15.10.2021 - Rückblick auf das Digital-Event VOGUE NEXT presented by Audi

Zwölf Talks in zwei Tagen
● 24 Speaker:innen aus aller Welt
● Acht Designer:innen in der virtuellen Exhibition
● Acht Partner & Sponsoren
● Vier umfassende Kernbotschaften

VOGUE Germany blickt zurück auf zwei Tage im Sinne der Nachhaltigkeit. Im Rahmen des erstmals initiierten Digital-Events VOGUE NEXT presented by Audi sprachen internationale Speaker:innen, darunter Amber Valletta, Gabriela Hearst, Pier Paolo Righi, Madeleine Alizadeh, Kalpona Akter, Anosha Wahidi, William Fan, Kenneth Ize und Brunello Cucinelli über die Rolle der Modeindustrie im Kampf gegen den Klimawandel und warfen den Blick auch über den Horizont der eigenen Branche hinaus:

Veränderung braucht klare Richtlinien und das Zusammenspiel aller
Der Tenor der Teilnehmenden war eindeutig: Damit der Wandel gelingen kann, braucht es das Zusammenspiel aller Akteur:innen. Madeleine Alizadeh, Autorin und Gründerin des Labels Dariadéh, richtete den Appell gleich zu Beginn an die Politik. Nachhaltige Produktion müsse gefördert und subventioniert werden. Aktuell würden aufgrund mangelnder Verbote und Richtlinien eher die belohnt, die billig produzieren. Anosha Wahidi, Beauftragte für Nachhaltigkeitsstandards im Bundesministerium
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
, trägt
diese Aussage. Sie ist eine der treibenden Kräfte hinter dem Lieferketten- und Sorgfaltspflichtgesetz, das Unternehmen zur Selbstkontrolle verpflichtet und so Produktion und Lieferketten transparenter machen will. Im Talk mit Aktivistin Kalpona Akter plädierte sie für eine stärkere Regulierung der Märkte durch die Selbstkontrolle von Firmen.

Unternehmen müssen diese Entwicklung von innen antreiben, davon ist Amber Valletta überzeugt, die in der Rolle als Sustainability Ambassador ab sofort langfristig mit der Marke Karl Lagerfeld zusammenarbeitet. Pier Paolo Righi, CEO des Unternehmens, geht noch einen Schritt weiter. Seiner Auffassung nach sei es für Unternehmen in näherer Zukunft keine Option mehr, nicht nachhaltig zu agieren. Das fange ganz grundlegend bei der Wahl und der Ausstattung des Firmensitzes an.

Der schonende Umgang mit Ressourcen
„Die natürlichen Ressourcen werden weltweit immer knapper. Daher müssen alle Industriezweige die Verwendung neuer Ressourcen grundlegend überdenken“, plädiert Chloé-Kreativdirektorin Gabriela Hearst. Die Wiederverwendung bestehender Ressourcen und Materialien sei essenziell. Dem pflichteten auch Christine Maier, Designerin Colour and Trim AUDI AG, sowie die Designer William Fan und Duran Lantink bei. Maier sprach sich insbesondere auch für die Entwicklung langlebiger Materialien aus, während es für Duran Lantink außer Frage steht, neue Ressourcen anzuzapfen, solange die Menge an vorhandenem Material so groß sei.

Die Idee der Kreislaufwirtschaft fördern auch Secondhand-Plattformen wie Vestiaire Collective. Zunehmend erkennt auch die Branche für Firsthand Fashion ihr Potenzial. So arbeiten Mytheresa und Vestiaire Collective bereits eng zusammen, um für Kund:innen Hürden abzubauen und Stücke aus dem Kleiderschrank zurück in den Markt zu führen.

Ohne soziale Gerechtigkeit geht es nicht
Nachhaltigkeit schließt soziale Gerechtigkeit ein, so Anosha Wahidi. Kalpona Akter, die als Kind selbst in einer Textilfabrik arbeitete, setzt sich seit vielen Jahren für die Rechte von Arbeitenden ein. Obwohl es deutliche Fortschritte gäbe, wie sie betont, seien Repression, zu hohe Arbeitszeiten und Niedriglöhne in vielen Fabriken noch immer ein eklatantes Problem. Diese Arbeit vor Ort müsse von den global agierenden Unternehmen konsequent mitgetragen werden.

Denen zu helfen, die das System ausgrenzt, hat sich auch Bas Timmer verschrieben. Die Sheltersuit Foundation unterstützt Obdachlose und Geflüchtete mit warmer Kleidung und bietet ihnen Arbeitsplätze. Die Zusammenarbeit mit Gabriela Hearst und Chloé erzeugt Sichtbarkeit für das junge Unternehmen und macht andere Firmen, von denen Sheltersuit unter anderem Deadstock bezieht, auf seine Mission aufmerksam.

Auch die Konsument:innen tragen Verantwortung
Die Verantwortung liegt aber nicht allein bei den Unternehmen und der Politik. Konsument:innen müssen erkennen, dass sie Teil des Systems sind und durchaus Macht haben, Veränderungen voranzutreiben, so die übergreifende Botschaft des Summits. Aktuell gäbe es eine Kluft zwischen dem, was Konsumenten im Hinblick auf Nachhaltigkeit fordern und dem tatsächlichen Kaufverhalten, so Madeleine Alizadeh. Transparenz und eine offene Kommunikation seien wichtige Orientierungshilfen. Es gehe aber vor allem darum, das eigene Verhalten radikal zu hinterfragen und gelernte
Verhaltensweisen zu überwinden. „Wenn wir das Ziel von 1,5 Grad Celsius im Jahr 2030 erreichen wollen, müssen wir die Modeproduktion auf einen Prozent reduzieren. Wir müssen also aufhören, so viel zu konsumieren und anfangen, Dinge zu kaufen, die länger halten“, so Designerin Angel Chang. „Ich denke, es ist wichtig für Konsument:innen, eine Beziehung zu ihren Kleidungsstücken aufzubauen“, resümiert Duran Lantink. Für Kenneth Ize gehe es bei Nachhaltigkeit vor allem um die Menschen. Labels, insbesondere solche, die auf Nachhaltigkeit setzen, hätten dabei einen wichtigen Vermittlungsauftrag, so Madeleine Alizadeh.

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