Meine Güte, man kann ja Ihren Titel kaum aussprechen, wie soll man da erschließen, was Sie tun...?
(Lacht) Ich erklär es Ihnen: Ich habe als Ad-Managerin hier angefangen, was heißt, dass ich mich um die technische Umsetzung der Online-Werbekampagnen gekümmert habe, die Kunden auf unseren Websites und Apps buchen... Meine Leidenschaft ist die Technik, ich bin jemand, der sich reinfuchst in die kompliziertesten Dinge.

Sie machen mir Angst...
Jaja, ich bin eigentlich schon fast ein Technik-Nerd. Seit ich die Leitung des Teams übernommen habe, kümmere ich mich darüber hinaus auch um alles, was mit der Werbeaussteuerung zu tun hat. Also wenn wir zum Beispiel Banner oder Sondernewsletter verkaufen, kümmern wir uns darum, dass das auch technisch alles richtig auf den Websites angezeigt wird.

Sie haben vermutlich Informatik studiert?
(Lacht laut) Nein. Ich bin Autodidaktin und sehr vielseitig interessiert... Alles, worauf ich Lust habe und was mich interessiert, versuche ich zu lernen, so geht’s schon mal los.

Alles aus dem technischen Bereich, nehme ich an?
Nein, das kann wirklich alles sein. Technik klar, aber auch Sport, und ich stricke viel, ich häkle, ich nähe mittlerweile. Mode ist auch mein Hobby.

Das heißt, Sie haben keine formale Ausbildung?
Na ja, ich habe Abitur gemacht und wollte dann Sport studieren, als ehemalige Karate-Leistungssportlerin hätte ich aber nicht damit gerechnet, dass ich die Aufnahmeprüfung versemmle... Dann habe ich erst mal einige Praktika gemacht, bei Eurosport zum Beispiel in der PR-Abteilung.

Dann waren Sie ja gleich in der Medienbranche...
Moment – erst mal bin ich bei Sport Scheck für eine Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau gelandet und hab dann später neben einem Vollzeitjob ein BWL- und Sportmanagementstudium in sechs Semestern durchgezogen. Ich war in der Zeit auch noch bei Eurosport als Volunteer bei der Fußball-WM beschäftigt, das war wohl mein härtestes Jahr. Vier Jobs gleichzeitig, das war anstrengend...

Aber es fehlt da immer noch die Verbindung zu Ihrer aktuellen Jobbeschreibung...
Irgendwann wollte ich eine eigene Website programmieren, für den Sportverein von meinem Vater, und da habe ich mir ein Buch gekauft und es gelernt, ich bin ja, wie gesagt, eher autodidaktisch veranlagt... Danach wusste ich, dass ich zwar wieder was im Medienbereich machen wollte, aber eben am liebsten in der digitalen Technik online. Schließlich landete ich bei ProSieben.de im Ad-Management, für das es damals erst wenige Leute gab.

Verstehe...
Ich bin kein Mensch, der Routine mag. Ich liebe Probleme, das sind für mich immer neue Herausforderungen. Da kann ich mich reinfuchsen, das ist meine Welt...

Und neue Herausforderungen gibt’s hier im Verlag in Ihrer Abteilung täglich...
Na klar. Ich liebe meinen Job, weil man sich im Digitalen hier jeden Tag neu beweisen, neu erfinden muss. Im Digitalen entwickelt sich alles so schnell weiter, also machen wir ständig Pionierarbeit. Gerade im Ad-Management sind wir gefragt, neue technische Herausforderungen – und die gibt es, weil immer neue Werbeformen entwickelt werden – sofort zu lösen.

Was für Herausforderungen sind das denn so konkret?
Bei Condé Nast haben wir einen sehr hohen Anspruch an Werbung auf unseren Websites. Zum einen muss sie sich optisch hochwertig in das Layout der Seiten einfügen, zum anderen müssen natürlich auch die Kundenwünsche optimal erfüllt werden – alles unsere Baustellen. Es ist sehr diffizil. Ich sage immer, meine Arbeit ist wie jeden Tag ein Tausender-Puzzle machen!

Was raten Sie denn jungen Menschen, die sich für so eine Arbeit wie die Ihre interessieren?
Ich würde sagen: Für Leute, die Veränderungen nicht mögen, ist das nix. Gelassenheit gehört dazu, aber auch eine Portion Ehrgeiz, wer Routine im Job haben will, ist hier fehl am Platz.

Sollten es Digital Natives sein?
Er oder sie sollte schon Spaß am digitalen Leben haben und sich auskennen, klar – und zahlenaffin zu sein ist sicher auch nicht verkehrt.