03.05.2022 - „Einfach schön!“ Die Maiausgabe von AD Architectural Digest zeigt nachhaltiges Design, das Alt und Neu verbindet

Unter dem Titel „Einfach schön!“ widmet sich die Maiausgabe von AD Architectural Digest dem Wechselspiel aus Tradition und Innovation. Es geht um die Neuentdeckung von Klassikern und frische Trends, die das Potenzial haben, Designgeschichte zu schreiben. Gerahmt wird all das von der Frage nach mehr Nachhaltigkeit im Design. Die Ausgabe trägt wegweisende Beispiele im mehrseitigen Sustainability Guide zusammen und gibt dem Thema auch darüber hinaus auf vielfältige Weise Raum. Im Fokus stehen Designschaffende, die die sozialen und ökologischen Aspekte ihres Handelns ernst nehmen, darunter der thailändische Architekt Boonserm Premthada mit seinem gemeinnützigen Projekt Artisans Ayutthaya: The Woman Restaurant, Aïcha Tabbiz, die letzte Töpferin ihres Dorfes im Rif-Gebirge und der Designer Brunello Cucinelli, dessen Umgang mit Kaschmir seit Jahrzehnten immer wieder neue Maßstäbe setzt.

„Es gehört immer wieder zu den frappierendsten Einsichten unserer Arbeit, dass und wie sehr im Grunde alle guten Interiordesigner:innen stets auch feinfühlige Historiker:innen sind. Oder im Laufe eines Projekts zu solchen werden. Dass Häuser, die man aus der Vergangenheit in die Gegenwart holen möchte, eine Geschichte haben, ist für jeden selbstverständlich. Doch erst wer willens und in der Lage ist, dieser Geschichte wahrlich mit dem Blick und der Neugier des Forschers auf den Grund zu gehen, wird es vermögen, einem Ort jene unwiderstehliche Atmosphäre einzuhauchen, die sich nicht aus platten Zitaten und amalgamierten Versatzstücken speist, sondern die aus nahezu philologisch genauer Rekonstruktion einen neuen Resonanzraum schafft. Einen Raum, der nicht in musealer Kälte und Langeweile erstarrt, sondern der vibriert, angestoßen von all den Bedeutungsebenen, die hier über- und ineinander geschoben sind“, so Oliver Jahn, Deputy Global Editorial Director AD.

Sally Fuls, Head of Editorial Content AD Architectural Digest Germany, ergänzt: „Klimaerwärmung, Krisen, Konflikte – die Welt ist voll von bad news. Doch Stefan Sagmeister sagt lieber, das Glas ist halb voll, nicht halb leer. Weswegen das kreative Mastermind eine ganze Serie davon für Lobmeyr entwarf. In der 8-teiligen Kollektion ‚Beautiful Numbers‘ werden ermutigende, aber abstrakte Zahlen zu ganz konkreten Blättern: Die wachsenden Blattgrößen zeigen zum Beispiel den Anstieg der Länder, die das Kyoto-Protokoll ratifiziert haben (aktuell 193) oder den Umstand, dass ‚nur‘ noch 9 Prozent der Weltbevölkerung keinen Zugang zu sauberem Wasser haben. Design also, das einen Unterschied macht, auch darum soll es in dieser AD gehen, um Gestaltung, die nachhaltig etwas verändert.“

Sustainability Guide: Tragende Ideen im Dienst von Natur und Kunst
Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in Design und Architektur? Wo wird aus bloßem Greenwashing echtes Engagement? AD Architectural Digest geht diesen Fragen im Mai nach und präsentiert Design-Ansätze und Projekte, die vor allem einem gemeinsamen Ziel folgen: Gutes zu schaffen, das Substanz hat:

Die Architektin Marine Bonnefoy hat nahe Marseille ein Haus aus Lehm gebaut. Der in Südfrankreich reichlich vorhandene Baustoff wird in der Architektur bisher selten genutzt, bietet aber großes Potential. Mithilfe von Nicolas Meunier, der auf die Sanierung von Stampflehmbauten spezialisiert ist, entwarf Bonnefoy das erste zeitgenössische französische Haus aus Stampflehm. Nur die Grundmauern sind aus Beton, um das Einsickern von Wasser zu verhindern. Der Lehm wurde nur 20 Autominuten vor Marseille abgebaut, um den CO₂-Abdruck des Projekts so klein wie möglich zu halten.

Im Dienst der Natur steht auch die Arbeit von Mario Cucinella. Sein Besucherzentrum am Land-Art-Projekt Cretto di Burri in Sizilien ist das jüngste Beispiel dafür: Der Architekt hinterfragt mit seinem subtilen Bau, was nachhaltige Architektur im Wechselspiel mit der natürlichen Topografie bedeuten kann. Der Rundbau folgt dem natürlichen Gefälle des Geländes und bricht so mit der Starrheit des Bestandsgebäudes aus den 1980er-Jahren. So entstand ein formal diskreter, ökologisch geplanter Bau, der Infopoint, Shop und einen Bereich für Filme und Projektionen verbindet.

Diébédo Francis Kéré zählt zu den wichtigsten Architekten der Gegenwart. Für sein revolutionäres und zugleich zutiefst bescheidenes Bauen erhielt der in Burkina Faso geborene und seit den 1990er-Jahren in Berlin lebende Kéré nun den Pritzker-Preis. Das Urteil des Preis-Komitees war eindeutig: „In einer Welt in der Krise, die von schwankenden Werten bestimmt wird, erinnert uns Diébédo Francis Kéré wieder an die Grundsteine der Architektur: Mitmenschlichkeit und Geschichtsschreibung. Er zeigt uns, dass die Architektur eine Quelle des Glücks sein kann.“ Seine Projekte sind dafür die besten Beispiele – darunter eine Grundschule in seinem Heimatdorf Gando, das Opernhaus in Laongo (beide in Burkina Faso) oder das im Bau befindliche Parlamentsgebäude in Porto-Novo, Benin. Kéré ist der erste afrikanische Pritzkerpreisträger, 2020 war er erstmals unter den AD100, sein Startup Lions Campus in Kenia wurde in die AD Works of Wonder aufgenommen. „Ich hoffe, ich kann dazu beitragen, einen Paradigmenwechsel herbeizuführen und die Menschen dazu zu bringen, zu träumen und Risiken einzugehen. Wir alle verdienen Qualität und Komfort“, umreißt der Architekt seine Arbeit.

Die Maiausgabe von AD Architectural Digest „Einfach schön“ ist ab 03. Mai 2022 im Handel und online erhältlich.

************

Links:
http://www.ad-magazin.de
http://instagram.com/ad_germany
https://www.youtube.com/c/ADDeutschland
http://www.pinterest.com/adgermany
https://www.facebook.com/ADDeutschland
https://www.linkedin.com/company/adgermany
https://www.ad-magazin.de/custom/newsletter

Heft:
https://amzn.to/37hUBem

Downloads