Sie sind ein echtes „Condé-Nast-Gewächs“?
Stimmt, ich bin wirklich schon lange im Verlag – seitdem ich 19 Jahre alt bin. Allerdings nicht immer im selben Job, keine Angst...

Wie haben Sie das denn in so jungen Jahren schon bewerkstelligt?
Ich habe mich nach dem Abitur für ein Praktikum im Korrespondenzbüro in Paris beworben – mit Erfolg! Das ging ziemlich schnell, kaum war die Bewerbung raus, war ich auch schon in Frankreich...

Und dann sind Sie geblieben?
Nach dem sechsmonatigen Praktikum bin ich wieder zurück nach München gegangen und habe drei Jahre lang Modejournalismus und Medienkommunikation studiert. Währenddessen habe ich aber auch immer wieder für Condé Nast gearbeitet, als Werkstudentin in der GLAMOUR-Redaktion, hauptsächlich in der Moderequisite, und dann im Digitalbereich für Condé Net, wie es damals noch hieß.

Sie scheinen ja früh eine „Liebesbeziehung“ zu Condé Nast aufgebaut zu haben... Wie kam es dazu?
Ich fand es spannend, was sich bei Condé Nast tut. Als ich nach meinem Studium als Onlinevolontärin bei VOGUE fest anfing, wurde gerade die erste iPad-App gelauncht – das war für mich total interessant, weil ganz neu, ich konnte gleich sehr viel mitarbeiten und eigene Ideen umsetzen. So „mittendrin“ hätte ich an anderer Stelle wohl kaum einsteigen können.

Nun sind Sie Textredakteurin bei AD, die als journalistische Instanz in der internationalen Design- und Architekturszene gilt. Von der Mode zum Design und zur Architektur, von Online zu Print...
(Lacht) Ich wollte neue Sachen entdecken – und an Design bin ich schon lange interessiert. AD ist nun mal die erste Adresse, wenn es um Interior Design, Kultur und Architektur auf internationalem Niveau geht.

Ich kann mir vorstellen, dass Sie beim Vorstellungsgespräch gefragt worden sind...
...was wollen Sie hier? Klar. (Lacht laut) Ich selbst habe den Themenwechsel jedoch gar nicht als so abwegig empfunden, ich dachte: Natürlich will ich dahin, AD ist schließlich eine tolle Marke!

Was machen Sie jetzt genau in der Redaktion?
Ich bin Redakteurin im Style-Ressort von AD. Meine Kollegen und ich sind immer auf der Suche nach neuen, besonderen Design-Highlights, besuchen die internationalen Möbelmessen, führen Interviews, verfassen Artikel und organisieren Fotoproduktionen.

Das heißt, dass Sie neben den kreativen auch gewisse organisatorische Fähigkeiten mitbringen müssen?
Genau. Für die Fotostrecken, die wir in Deutschland shooten, müssen Möbel und Produkte aus der ganzen Welt nach München geschafft werden, zum Teil fotografieren wir auch in Berlin. Manchmal ist so eine Produktion wie ein kleiner Umzug – mit dem Unterschied, dass nach dem Shooting alles wieder zurückgeschickt werden muss.

Zu Ihren Aufgaben gehört auch das Schreiben von Artikeln?
Ja, das ist sehr abwechslungsreich und vielschichtig. Wir führen Interviews mit international renommierten Designern, Künstlern und Kreativen...

Die Kür Ihrer Arbeit, nehme ich an?
Sicher, die Treffen mit interessanten Persönlichkeiten aus meiner Branche sind natürlich Highlights. Neulich habe ich den Designer Jacob Gubi in Kopenhagen getroffen, er hat dort gerade ein neues Restaurant ausgestattet – das war ein tolles, entspanntes Gespräch.

Zeigen Sie uns doch mal den Königsweg in eine Redaktion wie AD auf, was muss man für ein Mensch sein, wenn man hier glücklich werden will?
Die auffälligste Gemeinsamkeit in unserer Redaktion ist sicher, dass jeder über ein sehr ausgeprägtes Bewusstsein für Stil, Design und Ästhetik verfügt. Für mich sind wir ein perfektes Team – fachlich wie menschlich.

Wenn man in dieses Team möchte, braucht man...
Zunächst eine gute journalistische Ausbildung denke ich. Natürlich wäre ein Kunst- oder Architekturstudium auch sinnvoll. Das Handwerk ist schon wichtig. Und Neugier natürlich!