen unglaublich hohen Anspruch in allen Bereichen wahrgenommen. Gut ist nicht gut genug. Alles soll perfekt sein. Alle sind bereit, unglaublich viel zu geben.

Was muss man mitbringen, um eines fernen Tages in Ihre Fußstapfen treten zu können?
Neben dem Medienbranchen- und dem Vermarktungs-Know-How ist es in meiner Position ganz wichtig, dass man gerne mit Menschen in Kontakt ist, dass man diesen Kontakt auch sucht, dass man langfristige vertrauensvolle Beziehungen aufbaut. Man sollte gern rausgehen und sein Produkt auch mit Leidenschaft verkaufen wollen. Und die Kreativität mitbringen, im vorgegebenen Rahmen schnell Ideen zu entwickeln und sie zu präsentieren.

Und man muss sich natürlich auch gern mit Mode beschäftigen, richtig?
(Lacht) Müssen? Man darf...!

Stefanie Hasner
Director Creative Solutions
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Stefanie Hasner

Director Creative Solutions

Sabrina Netzer
Director Digital Sales Strategy & Ad Operations
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Sabrina Netzer

Director Digital Sales Strategy & Ad Operations

Meine Güte, man kann ja Ihren Titel kaum aussprechen, wie soll man da erschließen, was Sie tun...?
(Lacht) Ich erklär es Ihnen: Ich habe als Ad-Managerin hier angefangen, was heißt, dass ich mich um die technische Umsetzung der Online-Werbekampagnen gekümmert habe, die Kunden auf unseren Websites und Apps buchen... Meine Leidenschaft ist die Technik, ich bin jemand, der sich reinfuchst in die kompliziertesten Dinge.

Sie machen mir Angst...
Jaja, ich bin eigentlich schon fast ein Technik-Nerd. Seit ich die Leitung des Teams übernommen habe, kümmere ich mich darüber hinaus auch um alles, was mit der Werbeaussteuerung zu tun hat. Also wenn wir zum Beispiel Banner oder Sondernewsletter verkaufen, kümmern wir uns darum, dass das auch technisch alles richtig auf den Websites angezeigt wird.

Sie haben vermutlich Informatik studiert?
(Lacht laut) Nein. Ich bin Autodidaktin und sehr vielseitig interessiert... Alles, worauf ich Lust habe und was mich interessiert, versuche ich zu lernen, so geht’s schon mal los.

Alles aus dem technischen Bereich, nehme ich an?
Nein, das kann wirklich alles sein. Technik klar, aber auch Sport, und ich stricke viel, ich häkle, ich nähe mittlerweile. Mode ist auch mein Hobby.

Das heißt, Sie haben keine formale Ausbildung?
Na ja, ich habe Abitur gemacht und wollte dann Sport studieren, als ehemalige Karate-Leistungssportlerin hätte ich aber nicht damit gerechnet, dass ich die Aufnahmeprüfung versemmle... Dann habe ich erst mal einige Praktika gemacht, bei Eurosport zum Beispiel in der PR-Abteilung.

Dann waren Sie ja gleich in der Medienbranche...
Moment – erst mal bin ich bei Sport Scheck für eine Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau gelandet und hab dann später neben einem Vollzeitjob ein BWL- und Sportmanagementstudium in sechs Semestern durchgezogen. Ich war in der Zeit auch noch bei Eurosport als Volunteer bei der Fußball-WM beschäftigt, das war wohl mein härtestes Jahr. Vier Jobs gleichzeitig, das war anstrengend...

Aber es fehlt da immer noch die Verbindung zu Ihrer aktuellen Jobbeschreibung...
Irgendwann wollte ich eine eigene Website programmieren, für den Sportverein von meinem Vater, und da habe ich mir ein Buch gekauft und es gelernt, ich bin ja, wie gesagt, eher autodidaktisch veranlagt... Danach wusste ich, dass ich zwar wieder was im Medienbereich machen wollte, aber eben am liebsten in der digitalen Technik online. Schließlich landete ich bei ProSieben.de im Ad-Management, für das es damals erst wenige Leute gab.

Verstehe...
Ich bin kein Mensch, der Routine mag. Ich liebe Probleme, das sind für mich immer neue Herausforderungen. Da kann ich mich reinfuchsen, das ist meine Welt...

Und neue Herausforderungen gibt’s hier im Verlag in Ihrer Abteilung täglich...
Na klar. Ich liebe meinen Job, weil man sich im Digitalen hier jeden Tag neu beweisen, neu erfinden muss. Im Digitalen entwickelt sich alles so schnell weiter, also machen wir ständig Pionierarbeit. Gerade im Ad-Management sind wir gefragt, neue technische Herausforderungen – und die gibt es, weil immer neue Werbeformen entwickelt werden – sofort zu lösen.

Was für Herausforderungen sind das denn so konkret?
Bei Condé Nast haben wir einen sehr hohen Anspruch an Werbung auf unseren Websites. Zum einen muss sie sich optisch hochwertig in das Layout der Seiten einfügen, zum anderen müssen natürlich auch die Kundenwünsche optimal erfüllt werden – alles unsere Baustellen. Es ist sehr diffizil. Ich sage immer, meine Arbeit ist wie jeden Tag ein Tausender-Puzzle machen!

Was raten Sie denn jungen Menschen, die sich für so eine Arbeit wie die Ihre interessieren?
Ich würde sagen: Für Leute, die Veränderungen nicht mögen, ist das nix. Gelassenheit gehört dazu, aber auch eine Portion Ehrgeiz, wer Routine im Job haben will, ist hier fehl am Platz.

Sollten es Digital Natives sein?
Er oder sie sollte schon Spaß am digitalen Leben haben und sich auskennen, klar – und zahlenaffin zu sein ist sicher auch nicht verkehrt.

Markus Uhl
Lead Data Scientist
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Markus Uhl

Lead Data Scientist

Christian Tiede
Controller
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Christian Tiede

Controller

Controller. Da steckt der Schrecken ja schon in der Berufsbezeichnung ...
Keine Angst, das ist nur das Wort, das etwas furchteinflößend klingt. Genau genommen mache ich im Verlag kein pures Controlling, sondern vielmehr alles, was im Finanzbereich anfällt.

Das da wäre?
In unserer Abteilung erstellen wir die Monatsabschlüsse und -berichte. Darin sehen wir, wie wir finanziell dastehen – sowohl bei jeder einzelnen Marke als auch im gesamten Verlag. In diesen Berichten wird zum Beispiel dargestellt, wie das Ergebnis eines Hefts lautet, wie viele Kosten entstanden sind oder wie es um die Overhead-Kosten des gesamten Verlags steht.

Also geht es dabei vor allem um die absoluten Zahlen?
Nein, nein – wir kommentieren das Ergebnis natürlich auch. Allein sagen die Zahlen ja wenig aus. Wir stellen klar, warum die Abschlüsse so sind, warum die Kosten in einem Fall so hoch, die Erträge in einem anderen Fall unter den Erwartungen liegen – das kann ja immer plausible, aber nicht auf den ersten Blick erkennbare Gründe haben. Deshalb werden die Zahlen von uns stets sehr ausführlich und dezidiert erläutert.

Worin besteht die besondere Herausforderung in Ihrem Job?
Natürlich existiert ein gewisser zeitlicher Druck, das ist das eine. Es ist ja von existenzieller Bedeutung, dass der Verlag in jedem Monat vollkommen transparent darstellt, wie leistungsfähig er ist – und womöglich in naher Zukunft sein wird. Und zum anderen muss alles korrekt und sauber dargestellt werden.

Keine Arbeit für kreative Kröpfe ...
Die brauchen wir bei Condé Nast natürlich auch, aber die sind an anderen Stellen besser aufgehoben. (Lacht)


Werden Sie eigentlich von den Redaktionen als Partner oder als Gegner wahrgenommen, der den Rotstift ansetzt?
Ach, das ist bei Condé Nast kein Problem. Wir finden meistens einen harmonischen Mittelweg zwischen den kreativen und den kaufmännischen Erfordernissen unserer Arbeit. Wir sind schließlich alle in einem Unternehmen beschäftigt, das sich der Qualität verschrieben hat. Um es salopp auszudrücken: Wir lassen es uns etwas kosten, Geld zu machen ...

Ist das wichtiger, als über die handelsüblichen Talente eines Betriebswirts zu verfügen?
Das muss man trennen: Für den Job an sich muss man natürlich analytische Fähigkeiten und Spaß am Umgang mit Zahlen mitbringen. Darüber hinaus, da gebe ich Ihnen recht, geht es nicht ohne ein Gespür dafür, was der Verlag eigentlich macht: hochwertige journalistische Produkte. Das bedeutet, dass man hier in speziellen Situationen auch ein Verständnis dafür hat, wenn mal eine Zahl nicht den Erwartungen entspricht.

Haben Sie Betriebswirtschaft studiert?
Richtig, ich habe für meinen Bereich den klassischen Weg beschritten: Nach dem Abitur habe ich bei einer Versicherung eine kaufmännische Ausbildung gemacht, danach in Augsburg ein BWL-Studium absolviert.

Wie sind Sie dann zu Condé Nast gekommen?
Ich war in einer Wirtschaftsprüfung tätig und habe in diesem Rahmen den Condé Nast Verlag geprüft. Ich wusste also, was mich hier erwartete – und freute mich drauf. Das ist natürlich keine so trockene Materie wie in einer Wirtschaftsprüfung.

Was würden Sie potenziellen Bewerbern mit auf den Weg geben?
Die Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Produkt und generell mit dem Verlag ist hier ungewöhnlich hoch. Deshalb ist es wichtig für potenzielle Bewerber im Controlling, dass sie sich nicht nur mit Zahlen und Bilanzen auskennen, sondern auch über soziale Kompetenzen verfügen und sich gerne mit den Marken und Werten des Verlags auseinandersetzen. 

Jan Sobota
Investment Officer Condé Nast International
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Jan Sobota

Investment Officer Condé Nast International

Dr. Judith Suwald
IT-Administration kaufmännische Systeme & Support
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Dr. Judith Suwald

IT-Administration kaufmännische Systeme & Support

Als kaufmännische Administratorin kümmern Sie sich in der IT-Abteilung von Condé Nast auch um das liebe Geld...
Indirekt richtig: Ich beschäftige mich mit Zahlen und Technik. Also fast jeder, der im Verlag Geld ausgibt oder einnimmt, muss das in irgendeiner Form in unserem Buchhaltungssystem hinterlegen. Ich kümmere mich darum, dass all das technisch funktioniert und die Schnittstellen zwischen den einzelnen Systemen laufen.
 
Können Sie einmal ein kleines Beispiel nennen, damit auch ein Laie sich etwas darunter vorstellen kann?
Na klar: Wenn jemand in einer Redaktion ein Thema plant, dann muss er die Eckdaten für die Produktion –Seitenpreis, Honorare für zum Beispiel freie Autoren, Kosten für Bilder etc. – kalkulieren und in unser Buchhaltungssystem eingeben. Da das recht komplex ist, helfe ich, wenn es hierbei Schwierigkeiten gibt.

Wieso kennen Sie sich so gut aus?
Ich habe mich jahrelang beim Hanser Verlag mit der Thematik beschäftigt und auch viele kaufmännische Auswertungen gemacht. Ich muss aber zugeben, dass mir Condé Nast schon während dieser Zeit aufgefallen ist – spätestens seit der ersten Ausgabe von myself in 2005, die fand ich auf Anhieb toll. Seitdem habe ich immer mal geschaut, ob eine passende Stelle frei ist...

Auf die Sie sich dann klassisch beworben haben?
Nein, ich bin angesprochen worden, von einer Personalagentur. Das war keine schwierige Entscheidung: Mich hat es gereizt, als kaufmännischer Administrator auch mal in einem internationalen Unternehmen zu arbeiten.

Haben sich Ihre Erwartungen bislang erfüllt?
Oh ja, es ist doch chic, Kollegen in New York oder Shanghai zu haben (lacht). Außerdem sind die Marken und Produkte Spitzenklasse, hier wird auf einem sehr hohen Niveau gearbeitet – aber auch mit Freude und Herzblut. Überhaupt die Arbeit mit Menschen, das mag ich sehr.

Worin besteht denn Ihre größte Herausforderung im neuen Job?
Manchmal  muss es schnell gehen, die Kollegen rufen an und brauchen zeitnahe Lösungen. Da kommt schon mal Zeitdruck auf. Im Fachzeitschriftenverlag war das nie ganz so eilig.

Stresst Sie so was?
Im Gegenteil: Mit organisatorischen und technischen Problemen meinen Kopf ständig herauszufordern, das liebe ich. Wenn etwas in einer Programmierung nicht klappt, gebe ich keine Ruhe, bis ich weiß, woran das liegt.

Sie arbeiten ja nicht nur für eine Marke, sondern für ganz Condé Nast ...
Und ich freue mich jeden Monat auf die neuen Ausgaben, ich könnte nun gar nicht mehr sagen, welches Magazin mir das liebste ist.

Können Sie sagen, welche Fähigkeiten man für Ihren Job mitbringen muss?
Das Wichtigste ist Freundlichkeit und Respekt im Umgang mit den Kollegen – nicht jeder ist technisch versiert, da muss man verständlich und geduldig erklären können.

Was ist mit der Ausbildung?
Grundvoraussetzung sollte ein kaufmännischer Hintergrund sein und eine hohe Affinität zu technischen Zusammenhängen. Umgekehrt ist es schwieriger: Techniker tun sich manchmal schwer, die kaufmännischen Zusammenhänge zu verstehen ...

Kommen Sie denn eher von der Technik?
Nein, überhaupt nicht (lacht). Ehrlich gesagt: Zu diesem Job bin ich wie die Jungfrau zum Kind gekommen, um es mal salopp zu sagen.

Jetzt machen Sie uns neugierig ...
Na ja, ich habe eine kaufmännische Ausbildung gemacht und dann Sinologie studiert.

Fachchinesisch!!! (Pause) Entschuldigung ...
Kein Problem (lacht). Und da ich ein wenig zu alt war, um mich nach meiner Promotion noch an der Uni zu habilitieren, bin ich im Hanser Verlag eingestiegen, zunächst im redaktionellen Bereich. Das mit der Technik und dem verlagsspezifischen Background habe ich mir dann angeeignet, weil es kein anderer machen wollte ...

Aber mal ehrlich: Sie würden niemandem raten, erst mal Sinologie zu studieren, um dann in einem Verlag  kaufmännischer Administrator zu werden?
Geschadet hat es aber auch nicht (lacht). Nein, ich würde jedem eine solide Berufsausbildung empfehlen. Studieren kann man hinterher ja immer noch. Das hat viele Vorteile.

Welche zum Beispiel?
Niemand kann einem mangelnde Berufserfahrung vorwerfen und in ein Praktikum schieben. Ich würde auch jedem ohne IT-Hintergrund dazu raten, technische Schulungen zur Administration zu machen. Jeder Arbeitgeber ist froh, wenn sich jemand in genau diese komplizierten Zusammenhänge „hineinfrickelt“.