In einem Satz: Was machst du für den Condé Nast Verlag?
Ich bin in erster Linie für die Erstellung von Vermarktungskonzepten für VOGUE & AD zuständig, befasse mich aber auch mit neuen Erlösansätzen für beide Marken. Dazu gehören Events, mit denen wir unsere Marken erlebbar machen, wie zum Beispiel die „VOGUE loves“-Shopping-Events oder Konferenzen wie der AD Design Summit.

Nehmen wir mal an, für VOGUE soll ein ganz neues Event-Format entstehen. Welche Aufgaben kommen dann auf dich und dein Team zu?
An der Entwicklung des Formats sind mehrere Teams beteiligt: Redaktion, Marketing und natürlich wir im Brand Sales Team. Wir bringen das Konzept dann für unsere Werbekunden zu Papier und entwickeln Ansätze, wie sie mit ihrer Marke dabei sein können. Sprich: Wir kümmern uns darum, das Event zu finanzieren. Dann erst legen wir los, so ein Projekt auch umzusetzen.

Was ist dabei die größte Herausforderung?
Die größte Herausforderung ist es, die Interessen aller Beteiligten zu verbinden, ihren kreativen Input auf den Punkt zu bringen und dann noch für Außenstehende abzubilden.

Und wer unterstützt dich dabei?
Im Brand Sales sind wir sieben Personen, vom Junior Brand Manager bis zum Brand Director. Im Grunde ergeben sich aber Schnittstellen mit fast allen Abteilungen. Besonders eng arbeiten wir mit dem Marketing, den Redaktionen, der Produktion und den Sales Teams zusammen, Print wie Digital. Aber auch mit der PR, gerade wenn es um Events geht. Unser Aufgabenfeld ist so breit, dass wir fast überall involviert sind. Wie sagt man nochmal? Ah ja, die eierlegende Wollmilchsau – aber im positiven Sinn (lacht).

Verstehe, bei euch sollte man also ein Multitalent sein. Gibt es trotzdem Fähigkeiten, die für die Arbeit in deinem Team besonders wichtig sind?
Auf jeden Fall Flexibilität. Zum einen, da unser Aufgabenfeld so vielfältig ist, zum anderen, da sich die Medienbranche ständig weiterentwickelt. Hier ist so vieles in Bewegung. Neugier, Offenheit und ein gewisses Gefühl für Zeitgeist sind auch wichtige Eigenschaften, wenn man für Marken wie VOGUE und AD arbeitet. Wir beobachten ständig, was da draußen passiert und was wir tun können, um aktuelle Trends einzufangen und daraus schließlich neue, geeignete Markenplattformen zu schaffen. Natürlich sollte man sich schon auch für Mode- und Designthemen interessieren. Sonst fällt es schwer, in Terminen mit den Redaktionen zu diskutieren und Ideen zu entwickeln, die wirklich zu unseren Marken passen.

Du stellst also auch Bewerber ein, die sich nicht im kleinsten Detail mit den neuesten Kollektionen oder Designern auskennen?
Ja, auf jeden Fall! Die Kollektionen kenne ich ja auch nicht auswendig. Das Interesse für unsere Marken und deren Kosmos ist wichtig, um sich immer wieder zu inspirieren. Dann weiß man auch, wie man eine Verbindung zwischen unseren Marken und denen der Kunden schafft. Auch die Tools unseres Jobs kann man im Prinzip lernen. Aber Leidenschaft für die Marken – das ist eine Grundvoraussetzung. Ob die vorhanden ist, merkt man im Bewerbungsgespräch schnell.

Du selbst bist ja jetzt schon seit einigen Jahren bei Condé Nast und hast in der Zeit bestimmt schon viel erlebt. Was war dein absolutes Highlight?
Oje, das ist schwer. Ich glaube am tollsten ist es, zu sehen, was für eine Faszination unsere Marken auf die Leser und Fans ausüben. Man merkt das zum Beispiel bei unseren VOGUE-Events rund um die Fashion Week. Da kommen immer wieder Modebegeisterte, die mit unserer Chefredakteurin Christiane Arp Selfies machen wollen und ihr sagen, wie toll sie das finden, was VOGUE macht. Bei AD ist das ähnlich, zum Beispiel beim Design Award, mit dem wir Nachwuchsdesigner fördern. All dieses Engagement geht ja auch weit über das hinaus, was im Heft passiert.

Apropos Highlight: Wie ist es eigentlich, mit Christiane Arp zusammenzuarbeiten?
Toll! Wirklich sehr inspirierend. Christiane Arp ist eine unglaublich kreative Vordenkerin. Sie stellt die Dinge immer wieder in Frage und legt dazu – wenn nötig – auch mal den Finger in die Wunde. Stillstand ist ein Fremdwort für sie. Man kann so viel von ihr lernen.

Hat sich deine Arbeit im Laufe der Jahre denn verändert?
Klar, die hat sich total verändert! Früher waren wir eine Anzeigenabteilung, die klassische Angebote mit den Anzeigenpreisen unserer Magazine verschickt hat. Irgendwann kamen dann Websites und damit digitale Werbemittel hinzu. Da war die Welt noch in Ordnung (lacht). Heute gibt es eine Vielzahl an Produkten, die wir hier im Team vermarkten. Im Mittelpunkt stehen Magazin und Website. Drumherum gibt es aber noch viele Social-Media-Kanäle, Sonderhefte und Events. Alles ist deutlich komplexer geworden. Mir persönlich macht der Job dadurch aber auch jedes Jahr mehr Spaß.

Hört sich an, als wärst du wunschlos glücklich. Oder gibt es vielleicht doch ein Projekt, das du gern noch umsetzen würdest?
Na klar, ich sehe da noch so viel Potenzial! Ich möchte mich noch weiter darauf konzentrieren, unsere Marken zu ganzen Markenwelten auszubauen. Wir sollten ihre ikonische Kraft noch mehr nutzen, um auch in ganz anderen Geschäftsfeldern erfolgreich zu sein. Ein Beispiel von GQ ist die GQ Bar in Berlin. Vielleicht kommen wir aber auch bald mit einer limitierten VOGUE-Kollektion um die Ecke. Oder wir vermarkten Apartments, die von den Interior-Experten von AD eingerichtet wurden. Toll wäre, wenn Leute in Zukunft bei den Begriffen „VOGUE“ oder „AD“ zwar in erster Linie an das Magazin, aber auch an eine ganze Markenwelt denken“.

Na da bin ich mal gespannt. Viel Erfolg dabei!
Ja, man darf gespannt sein. Vielen Dank!